ÖH x SOS Balkanroute Hochschultour: Menschenrechte dürfen nicht an Grenzen enden.

Wien (OTS) – Unter dem Motto „Haltung statt Festung“ bringen die
Österreichische
Hochschüler_innenschaft (ÖH) und SOS Balkanroute die Debatte über
Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und politische Alternativen zum
Rechtsruck direkt an Österreichs Hochschulen. Ziel der gemeinsamen
Tour ist es, die oft verdrängten Konsequenzen europäischer
Migrationspolitik sichtbar zu machen und Raum für kritische
Auseinandersetzung zu schaffen. „Europa sperrt Menschen ein, verletzt
systematisch ihre Grundrechte und verkauft das als
Sicherheitspolitik. Das darf nicht stillschweigend hingenommen
werden. Flucht wird auf Kosten von Menschenleben politisch
instrumentalisiert, anstatt menschenwürdige Lösungen zu entwickeln,“
kritisiert Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz.

Hochschultour startet am Montag in Innsbruck

Im Zentrum der Veranstaltungen steht die Realität an den
europäischen Außengrenzen: Pushbacks, Gewalt, illegale
Zurückweisungen und die Zerstörung familiärer Bindungen, im Zuge
erschwerlichen bzw. unmöglichen Familienzusammenführungen, sind
längst keine Ausnahmen mehr, sondern Teil politischer Praxis.
Gleichzeitig geraten zivilgesellschaftliche Organisationen zunehmend
unter Druck, obwohl sie jene humanitäre Arbeit leisten, die Staaten
bewusst unterlassen. „ Die Gewalt an Europas Außengrenzen ist kein
Versagen einzelner Staaten, sondern Ergebnis einer bewussten
Abschottungspolitik. Wer Freiheit und Rechtsstaatlichkeit ernst
nimmt, darf dazu nicht schweigen“ , betont Petar Rosandić von SOS
Balkanroute, der bei mehreren Tourstopps am Podium vertreten sein
wird.

Auch aus Sicht der ÖH ist klar, dass diese Entwicklungen kein
Zufall sind. „Menschenrechtsverletzungen sind kein Ausrutscher,
sondern die direkte Folge politischer Entscheidungen. Wir wollen
diese Entscheidungen öffentlich machen, sichtbar kritisieren und
Alternativen aufzeigen,“ ergänzt Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz.
Die Hochschultour macht im März in mehreren österreichischen Städten
Station und greift dabei zentrale Themen auf: wirtschaftliche
Interessen hinter Grenzregimen, die Normalisierung von Gewalt,
kriminalisierte Seenotrettung sowie die zunehmende autoritäre Dynamik
in Europa. Dabei geht es nicht nur um Kritik, sondern auch um
konkrete Perspektiven für eine andere Politik.

„ Wir wollen zeigen, dass es Wege jenseits von Abschottung gibt.
Legale und sichere Fluchtrouten, das Recht auf
Familienzusammenführung und solidarische Politik sind keine
utopischen Forderungen, sondern menschenrechtliche Notwendigkeiten“ ,
betont Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitz.

Expert:innen und Betroffene
Die fachlichen Inputs kommen von Journalist_innen, Expert_innen und
Wissenschaftler_innen wie Franziska Grillmeier, Judith Kohlenberger (
WU Uni Wien), Lukas Gahleitner-Gertz (Asylkoordination), Ruth Wodak.
Zu Wort kommen aber auch Betroffene, die selbst Pushbacks und die
Zustände an den Außengrenzen erlebt haben. Ibrahim Rasool, heute
Assistenztrainer der SK Austria Klagenfurt Frauen, wird über die 51
Pushbacks sprechen, die er alleine in Kroatien erlebt hat.

Mit „Haltung statt Festung“ rufen ÖH und SOS Balkanroute
Studierende und die breite Öffentlichkeit dazu auf, die europäische
Migrationspolitik nicht als gegeben hinzunehmen, sondern kritisch zu
hinterfragen. Die Hochschulen sollen dabei als Orte genutzt werden,
an denen Wissen, Haltung und politisches Engagement zusammenkommen.
Am 25.03. endet die Vortragsreihe mit einer Podiumsdiskussion an der
TU Wien.