Aus für rotes Windrad-Dauerblinken: Bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung wird erstmals in Niederösterreich umgesetzt

St. Pölten (OTS) – „Das rote Dauerblinken von Windrädern wird jetzt
beendet – dafür habe
ich mich eingesetzt und das wird jetzt umgesetzt! Unnötige
Lichtverschmutzung wird damit deutlich reduziert und den Menschen ein
Stück Nachtruhe zurückgegeben,“ gibt LH-Stellvertreter Stephan
Pernkopf bekannt. Im neuen EVN Windpark Gnadendorf–Stronsdorf wird
jetzt erstmals in Niederösterreich die bedarfsgerechte
Nachtkennzeichnung um- und damit das Dauerblinken ausgesetzt, der
neue Windpark wird gar nicht erst zu dauerblinken beginnen. „Damit
machen wir Niederösterreich nicht nur unabhängiger von
Energieimporten, sondern auch unabhängig vom roten Dauerblinken“, so
Pernkopf. Schon im Arbeitsübereinkommen haben ÖVP und FPÖ den
massiven Ausbau der Erneuerbaren Energie wie der Windkraft
vereinbart, bislang wurden gemeinsam auch bereits rund 180 neue
Windräder genehmigt. Pernkopf: „Und ich möchte, dass das für die
Menschen verträglich umgesetzt wird, dabei ist das Aus fürs
Dauerblinken wichtig!“

Bislang waren die roten Warnlichter nämlich auf jedem Windrad in
Österreich in den Nachtstunden dauerhaft im Einsatz. Als
Sicherheitsmaßnahme für den Flugverkehr machten sie Windparks auch
nachts aus großer Entfernung sichtbar. Mit diesem dauerhaften roten
Blinken ist nun Schluss. Der österreichische Gesetzgeber hat nach
Forderungen aus Niederösterreich eine gesetzliche Grundlage
geschaffen, die den Einsatz der sogenannten bedarfsgerechten
Nachtkennzeichnung ermöglicht. Dabei leuchten die Warnlichter nur
mehr dann auf, wenn sich tatsächlich ein Flugzeug oder Hubschrauber
nähert.

Der aus dem Weinviertel stammende Landtagspräsident Karl Wilfing
weiß, dass die Menschen, die in der Nähe der Windkraftanlagen leben,
die Dauerblinker als Einschränkung der Lebensqualität empfinden: „Ich
werde oft auf die Thematik angesprochen. Umso mehr freut es mich,
dass im Schulterschluss zwischen Landtag und LH-Stellvertreter
Stephan Pernkopf eine Lösung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger
gefunden wurde, die nun niederösterreichweit Schritt für Schritt
umgesetzt wird. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Reduktion
unnötiger und störender Lichtverschmutzung geleistet.“

Auch seitens der EVN wird dieser Schritt begrüßt: „Wir freuen uns
sehr, dass das lange Ringen um eine gute Lösung nun erfolgreich war.
Die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung ist ein wichtiger Baustein, um
die Akzeptanz der Bevölkerung für die Windkraft weiter zu stärken.
Und diese Akzeptanz ist auf unserem ambitionierten Weg in eine
erneuerbare Energiezukunft ein entscheidender Faktor. Gemeinsam mit
dem Land NÖ und Austro Control haben wir damit eine neue Ära in der
Windkraftnutzung eingeläutet“, ergänzt EVN Vorstandsdirektor Stefan
Stallinger.

Ermöglicht wird die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung durch eine
innovative technische Lösung von Austro Control. Durch die umfassende
Integration verschiedener Datenquellen und Technologien wird ein
Höchstmaß an Sicherheit, Effizienz und Flexibilität gewährleistet.
Auf Basis zur Verfügung stehender Informationen wie Radar- und
Flugplandaten stellt das System fest, ob sich Flugzeuge in der Nähe
von Windrädern befinden. Das System definiert dabei einen
Schutzbereich mit einem Abstand von mindestens acht Kilometern zum
Hindernis. Dieser Raum wird dazu durch eine Höhe von mindestens 600
Metern über dem höchsten Punkt des Hindernisses begrenzt. Befindet
sich ein Flugzeug in diesem Schutzbereich, wird die Beleuchtung
aktiviert, andernfalls bleibt die Anlage dunkel. Besonderes Augenmerk
wurde auf die Sicherheit von Rettungs- und Einsatzflügen gelegt, die
über die Möglichkeit einer Fernaktivierung verfügen und im
Bedarfsfall die Beleuchtung über die jeweilige Leitstelle jederzeit
selbst einschalten können.

„Nach intensiven Tests und der erfolgreichen technischen Abnahme
freut es mich, dass jetzt der erste Windpark in Niederösterreich mit
der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung in Betrieb geht. Für Austro
Control hat die Sicherheit der Luftfahrt oberste Priorität. Mit der
Entwicklung unseres innovativen Systems verbinden wir höchste
Sicherheitsstandards mit einer deutlichen Verringerung der
Lichtbelastung für die Bevölkerung“, sagt Austro Control
Geschäftsführer Philipp Piber.

Die EVN plant sukzessive alle bereits bestehenden Windparks auf
die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung umzustellen. Vor allem bei
älteren Windparks müssen dafür aber wesentliche Anpassungen
vorgenommen werden, um die Verbindung zur Austro Control herstellen
zu können. Die alten Windparks müssen also nach dem neuen Standard
bewilligt und teilweise umgebaut werden. Die komplette Umstellung
wird daher noch Zeit in Anspruch nehmen. Alle neu errichteten
Windräder werden gleich mit den neuen Systemen ausgestattet und sind
ab der Inbetriebnahme einsatzbereit.

Bis 2030 will die EVN ihre installierte Windkraftleistung von
aktuell 561 MW auf 770 MW ausbauen. Dafür sind Entwicklungen wie
diese wesentlich, da so die Akzeptanz in der Bevölkerung für
Windkraftanlagen gesteigert werden kann.

Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-
Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf, Telefon +43 2742 9005 – 12704,
Mobiltelefon +43 676 812 15283, E-Mail [email protected]