Caritas zur Krise im Sudan: Menschen leiden unter unvorstellbarer Gewalt und Hunger – humanitäre Hilfe wird dringend benötigt

Wien (OTS) – “Do not forget Sudan. Hunger is killing us as surely as
bullets.
Speak for us. Make our suffering known.” (Hilferuf der katholischen
Bischöfe im Sudan und Südsudan)

Zwei Jahre nach Ausbruch des blutigen Konflikts zwischen den
sudanesischen Streitkräften (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF)
leidet die Zivilbevölkerung im Sudan unter einer kaum vorstellbaren
Kombination aus Gewalt, Hunger, Vertreibung und dem Zusammenbruch der
Versorgungssysteme. Seit Beginn des Konflikts sind Schätzungen
zufolge bereits 150.000 Menschen getötet worden. UNHCR spricht von
bis zu 15 Millionen Vertriebenen, darunter über acht Millionen
Menschen im eigenen Land und weitere Millionen Geflüchtete in
Nachbarstaaten wie Tschad, Ägypten und im Südsudan. Ungefähr 24
Millionen Menschen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit, wobei
in mehreren Gebieten, darunter in Teilen von Darfur und den Nuba-
Bergen, Hungersnot herrscht. Angesichts dieser dramatischen
Entwicklungen ruft die Caritas zu Spenden für die größte humanitäre
Krise der Welt auf.

Vizepräsident Alexander Bodmann: „ Die Weltgemeinschaft darf die
katastrophale Lage im Sudan nicht länger ignorieren. Die Menschen vor
Ort sind von einer Hungersnot betroffen, humanitäre Hilfe erreicht
viele nicht. Die Menschen im Sudan kämpfen ums Überleben – sie leiden
unter brutaler Gewalt, systematischer Vertreibung und Hunger. Wir
dürfen nicht zulassen, dass diese humanitäre Katastrophe weiter aus
dem Blickfeld der Welt gerät. “

Zwtl.: Ein Land im Ausnahmezustand: Gewalt, Hunger, Vertreibung

Die Situation in Darfur und anderen Konfliktregionen ist
weiterhin dramatisch. Die paramilitärische RSF-Miliz nahm die Stadt
Babanusa ein; zuvor hatte die Einnahme der Stadt Al-Fashir zu
massiven Fluchtbewegungen geführt und rund 260.000 Menschen dort
völlig ohne humanitäre Hilfe eingeschlossen. Beim Angriff auf eine
Geburtsklinik wurden laut Weltgesundheitsorganisation über 460
Zivilist*innen getötet. Frauen, die aus Al-Fashir fliehen konnten,
berichten von systematischer sexualisierter Gewalt, von Entführungen
und vom Verschwinden ihrer Kinder. Die UN warnen vor ethnisch
motivierten Massakern vor allem gegen sesshafte afrikanischstämmige
Bevölkerungsgruppen und sprechen von einem realen Risiko eines
Genozids in Darfur.

Zwtl.: Hungersnot und Zusammenbruch des Gesundheitssystems

Trotz derzeit bestehender Waffenruhe leiden die Menschen neben
der schieren Gewalt vor allem unter dem allgegenwärtigen Hunger und
der Zerstörung der Infrastruktur. Die medizinische Versorgung ist
vielerorts zusammengebrochen; 80 Prozent der Einrichtungen sind
beschädigt oder zerstört. Krankheiten wie Cholera, Malaria, Masern
und Denguefieber breiten sich ungebremst aus. Rund 24 Millionen
Menschen leiden aktuell unter akuter Ernährungsunsicherheit – viele
Gebiete sind aber auch von tatsächlicher Hungersnot betroffen.

„ Die Menschen im Sudan stehen buchstäblich am Abgrund. Sie sind
einer entfesselten Gewalt, massiver Vertreibung und Hunger
ausgeliefert. Es wäre fatal, dieser humanitären Tragödie weiterhin so
wenig Beachtung zu schenken. Humanitäre Hilfe entscheidet im Sudan
täglich über Leben und Tod. Nur ein haltbarer Waffenstillstand und
ungehinderter Zugang für humanitäre Hilfe können eine weitere
Verschlechterung verhindern und Leben retten “, erklärt Alexander
Bodmann.

Zwtl.: Internationale Hilfe dringend notwendig

Trotz zugesagter Nothilfe durch die EU und Mitgliedstaaten in
Höhe von 660 Millionen Euro gibt es immer deutlichere Warnungen vor
dem Zusammenbruch der humanitären Versorgung. Für 2025 werden laut UN
rund 4,2 Milliarden US-Dollar benötigt – doch bisher steht erst ein
Bruchteil dieser Mittel zur Verfügung. Alexander Bodmann: „ Viele
Regionen sind für Hilfsorganisationen kaum erreichbar. Immer wieder
werden Helfer*innen angegriffen oder getötet. Der Zugang zu Menschen
in akuter Not bleibt äußerst eingeschränkt, obwohl unsere
Partnerorganisationen vor Ort mit neun Stützpunkten in Darfur gut
vernetzt sind. Auch die von der Trump-Administration vorgenommenen
Kürzungen des US-Hilfsprogramms USAID treffen das Land hart: 2024
standen laut New York Times noch 830 Millionen US-Dollar an Nothilfe
zur Verfügung. “

Zwtl.: So hilft die Caritas

Gemeinsam mit langjährigen Partnerorganisationen unterstützt die
Caritas aufgrund der akuten Notlage nach dem Fall von Al-Fashir rund
36.000 vertriebene Menschen in Zentral- und Ost-Darfur mit
Nahrungsmittelhilfe, Gesundheitsversorgung und Hygiene-Maßnahmen.
Über 3.000 Haushalte erhalten Bargeld zur Ernährungssicherung. Die
Caritas betreibt außerdem vor Ort Gesundheitseinrichtungen und mobile
Kliniken für vertriebene Menschen aus der betroffenen Stadt.

Neben dieser Akuthilfe wurde in Khartum sowie in West- und
Zentral-Darfur bereits umfassende Nothilfe in den Bereichen
Ernährungssicherung, Lebensunterhalt, Gesundheit, Wasserversorgung,
Hygiene, Ernährung, Friedensförderung und Klimaresilienz zur
Unterstützung der Bevölkerung umgesetzt. Bis Mitte 2025 erreichten
diese Programme über 168.000 Menschen. Binnenvertriebene werden zudem
mit Bargeldhilfen unterstützt, die es ihnen ermöglichen,
lebensnotwendige Güter eigenständig zu erwerben.

In der Region Nuba Mountains unterstützt die Caritas Familien mit
Saatgut, Werkzeugen und Gemüse-Sets, um ihre landwirtschaftliche
Produktion wiederaufzubauen. Gleichzeitig werden Bäuer*innengruppen
gestärkt, so dass Wissen aus Schulungen in den Gemeinden
weitergegeben und die Widerstandsfähigkeit nachhaltig erhöht wird.

Caritas-Spendenkonto:

Erste Bank: IBAN AT23 2011 1000 0123 4560, BIC GIBAATWWXXX

Kennwort: Nothilfe im Sudan

Online-Spenden: www.caritas.at/sudan