Femto-LASIK
LASIK ist die Abkürzung für Laser in situ Keratomileusis, eine sehr häufig eingesetzte Operationstechnik. Sie wurde 1992 zum ersten Mal durchgeführt und seitdem millionenfach praktiziert. Keratomileusis ist ein Fachbegriff, der alle operativen Methoden zur Korrektur von Fehlsichtigkeit zusammenfasst. „Femto“ steht für den bei diesem Eingriff eingesetzten modernen Femtosekundenlaser, der seit einigen Jahren verwendet wird.
Wer ist für Femto-LASIK geeignet?
Patienten für Augenlaserbehandlungen müssen in der Regel volljährig sein, da sich das Auge nicht mehr in der Wachstumsphase befinden sollte. Nur in Ausnahmefällen, z.B. bei einseitiger stark ausgeprägter Fehlsichtigkeit wird auch vor Erreichen des 18. Lebensjahres behandelt. Außerdem muss die Fehlsichtigkeit für einen Zeitraum von etwa einem Jahr konstant geblieben sein. Durch Femto-LASIK kann Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis +4 dpt und Hornhautverkrümmungen bis 4 dpt behandelt werden. Für eine LASIK-Behandlung ist eine Hornhautdicke von 500?m erforderlich. Durch den präzisen Femtosekundenlaser kann Femto-LASIK aber auch bei geringerer Hornhautdicke eingesetzt werden. Ausschlusskriterien für Laserbehandlungen sind Augenerkrankungen wie grauer oder grüner Star. Für die Behandlung von Altersfehlsichtigkeit ist Femto-LASIK keine Option. Die individuellen Möglichkeiten werden in jeder guten Klinik durch eine umfassende Voruntersuchung geklärt.
Operationsablauf und Vorteile gegenüber LASIK
Für die Operation wird das Auge zunächst durch spezielle Augentropfen betäubt und eine Lidsperre eingesetzt, um es während des Eingriffs offen zu halten. Dann wird in der Hornhaut ein Schnitt gesetzt und eine dünne Hornhautlamelle, der sogenannte Flap, gelöst und zur Seite gelegt. Bei der Femto-LASIK kommt für die Präparation des Flaps nicht, wie bei der herkömmlichen LASIK, ein Mikrokeratom (Hornhauthobel) zum Einsatz, sondern der Femtosekunden-Laser. Diese moderne Technik hat einige Vorteile. Durch den Laser wird kein endgültiger Schnitt gesetzt, sondern nur Gasbläschen in der gewünschten Schnitttiefe erzeugt. Durch diese Bläschen werden die Hornhautlamellen voneinander getrennt. An dieser Stelle kann der Operateur noch entscheiden, ob er mit dem Ergebnis zufrieden ist. Sollte das nicht der Fall sein, was ausgesprochen selten ist, wird einige Minute gewartet. In dieser Zeit entweicht das Gas ganz von allein aus dem Auge und die Hornhautlamellen fügen sich wieder zusammen. Wenn das Ergebnis einwandfrei ist, wird der Flap aufgetrennt und zur Seite geschoben. Außerdem ist der Femtosekunden-Laser präziser als ein Hornhauthobel. Die Abweichung von der geplanten Flapdicke ist dadurch geringer und der Flap ist durchgehend gleich dick. Durch die höhere Präzision können dünnere Hornhautlamellen präpariert werden. Somit können auch Patienten behandelt werden, für die die herkömmliche LASIK-Methode wegen zu geringer Hornhautdicke nicht geeignet war.. Bei LASIK musste der Hornhauthobel aus Sicherheitsgründen immer in der Hornhautmitte angesetzt werden. Bei der Femto-LASIK ist dies nicht der Fall. Dadurch kann Patienten, deren Pupille nicht exakt mittig sitzt, nun optimal geholfen werden.\nNachdem der Flap beiseitegeschoben wurde, erfolgt wie bei der ursprünglichen LASIK auch, die eigentliche Korrektur der Fehlsichtigkeit. Dafür wird die individuell nötige Menge an Hornhautzellen abgetragen und dadurch die Brechkraft des Auges gezielt verändert. Anschließend wird der Flap wieder an die alte Stelle zurückgeklappt. Er wächst innerhalb kürzester Zeit wieder an.
Nach der Operation
Sowohl während als auch nach der Operation treten keine Schmerzen auf. Es kann jedoch ein Fremdkörpergefühl auftreten. Trotzdem darf in der ersten Woche nach der Operation nicht im Auge gerieben werden. Außerdem sollten für 1 – 2 Wochen auf Solarium, Sauna, Schwimmbad, Make-up und körperliche Anstrengung verzichtet werden. Normalerweise ist das Sehvermögen am Tag der Operation schon so gut, dass eine Teilnahme am Straßenverkehr möglich ist. Wichtig ist, dass die üblichen Nachsorge-Termine wahrgenommen werden. Die Nachbehandlung besteht gewöhnlich aus Augentropfen.
Risiken und Erfolgschancen
Durch die hohe Präzision können nun schnittbedingte Komplikationen ausgeschlossen werden. Außerdem wird dadurch die Ausgangssituation für die Korrektur der Fehlsichtigkeit verbessert. Die Risiken der Femto-LASIK sind somit ausgesprochen gering. Um eine seriöse Klinik zu finden, kann der LASIK-TÜV helfen. Dabei handelt es sich um ein Gütesiegel, das in Abhängigkeit von Erfahrung der Operateure, Erfolgen, Hygiene etc. verliehen wird.
Kosten
Die Preise liegen ungefähr zwischen 1500 und 2500 Euro und müssen vom Patienten selbst getragen werden. Bei privaten Krankenversicherungen sollte die Möglichkeit einer Beteiligung abgeklärt werden.

Hinterlassen Sie eine Antwort