Die Artisan- oder Verisyse-Linse kommt im Bereich der refraktiven Linsenchirurgie zum Einsatz, das heißt, sie wird genutzt, um Fehlsichtigkeit auszugleichen. Es handelt sich dabei um eine Phake Kunstlinse, die natürliche Linse bleibt also erhalten. Die Verisyse(Artisan)-Linse besteht aus Polymethylmethacrylat und wird in die Vorderkammer des Auges eingebracht.
Für wen ist die Verisyse-/Artisan-Linse geeignet?\n
Künstliche Linsen werden vor allem zur Korrektur von sehr stark ausgeprägter Fehlsichtigkeit genutzt. Behandelt werden kann Weitsichtigkeit von bis zu +8 Dioptrien und Kurzsichtigkeit bis in einen Bereich von – 25 dpt, jedoch keine Alterssichtigkeit. Die Operation ist auch möglich, wenn zusätzlich eine Stabsichtigkeit (Hornhautkrümmung) von bis zu 6 dpt vorliegt. Durchgeführt wird der Eingriff bei Patienten im Alter zwischen 18 und 60 Jahren. Sie müssen bei guter Gesundheit sein und dürfen außer der Fehlsichtigkeit keine weiteren Augenleiden haben. Die Fehlsichtigkeit muss seit mindestens einem Jahr stabil sein. Während der Schwangerschaft oder der Stillzeit sollte nicht operiert werden. Um herauszufinden, ob die Implantation einer Artisan-Linse möglich ist, müssen einige Messungen durchgeführt werden. Die Vorderkammertiefe wird bestimmt, um sicherzugehen, dass die Kunstlinse genügend Abstand zum Hornhautendothel hat. Das Endothel ist die innerste Zellschicht der Hornhaut. Hat es zu engen Kontakt zu der Kunstlinse, kann das zu einem erhöhten Untergang an Endothelzellen führen. Auch die Dicke der Endothelschicht wird bestimmt. Außerdem wird die maximale Pupillenweite bei Dunkelheit gemessen. Der optische Bereich der Artisan-Linse hat einen Durchmesser von 6 mm. Überschreitet der Pupillendurchmesser diesen Wert, ist das Sehen bei Dunkelheit beeinträchtigt. Kunstlinsen mit größerem optischem Zentrum werden nicht eingesetzt, da bei so großen Linsen die nötige Sicherheit nicht mehr gewährleistet wäre.
Wie läuft die Operation ab?
Für die Operation wird der Pupillendurchmesser mittels Tropfen verengt. Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt, vergleichbar mit einer Betäubung beim Zahnarzt. Wenn das Auge vollständig anästhesiert ist, wird ein kleiner Schnitt von 5 mm in die Hornhaut gemacht. Für die moderneren, faltbaren Artiflex-Linsen ist sogar nur ein 3 mm langer Schnitt nötig. Die Linse wird dann in die Vorderkammer des Auges zwischen Hornhaut und Iris geschoben. Die Besonderheit der Verisyse-Linse besteht darin, dass sie an der Iris befestigt wird. An beiden Seiten der Linse befinden sich winzige Bügel. Wenn die Linse sich an der richtigen Stelle befindet, exakt vor der Pupille, wird eine kleine Falte von Irisgewebe in den Klammern der Linse eingeklemmt. Die Artisan-Linse ist somit sich an Ort und Stelle befestigt. Zum Schluss wird der Hornhautschnitt zugenäht und das Auge verbunden. Die ganze Operation dauert etwa 30 Minuten.
\n\nRisiken und Erfolgschancen
Da Linsen aus Polymethylmethacrylat bereits seit über 30 Jahren eingesetzt werden, können Risiken sehr gut eingeschätzt werden und die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßung ist äußerst gering. In 95% der Operationen liegt die Zielgenauigkeit bei +/- 1 Dioptrien. Meist ist der Behandlungserfolg schon direkt nach dem Eingriff spürbar. Endgültig stabil ist das Sehvermögen aber erst nach einigen Wochen. Im Gegensatz zu einer Laserbehandlung oder einem Linsenaustausch ist die Implantation einer Verisyse-Linse reversibel. In den ersten Tagen können leichte Schmerzen auftreten sowie eine verstärkte Blendung. Durch die Befestigung der Linse an der Iris entstehen aber weder Schmerzen noch ein Fremdkörpergefühl. Trotz der langjährigen Erfahrung bleibt jedoch ein – wenn auch geringes – Risiko für Infektionen der Wunde, eine Erhöhung des Augendrucks, eine Trübung der natürlichen Linse und eine Schädigung des Hornhautendothels. Durch gründliche Vor- und Nachuntersuchungen können diese Risiken minimiert und Nebenwirkungen gegebenenfalls frühzeitig behandelt werden.
\n\nKosten
Die Kosten liegen etwa bei 2500 Euro pro Auge. Sie werden wie bei allen refraktiven Eingriffen in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Einige private Krankenversicherungen sind zu einer Beteiligung bereit.

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