Wien (OTS) – Die Konsument:innenorganisation foodwatch hat den
Hersteller Mautner
Markhof abgemahnt. Grund ist eine nach Auffassung von foodwatch
unzulässige Gesundheitswerbung wegen der irreführenden Bezeichnung
des Produkts „Sirup+ Immunbooster“. Dieses war erst vor wenigen Tagen
von tausenden Konsument:innen zum „Werbeschmäh des Jahres 2025“
gewählt worden. Der Name vermittelt den Anschein, der Sirup habe eine
gesundheitsfördernde Wirkung auf das Immunsystem. Nach der
europäischen Health-Claims-Verordnung ist es unzulässig, einem
Produkt diese gesundheitsfördernde Wirkung zuzuschreiben.
„Mit dem Begriff Immunbooster wird Konsument:innen ein
gesundheitlicher Nutzen versprochen, den das Produkt schlicht nicht
erfüllt“ , kritisiert Indra Kley-Schöneich von foodwatch. „Solche
Fantasienamen sind kein Kavaliersdelikt – sie unterlaufen bewusst die
strengen EU-Regeln, die genau solche irreführenden
‚Gesundheitsschmähs‘ verhindern sollen.“
Laut Health-Claims-Verordnung dürfen nur spezifische,
wissenschaftlich geprüfte und von der EU zugelassene Aussagen zu
einzelnen Nährstoffen oder Substanzen getroffen werden, die in einer
Gemeinschaftsliste aufgenommen sind – nicht jedoch umfassende
Versprechen über die angebliche Wirkung eines gesamten Produktes.
Genau diese Masche ist allerdings ein bekanntes Problem der Branche:
Nach Abmahnungen durch foodwatch mussten bereits mehrere Hersteller
in Deutschland irreführende Werbung mit falschen
Gesundheitsversprechen stoppen, wie etwa Barnhouse nach der Kritik an
seinem „Immune Plus“-Müsli oder der Vitamindrink-Hersteller Hye.
Zwtl.: „Werbeschmäh des Jahres“ bestätigt: Konsument:innen fühlen
sich getäuscht
Im Fall des „Sirup+ Immunbooster“ von Mautner Markhof ändert auch
der Zusatz „mit Vitamin C + Zink” nichts daran, dass der Produktname
den Eindruck erweckt, der gesamte Sirup habe eine besonders
immunstärkende Wirkung. Im Voting zum „Werbeschmäh des Jahres“ zeigte
sich: Konsument:innen haben genug von solchen Gesundheitsversprechen.
Viele waren überrascht, wie viel Zucker das Produkt enthält – und wie
wenig der Name mit dem tatsächlichen Inhalt zu tun hat. foodwatch
fordert Mautner Markhof daher auf, diese Bezeichnung in Zukunft nicht
zu verwenden.
Zwtl.: foodwatch fordert Ende der Immun-Schmähs
„Bezeichnungen wie Immunbooster sind kein Marketing-Gag. Hier
wird einem Zucker-Sirup bewusst ein gesundheitlicher Mehrwert
zugeschrieben, den er schlicht und einfach nicht hat – und der
Hersteller profitiert von dem Wunsch der Menschen, sich vor
Verkühlungen und Infekten zu schützen“ , kritisiert Indra Kley-
Schöneich. „Die Industrie muss endlich aufhören, Menschen mit
falschen Gesundheitsversprechen zu manipulieren. Es kann nicht sein,
dass Produkte mit Namen beworben werden, die gesetzlich nicht
zulässig sind – schon gar nicht, wenn sie gleichzeitig so viel Zucker
enthalten.“
Weiterführende Informationen:
Unterlassungserklärung
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