WKÖ-Danninger: EU-Indonesien-Abkommen richtige Antwort auf geopolitische Herausforderungen

Wien (OTS) – Gerade in Zeiten internationaler Handelskonflikte mit
höheren Zöllen
ist der Ausbau des europäischen Freihandelsnetzes von entscheidender
Bedeutung. „Der Abschluss der Verhandlungen zwischen Indonesien und
der EU ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Gut
verhandelte Freihandelsabkommen sind der Schlüssel für einen besseren
Zugang zu Wachstumsmärkten der Zukunft. Davon profitieren
insbesondere exportierende KMU“, betonte WKÖ-Generalsekretär Jochen
Danninger, der nun eine rasche Ratifizierung des Abkommens fordert.

Dabei verweist der WKÖ-Generalsekretär auf die wirtschaftliche
Bedeutung der ASEAN-Region, die mit mehr als 680 Mio. Einwohnern zu
den dynamischsten und innovativsten Wachstumsregionen der Welt zählt.
Die bereits ratifizierten EU-Abkommen mit Vietnam und Singapur sind
nicht nur wichtige Bausteine für das europäische Handelsnetz, sondern
auch Motor für die heimische Exportwirtschaft. Seit dem Inkrafttreten
der Abkommen konnten die heimischen Ausfuhren nach Singapur (2019)
bzw. Vietnam (2020) um mehr als 43 % bzw. knapp 13 % gesteigert
werden. Um das EU-Netzwerk in diese Zukunftsregion zu vertiefen,
sollten daher auch die laufenden Verhandlungen mit Thailand und den
Philippinen zügig abgeschlossen werden.

„Das Freihandelsabkommen mit Indonesien wird positive Impulse für
Wachstum und Beschäftigung geben“, so Danninger. Mit einem laut IWF
prognostizierten Wirtschaftswachstum von knapp fünf Prozent eröffnet
eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU auch Chancen
für die heimische Wirtschaft. Das Abkommen soll u. a. den Abbau von
Zöllen und nicht-tarifären Handelshemmnissen sowie das öffentliche
Beschaffungswesen umfassen.

„Qualität und Know-how aus Österreich genießen in Indonesien
einen exzellenten Ruf. Gute Chancen eröffnen sich insbesondere im
Projektgeschäft, vor allem beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, im
Gesundheitsbereich sowie im Elektrizitäts- und Umweltsektor“, erklärt
WKÖ-Wirtschaftsdelegierter in Jakarta, Sigmund Nemeti. Österreich
exportierte im vergangenen Jahr Waren im Wert von knapp 290 Mio. Euro
nach Indonesien.

Gerade vor dem Hintergrund der Rohstoffversorgung und
krisenfester Lieferketten sind Handelsabkommen von zentraler
Bedeutung. Damit Europa seine einseitigen Abhängigkeiten reduzieren
und gleichzeitig mit hochwertigen Exporten in strategische
Zukunftsmärkte heimische Arbeitsplätze sichern kann, ist der Ausbau
des EU-Handelsnetzes unverzichtbar. „Dazu sollten die Abkommen mit
Mercosur und Mexiko rasch ratifiziert und die Verhandlungen mit
Australien und Indien zügig abgeschlossen werden“, so Danninger
abschließend.

Die Markt- und Investitionschancen in der ASEAN-Region stehen
auch im Fokus des Austrian Strategic Business Summit | Indo Pacific,
der von der WKÖ-Internationalisierungs- und Innovationsagentur
AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA organisiert wird und am 2. und 3. Oktober
2025 in Tokio stattfindet. (PWK383/ST)