Refraktive Chirurgie
Unter refraktiver Chirurgie versteht man eine Vielzahl unterschiedlicher Operationsmethoden, die alle das Ziel haben, Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmungen) zu korrigieren. Der Begriff „refraktiv“ leitet sich von Refraktion ab, was Lichtbrechung bedeutet. Die Techniken der refraktiven Chirurgie lassen sich einteilen in laserchirurgische Verfahren und linsenchirurgische Eingriffe.\n\nLaserchirurgische Verfahren
Diese Verfahren haben gemein, dass mittels Laser die zentrale Hornhaut verändert wird, um die Brechkraft gezielt zu beeinflussen. Die Kosten belaufen sich je nach Verfahren auf 900-3000 Euro pro Auge.\nPRK\nDie photorefraktive Keratektomie ist das älteste dieser Verfahren. Für den Eingriff wird zunächst in einem begrenzten Bereich das Epithel des Auges entfernt. Danach werden dort mithilfe eines Lasers Hornhautzellen abgetragen und die Brechkraft des Auges entsprechend verändert. Nach der Operation werden für einige Zeit Schutzlinsen getragen. Die Risiken sind recht gering. Außerdem hat die PRK den Vorteil, dass auch sehr dünne Hornhäute gelasert werden können. Da es jedoch einige Tage dauert, bis das empfindliche Epithel nachgebildet ist, treten nach der Operation sehr starke Schmerzen auf. Bis zur vollständigen Wiederherstellung der Sehkraft dauert es länger, als bei anderen Behandlungsmethoden.\nLASEK und EPILASIK\nDie Laser Epithelial Keratomileusis kann als Weiterentwicklung der PRK bezeichnet werden. Das Epithel des Auges wird hierbei nicht entfernt, sondern nur gelöst und zur Seite geklappt. Dies geschieht entweder mithilfe einer Alkohollösung (LASEK) oder durch einen stumpfen Hobel (EPILASIK). Dann folgt die Korrektur der Brechkraft mittels Laser. Im Anschluss wird das Epithel wieder an seinen ursprünglichen Platz gelegt. Es wächst innerhalb weniger Tage an. Für diese Zeit werden zum Schutz spezielle Kontaktlinsen getragen. Auch dieses Verfahren ist bei dünner Hornhaut geeignet. In den ersten Tagen nach der OP treten Schmerzen auf. Sie sind jedoch weniger stark, als nach einer PRK.\nLASIK\nBei der Laser In Situ Keratomileusis wird nicht das Epithel, sondern eine dünne Lamelle der Hornhaut gelöst und zur Seite geklappt. Bei der herkömmlichen LASIK geschieht dies durch einen Hornhauthobel. Bei der moderneren Femto-LASIK wird hierfür der Femtosekundenlaser eingesetzt. Dann findet wie bei den anderen Verfahren die eigentliche Korrektur der Fehlsichtigkeit mittels Laser statt. Ist diese erfolgt, wird das Epithel zurückgeklappt und wächst von selbst wieder an. Schmerzen treten nach der Operation nicht auf, da das schmerzempfindliche Epithel nicht gelöst wird.
Linsenchirurgische Verfahren
Linsenchirurgische Verfahren zeichnen sich dadurch aus, dass eine Korrektur der Fehlsichtigkeit durch Implantation einer künstlichen Linse erfolgt. Die Kosten hierfür liegen zwischen 1500 und 3500 Euro pro Auge.\nICL-Implantation\nBei dieser Operation wird eine Intraokularlinse (IOL) in das Auge eingesetzt. Dafür wird das Auge am Rande der Hornhaut eröffnet und die Linse dann entweder in die vordere oder hintere Augenkammer eingebracht. Die natürliche Linse bleibt dabei erhalten. Die Implantation einer Linse ist besonders dann geeignet, wenn der Grad der Fehlsichtigkeit zu hoch ist, um durch eine Laserbehandlung korrigiert zu werden. Auch Hornhautverkrümmungen können behandelt werden, indem eine torische (tonnenförmig) Linse implantiert wird.\nRefraktiver Linsenaustausch (RLA)\nBei dieser Operationstechnik wird zunächst die natürliche Linse entfernt. Dafür wird die vordere Augenkammer eröffnet und die körpereigene Linse abgesaugt. Im Anschluss wird eine geeignete Kunstlinse eingesetzt. Dieses Verfahren findet auch in der Katarakt-Chirurgie Verwendung. Zur Behandlung von Hornhautverkrümmungen werden torische Linsen eingesetzt. Die RLA kommt besonders bei stark ausgeprägter Fehlsichtigkeit zum Einsatz und wenn andere chirurgische Techniken nicht möglich sind.
Jeder, der einen dieser Eingriffe in Betracht zieht, sollte sich vorher gut informieren lassen. Nur in einem ausführlichen Vorgespräch mit entsprechenden Untersuchungen kann festgestellt werden, welches Verfahren im Einzelfall die optimale Lösung ist.

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