Millionen von deutschsprachigen Menschen benutzen tagtäglich eine Sehhilfe, um kurzsichtige oder weitsichtige Schwächen der Augen zu korrigieren. Ob hier eine Brille oder eine Kontaktlinse in Betracht kommt, ist von vielen Faktoren abhängig, letztendlich ist es allerdings eine Frage des Geschmackes und der individuellen Vorlieben. Neben diesen Sehhilfen kommt allerdings auch immer häufiger der Eingriff einer Augenoperation mittels Augenlaser zur Beseitigung der Sehschwächen infrage – doch welches Hilfsmittel ist nun sinnvoll und welche Sehhilfe kann man sich getrost sparen?
Am Anfang war die Brille: als Sehhilfe für beide Augen wurde Ende des 13. Jahrhunderts in Italien die erste Brille erschaffen. Seither ist sie ein treuer Begleiter auf der Nase, welcher mitunter als modisches Accessoire gilt. Tausende von Modellen und Varianten finden sich im Bereich der Brillengestelle – für jede Gesichtsform und jeden Typen ist heutzutage die perfekte Brille vorhanden. Doch trotz aller Vorzüge kann so eine Brille dennoch hin und wieder lästig sein – beim Sport benötigt man spezielle Sportflügel, damit die Brille auch während eines Zehnkampfes standhält. Leidenschaftliche Küsser, werden ebenso ständig an ihre Brille erinnert und müssen sie eventuell im Eifer des Gefechtes doch abnehmen und auch Eltern werden das „Nasenfahrrad“ innerlich verfluchen, wenn das Kind mit den lustigen Gläsern spielen möchte. Doch sind dies alles Gründe, um den Kontaktlinsen freie Bahn zu lassen?
Menschen, die an Kopfschmerzen, Migräne, Schwindelgefühl, Lichtempfindlichkeit oder Nackenbeschwerden leiden, werden nicht viel Freude an Kontaktlinsen haben. Dabei sind diese kleinen Helferchen in mancher Hinsicht nützlich. Kontaktlinsen können im Vergleich zur Brille weder bei hohen Temperaturunterschieden beschlagen, noch schränken sie das Gesichtsfeld ein und erschweren nicht den Nasenrücken. Die Vision einer kleinen Linse, die direkt auf dem Auge getragen wird, hatte bereits im Jahre 1636 der französische Naturwissenschaftler René Descartes. Diese Idee konnte allerdings erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch Adolf Eugen Fick umgesetzt werden. Die ersten Kontaktlinsen waren mit einem Durchmesser von 23mm und durch ihre Dichte eher unpraktisch. Gegen Anfang des Zweiten Weltkrieges kamen schließlich Kontaktlinsen aus Acrylglas auf den Markt, die dem Träger komfortableres Sehen ermöglichte.\nDennoch sollte bei geringen Fehlsichtigkeiten eher zu einer Brille denn zu einer Kontaktlinse gegriffen werden. Dies ist zum Beispiel bei Menschen, welche eine Sehhilfe lediglich zum Autofahren oder Lesen benötigen. Ein Schutz gegen Zugluft, kleine Insekten oder Staub sind zweifelsohne in diesen Fällen der Brille zuzuschreiben.
Dennoch kann bei starken Fehlsichtigkeiten ab ungefähr sechs oder sieben Dioptrien eine Kontaktlinse bessere Dienste leisten. Voraussetzungen für den perfekten Tragekomfort und eine klare Sicht durch die Linsen ist eine perfekte Anpassung der Augen. Auch die Pflege von Kontaktlinsen sollte nicht unterschätzt werden – das hartnäckige Gerücht, dass die Reinigungsflüssigkeit mehrere Tage verwendbar ist, sollte schleunigst aus dem Weg geräumt werden. Wird die Flüssigkeit für die Kontaktlinsen über mehrere Tage genutzt, so bilden sich im Reinigungsbehälter schleimartige Substanzen, welche ein idealer Nährboden für Bakterien sind. Zudem müssen auch immer die Hände vor dem Einsatz der Linsen gewaschen werden. Die Hygiene bei Kontaktlinsen ist wirklich aufwendig, aber nicht zu umgehen, da die Linsen im engen Kontakt mit den Augen stehen und so Infektionen und Verunreinigungen umgangen werden. Doch sind diese Vorkehrungen wirklich notwendig, wenn ein Mensch mit Sehfehlern durch eine Augenoperation nicht wesentlich besser gestellt ist?
Allein in den USA tragen zwischen 20 bis 25 Millionen Menschen Kontaktlinsen oder Brillen. Eine Million Amerikaner unterzieht sich jährlich einer Augenlaser-Operation, welche schlicht auch als Lasik-Operation bezeichnet wird. Der Laser als Einsatz einer Wunderwaffe zieht kontinuierlich neue neugierige Patienten in die Arztpraxen. Ein Leben ohne lästige Brille oder tägliches Reinigen und Einsetzen von Kontaktlinsen klingt mehr als verführerisch. Weltweit wurde bereits 10 Millionen Menschen mit der Lasik-Methode geholfen. Doch ist diese Operation auch für jeden Menschen geeignet?
Die Lasik-Methode eignet sich für kurzsichtige Menschen mit Werten von -10 Dioptrien und weitsichtige Patienten bis +3 Dioptrien. Ebenso ist eine Hornhautverkrümmung bis zu 5,5 Dioptrien behandelbar. Hierfür kommen allerdings verschiedene Augenlaser-Operationen zum Einsatz. Je nach Dioptrienzahl und individuellen Fällen kann mittels Laser die LASIK, PRK oder LASEK in Anspruch genommen werden. Die Operationsmethoden ähneln sich untereinander, nur wenige Unterschiede sind erkennbar. Bei der LASIK wird beispielsweise nur mithilfe des Lasers gearbeitet und es werden keine maschinellen Geräte oder andere Hilfsmittel verwendet. Ziel jeder Laseroperation ist die Korrektur des Sehfehlers: hierfür wird in allen Fällen der Laser angewandt, welcher innerhalb weniger Minuten Sehschwächen behebt.
Welche Sehhilfe für einen Menschen ideal ist, lässt sich schwer ermitteln und ist individuell durch zahlreiche Faktoren und Vorlieben entscheidend. Auch ob die Augenlaser-Operation geradezu prädestiniert ist, sollte vorab mit einem Augenarzt ausführlich besprochen werden. Fakt ist allerdings, dass Brillen und Kontaktlinsen je nach Geschmack und Gebrauch schon für wenige Hundert Euro im Jahr zu erhalten sind – eine Behandlung mit dem Augenlaser kann Kosten zwischen 1.800€ – 2.500€ verursachen.

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