Renaturierungsverordnung: Greenpeace fordert Naturschutzoffensive von Regierung

Wien (OTS) – Heute endet die Frist zur öffentlichen Beteiligung an
der Umsetzung
der Renaturierungsverordnung. Greenpeace fordert in einer
Stellungnahme dazu wirksamere Naturschutzgebiete sowie eine
umfassende Begrünungsoffensive in Städten.

Melanie Ebner, Naturschutz-Expertin bei Greenpeace:
„Renaturierung kann uns viele Vorteile bescheren: Geben wir Flüssen
und Auenlandschaften ihren natürlichen Lauf zurück und entsiegeln wir
ungenutzte Asphaltwüsten, schützen wir uns gleichzeitig vor
Überschwemmungen. In Städten können zusätzliche Bäume helfen,
Rekordtemperaturen im Sommer zu regulieren. Je eher wir damit
anfangen, desto besser für alle- denn die Klimakrise wartet nicht.”

Österreich braucht deutlich wirksamere Schutzgebiete: Obwohl fast
ein Drittel der Landesfläche formell geschützt ist, wird dennoch
weiterhin in diesen Gebieten gebaut, mitunter auch in Natura-2000-
Gebieten. Streng geschützte Naturgebiete machen derzeit nur 2,5
Prozent der Landesfläche aus. Greenpeace fordert, mindestens zehn
Prozent Österreichs unter strengen Schutz zu stellen und einen
sofortigen Stopp von Bau-, Abbau- und Entnahmeprojekten (wie z.B.
Steinbrüche) in und um Natura-2000-Gebieten sowie in allen weiteren
Schutzgebietskategorien durchzusetzen.

Versiegelung und Beton verschärfen Hitze, Überflutungsrisiken und
Biodiversitätsverlust. Greenpeace fordert, dass bei der Umsetzung der
Verordnung mindestens 30 Prozent in besiedelten Stadt- und
Gemeindegebieten durch Baumkronen beschattet ist. Des Weiteren darf
es keinen Nettoverlust an Grünflächen geben. Dabei muss jedes
Stadtgebiet für sich gelten. Kompensationen dürfen nicht nur nach
Quadratmetern berechnet werden, sondern müssen auch qualitativ
gleichwertig oder besser sein und möglichst im unmittelbaren Umfeld
liegen, damit sich Kühlung, Wasserrückhalt und Lebensqualität nicht
maßgeblich verschlechtern.

Greenpeace-Stellungnahme zur Renaturierungsverordnung:
https://bit.ly/3NKv4oS