Bundesheer reduziert Emissionen um 90 Prozent

Wien (OTS) – Durch die Umstellung auf 100 Prozent zertifizierten
Ökostrom konnte
das Bundesheer den CO₂-Ausstoß im Infrastrukturbetrieb von rund
22.550 auf etwa 1.440 Tonnen pro Jahr senken – das entspricht einem
Rückgang von über 90 Prozent. Die Infrastruktur des Bundesheeres wird
nun durch den Einsatz vollständig erneuerbar erzeugten Stroms aus
Österreich klimafreundlicher betrieben.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: „Der deutliche Rückgang der
CO₂-Emissionen zeigt, dass das Bundesheer beim Klimaschutz konkrete
Fortschritte erzielt. Durch den Einsatz von Ökostrom und den Ausbau
erneuerbarer Energiequellen machen wir unsere Infrastruktur Schritt
für Schritt nachhaltiger. Gleichzeitig stärken wir damit die
Versorgungssicherheit unserer Standorte und investieren in eine
zukunftsfähige Landesverteidigung.“

In den kommenden Jahren will das Bundesheer verstärkt nachhaltige
Fernwärme nutzen und eigene Energieanlagen auf Basis erneuerbarer
Quellen ausbauen: Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Biomasse aus
eigenen Beständen. So werden etwa das Munitionslager Stadl-Paura (
Oberösterreich) sowie der Truppenübungsplatz Seetaler Alpe (
Steiermark) mit Holz aus dem Heeresforst klimaneutral beheizt. Für
die Benedek Kaserne in Bruckneudorf ist der Bau eines Biomasse-
Heizwerks vorgesehen: Die Anlage soll mit Holz aus den Beständen des
Truppenübungsplatzes Bruckneudorf versorgt werden. Auch bei der
Stromversorgung werden entsprechende Lösungen eingesetzt: Am
Truppenübungsplatz Lizum/Walchen (Tirol) deckt ein eigenes
Wasserkraftwerk den gesamten Strombedarf der Liegenschaft. Zusätzlich
sind Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 1 MWp in
Betrieb, die mehr als 800.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen. Der
weitere Ausbau der Kollektorflächen in Kombination mit
Batteriespeichersystemen ist bereits in Umsetzung. Zudem wurden im
Juli 2025 an der Theresianischen Militärakademie in Wr. Neustadt neue
Unterkunfts- und Wirtschaftsgebäude errichtet. Ein zentraler
Schwerpunkt lag dabei auf nachhaltiger Energieversorgung: Auf dem
Dach des Unterkunftsgebäudes entstand eine Photovoltaikanlage mit
1.038 Quadratmetern Fläche. Zusätzlich wurde auf dem
Wirtschaftsgebäude eine weitere Anlage mit 1.284 Quadratmetern
installiert. Beide Anlagen tragen zur nachhaltigen Energieversorgung
des Standorts bei.

Die Versorgung der Standorte mit Raumwärme und Warmwasser erfolgt
über eigene Heizanlagen sowie über den Bezug von Fernwärme. Dabei
steigt der Anteil erneuerbarer Energieträger in den Anlagen des
Bundesheeres stetig, während Fernwärme in den vergangenen Jahren
zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Fernwärme ist kein eigener
Energieträger, sondern ein Versorgungssystem, dessen
Emissionsintensität vom jeweils eingesetzten Energieträgermix
abhängt. Im Vergleich zu einzelnen Heizsystemen, die ausschließlich
mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, gilt Fernwärme jedoch als
klimafreundlicher. Diese Entwicklungen zeigen, dass das Bundesheer
konsequent auf eine zunehmend klimafreundliche Infrastruktur setzt.