Österreicher:innen könnten ihre Kosten fürs Smartphone um 25 Prozent bis 76 Prozent reduzieren

Wien (OTS) – Dass Refurbishment – also die professionelle
Wiederaufbereitung von
Elektronikartikeln – gut für unseren ökologischen Fußabdruck ist, ist
einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Doch welchen Einfluss haben
Anschaffung, Nutzungsverhalten und Entsorgung unserer Smartphones auf
unser eigenes Budget? Und wo kann der/die
Durchschnittsösterreicher:in am leichtesten sparen? Diese und weitere
Fragen beantwortet die neueste Untersuchung von Fraunhofer Austria im
Auftrag von refurbed, bei der ein Produkt in der Kreislaufwirtschaft
mit dem österreichischen Durchschnittsverhalten und einem Produkt in
der Linearwirtschaft verglichen wurde.

Untersucht wurden von Fraunhofer Austria die Auswirkungen von
Anschaffung, Nutzungsart und Entsorgung auf die Kostenbelastung
jeder:s Einzelnen und auf den ökologischen Impact für unsere Umwelt.
Das Ergebnis: Die Art, wie wir unsere Produkte nutzen, hat insgesamt
den größten Einfluss auf die (direkt und indirekt) entstehenden
Kosten und Emissionen. Ein im Kreislauf geführtes Produkt verursacht
für den/die Besitzer:in nur ein Viertel der Kosten eines linear
behandelten Produktes. Der/die Durchschnittsnutzer:in kann rund 25
Prozent der Handy-Kosten allein durch Verhaltensänderung reduzieren.
Damit halten Konsument:innen vor allem durch die Nutzungsdauer und
das Trade-In einen größeren Preishebel in der Hand als bisher
angenommen. Als Basis für die Berechnung aller drei Szenarien diente
ein durchschnittliches Smartphone mit einem Neupreis von EUR 575,-.
Hier die Ergebnisse der drei Vergleichsszenarien im Überblick:

Zwtl.: Szenario A: Das Smartphone in der Kreislaufwirtschaft (
Kostenfaktor & ökologischer Impact)

Ein im Kreislauf geführtes Standard-Produkt wird einmal neu
produziert und gekauft, rund drei Jahre genutzt, danach im Zuge eines
Trade-In-Programmes refurbished, wechselt den/die Besitzer:in und
wird nach weiteren drei Jahren dem fachgerechten Recycling zugeführt.
Im Berechnungszeitraum von sechs Jahren verantworten diese Geräte:

Gesamtkosten von EUR 959,- (= Anschaffungskosten EUR 876,- plus
Umweltkosten durch CO2-Ausstoß EUR 83,-). Das entspricht einer
jährlichen Kostenbelastung von ca. EUR 160,-

Einen CO2-Ausstoß von 83 kg (inkl. Energiebedarf für Laden und
Nutzung)

Einen Verbrauch von 38 g kritischer Rohstoffe (CRM), wie Kobalt,
Kupfer, Magnesium, Palladium, etc.

Im Vergleich dazu wurden in Szenario B Kosten und Impact der
österreichischen Durchschnittsnutzung berechnet:

Zwtl.: Szenario B: Das durchschnittliche Produkt eines:r
Österreicher:in (Kostenfaktor & Impact)

Der in Europa gängige Werdegang eines Smartphones sieht so aus:
Das Produkt wird produziert, drei Jahre genutzt, danach in einer
Schublade liegengelassen, wo es kritische Ressourcen bindet, und
irgendwann landet es im Restmüll. Für den Berechnungszeitraum von
sechs Jahren verursacht dieser Umgang:

Gesamtkosten von EUR 1.294,- (= Anschaffungskosten EUR 1.150,-
plus Umweltkosten durch CO2-Ausstoß EUR 144,-), also eine jährliche
Kostenbelastung von ca. EUR 215,-

Einem CO2-Ausstoß von 161 kg

Einen Verbrauch von 115 g kritischer Rohstoffe

Erkenntnis: Im Vergleich zum Kreislaufwirtschafts-Smartphone
erzeugt das Durchschnittsprodukt knapp 35 Prozent höhere Kosten für
den/die Nutzer:in, doppelt so viel CO2 und verbraucht beinahe dreimal
so viel kritische Rohstoffe, die unter prekären Verhältnissen
abgebaut und teuer importiert werden müssen. Als dritter
Vergleichswert wurde ein Smartphone der Linearwirtschaft berechnet:

Zwtl.: Szenario C: Das Produkt der linearen Konsumgesellschaft (
Kostenfaktor & Impact)

Berechnet wurde hier folgendes Modell: Das Produkt wird
produziert und jedes Jahr durch ein neues Modell ersetzt. Nicht mehr
benötigt, wandert es in die Schublade, bevor es irgendwann im
illegalen Recycling im Globalen Süden landet.

Ein solcher Umgang verursacht im Berechnungszeitraum:

Gesamtkosten von EUR 3.834,- (= Anschaffungskosten EUR 3.450,-
plus Umweltkosten durch CO2-Ausstoß EUR 384,-). Das entspricht einer
jährlichen Kostenbelastung von EUR 639,- und verursacht 4x so hohe
Kosten, wie ein zirkuläres Produkt (A) bzw. 3x so hohe Kosten wie das
Durchschnittsprodukt (B).

