Wien (OTS) – Rund um das geplante Social-Media-Verbot für
Unter-14-Jährige wird
derzeit intensiv diskutiert, welche negativen Auswirkungen Social
Media auf die psychische Gesundheit junger Menschen haben kann.
Anlässlich des Weltgesundheitstages macht die Bundesjugendvertretung
(BJV) deshalb auf die weiterhin mangelhafte Versorgung von Kindern
und Jugendlichen mit psychischen Belastungen aufmerksam. „Jugendliche
berichten uns häufig von negativen Erfahrungen auf Social Media – vom
ständigen Vergleichsdruck und vom stundenlangen Doomscrolling –
ausgelöst durch den manipulativen Aufbau der Plattformen. Die Politik
darf Jugendliche mit diesen Herausforderungen nicht alleinlassen. Es
ist an der Zeit, statt Akutmaßnahmen auf langfristige Lösungen zu
setzen, die die psychische Gesundheit junger Menschen sowohl
präventiv als auch nachsorgend stärken“, betont BJV-Vorsitzender
Ahmed Naief.
Schulen können erste Anlaufstellen sein
Handlungsbedarf sieht die BJV im Schulbereich. Viele junge
Menschen suchen erst dann Hilfe, wenn die Situation bereits akut ist.
Deshalb ist es wichtig, Anlaufstellen zu schaffen, die
niederschwellig sind und von Jugendlichen ohne lange Wartezeiten
genutzt werden können. „Wir fordern mindestens eine
Schulsozialarbeitsstelle pro Schulstandort und eine*n Schulpsycholog*
in pro 1.000 Schüler*innen. Schulen sind oft die ersten Orte, an
denen psychische Belastungen sichtbar werden. Genau dort braucht es
ausreichend Fachpersonal“, so BJV-Vorsitzende Lejla Visnjic.
Österreichweiter Ausbau kassenfinanzierter Therapieplätze
notwendig
Außerdem drängt die BJV weiterhin auf flächendeckend ausreichende
Kapazitäten in der Psychotherapie sowie in der Kinder- und
Jugendpsychiatrie und auf eine vollständige Kostenübernahme dieser
Angebote durch alle Krankenkassen. Denn Projekte wie „Gesund aus der
Krise“ sind zwar wichtige Angebote, die psychische Gesundheit junger
Menschen darf in Zukunft jedoch nicht mehr von Projekt zu Projekt
gereicht werden. „Kinder und Jugendliche sind durch viele Krisen
stark belastet. Problematische Entwicklungen im Internet oder beim
Online-Konsum dürfen nicht einfach auf sie abgewälzt werden.
Plattformen müssen mehr Verantwortung übernehmen, und junge Menschen
brauchen schnelle, kostenlose Hilfe bei psychischen Belastungen“, so
die BJV-Vorsitzenden abschließend.