Einen CO2-Ausstoß von 684 kg – also 8x so viel CO2 wie bei einem
zirkulär geführten Produkt

Es verbraucht 346 g kritische Rohstoffe – das ist das 9-fache (!)
von einem im Kreislauf geführten Produkt

Zwtl.: Ergebnis auf Produktebene statt auf Verbraucherebene

„Es war uns wichtig, die Ergebnisse auf Produktebene zu berechnen
und nicht für einzelne Personengruppen, um ein unnötiges
Konsument:innen-Bashing zu verhindern“, so Studienautor Paul Rudorf
von Fraunhofer Austria. „Durch die produktbezogene Untersuchung wird
ersichtlich, dass grundsätzlich JEDES Produkt erst einmal produziert
werden muss und damit Kosten und Impact verbunden sind. Was
allerdings nach der Produktion mit diesem Gerät passiert, macht den
entscheidenden Unterschied. Unsere Zahlen zeigen, dass die Art und
Dauer der Nutzung, sowie die Entsorgung des Produktes einen
signifikant höheren Einfluss auf die Kostenbelastung der
Konsument:innen und auf unsere Umwelt haben. Dennoch sei hier zu
betonen, dass bei der Betrachtung der Entsorgung derzeit
ausschließlich direkte Umweltkosten eingepreist werden konnten. Die
Umweltfolgekosten, die für uns alle zum Beispiel durch illegale
Entsorgung in Drittstaaten entstehen, sind hier nicht eingerechnet,
da sich anhand der derzeitigen Datenlage diese Komplexität (noch)
nicht seriös beziffern lässt“, so Rudorf über die Ergebnisse und die
wissenschaftlichen Grenzen.

Zwtl.: Bedeutung für Konsument:innen und Europas Wirtschaft

„In einer Zeit, in der wir alle deutlich die negativen Folgen
unserer wirtschaftlichen Ressourcen-Abhängigkeit erleben und aktuelle
Studien zur österreichischen Kreislaufwirtschaft* verdeutlichen, wie
ressourcen-arm unser Kontinent ist, wird es für uns sowohl zum
wirtschaftlichen als auch zum persönlichen Kostenfaktor, zirkulär zu
agieren“ , so Auftraggeber Peter Windischhofer über die Ergebnisse.
„Die vorliegenden Daten machen klar, wie viel Einsparpotenzial jeder
durch sein Smartphone in der Hand hat: Allein durch unseren Umgang
mit dem Smartphone, wie Rückverkauf, Nutzungsdauer oder Entsorgung
können pro Produkt in sechs Jahren mindestens EUR 274,- und bis zu
EUR 2.574,- gespart werden. Und das sind nur die Werte eines
Durchschnittsgerätes – für iPhones wäre dieser Wert bedeutend höher“,
so der Co-Founder von refurbed.

Zwtl.: Bedeutung für europäische Unternehmen

„Gerade Unternehmen sind mit ihrer linearen Beschaffungspolitik
in der Praxis dem Szenario C meist sehr nahe“, so Windischhofer. „
Durch die vorliegenden Daten von Fraunhofer Austria kann objektiv
deutlich werden, welches Einsparpotenzial Unternehmen haben, die bei
der Beschaffung von Firmenhandys und Laptops auf zirkuläre(re)
Beschaffung wechseln. In Zeiten, in denen die wirtschaftliche
Anspannung allerorts zu spüren ist, haben solche Daten eine besonders
hohe Relevanz für den (Unternehmens-)Alltag. Kreislaufwirtschaft hat
dabei immer drei positive Kostenaspekte: Die Einsparung durch
niedrigere Anschaffungskosten, der Return of Investment durch Trade-
in-Programme und die Reduktion der indirekten Kosten (Umweltkosten)
durch die Wiederverwendung von kritischen Rohstoffen und Ressourcen.

*Aktuelle Studie des Bundesministeriums über Status Quo der
Kreislaufwirtschaft in Österreich https://www.pwc.at/de/aktuelle-
themen/esg/PwC_Kreislaufwirtschaft-2-0.pdf

Zwtl.: Über refurbed

refurbed ist der führende Online-Marktplatz für generalüberholte
Produkte in Europa und bietet ein 360-Grad-Angebot für alle Bereiche
des Wohnens, Arbeitens und der Freizeit. Aktuell führt der Marktplatz
rund 55.000 professionell rundum erneuerte Produkte mit mindestens
zwölf Monaten Garantie – von Smartphones, Laptops und Tablets über
Haushalts-, Sport- und Freizeitgeräte bis hin zu professionell
generalüberholten Produkten für Mobilität und Familie. Ziel des 2017
von Peter Windischhofer, Kilian Kaminski und Jürgen Riedl in Wien
gegründeten Unternehmens ist es, den Konsum in ganz Europa dauerhaft
zu verändern. Das Geschäftsmodell zahlt mit der Verlängerung der
Nutzungsdauer durch Refurbishment direkt auf die Nachhaltigkeit beim
Alltagskonsum ein und trägt dazu bei, den globalen E-Waste-Strom zu
verringern. refurbed engagiert sich zudem aktiv in diversen Projekten
zur Eindämmung von Elektroschrott. Aktuell ist refurbed in 24
europäischen Ländern aktiv, dazu gehören u.a. Deutschland,
Österreich, Schweden, Italien, Irland, Niederlande und Dänemark,
Belgien, Finnland, Portugal und Tschechien. Das Unternehmen
beschäftigt in allen Ländern rund 250 Mitarbeitende. Weitere
Informationen: www.refurbed.at