Wien (OTS) – Die „Initiative Kapitalmarkt Österreich“ und die
Österreichische
Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (ÖVFA) begrüßen
den jüngsten Ministerratsbeschluss zur Reform der betrieblichen
Altersvorsorge ausdrücklich. Kernstück ist der
Generalpensionskassenvertrag, der den Zugang zur betrieblichen
Zusatzpension deutlich ausweitet und künftig die Umwandlung von
Ansprüchen aus der Mitarbeitervorsorgekasse in eine lebenslange
Pensionskassen-Rente erleichtert. Paul Severin, Mitinitiator der
„Initiative Kapitalmarkt Österreich“, sagt: „Dieser
Ministerratsbeschluss ist ein echter Gamechanger im Kampf gegen
Altersarmut. Er ist ein wichtiger erster Schritt. Um die Pensionen
dauerhaft abzusichern, braucht es aber schnell weitere Reformen.“
Zwtl.: Hebel von 54 Milliarden Euro nutzen
Mit Stand Ende 2025 verwalten die österreichischen Pensions- und
Mitarbeitervorsorgekassen ein kumuliertes Vermögen von rund 54
Milliarden Euro. Knapp 23,6 Milliarden Euro davon liegen aktuell in
der Abfertigung Neu.
Fritz Mostböck, Präsident der ÖVFA, betont die wirtschaftliche
Tragweite und appelliert an eine gezielte Umsetzung: „Wenn das neue
Pensionskassen-Modell tatsächlich für alle Arbeitnehmer und
Arbeitnehmerinnen so Anwendung findet, hat das für ein Arbeitsleben
eine wirkliche Relevanz und man lässt Geld im Vergleich zur
staatlichen Pension arbeiten. Das sichert langfristig zusätzliche
Pensionen ab und hat auch eine wirtschaftliche Komponente. Sie kann
gezielt den heimischen Kapitalmarkt stärken und dringend benötigtes
Investitionskapital für den Standort Österreich mobilisieren sowie
Arbeitsplätze absichern.“
Zwtl.: Auch Reformen der 3. Säule erforderlich
Die Initiative Kapitalmarkt Österreich und die ÖVFA sehen
angesichts der Budgetentwicklung klaren weiteren Handlungsbedarf.
Bereits heute zählen die Pensionsausgaben zu den größten
Ausgabenposten des Bundes: Für 2025 sind rund 33 Milliarden Euro an
Bundeszuschüssen budgetiert – Tendenz steigend. Severin: „Jetzt
braucht es rasch attraktive Rahmenbedingungen für die private
Eigenvorsorge. Steuerliche Anreize sind zwar kurzfristig ein
Budgetthema, aber ein zentraler Hebel, um die steigenden Belastungen
im staatlichen Pensionssystem langfristig abzufedern – etwa durch ein
steuerfreies Vorsorgedepot und klare Anreize für bestehende
Vorsorgeprodukte.“
Zwtl.: Branchendialog in Vorbereitung
Um den Gesetzwerdungsprozess bis zum geplanten Inkrafttreten 2027
fachlich zu begleiten, kündigen ÖVFA und die Initiative Kapitalmarkt
Österreich eine gemeinsame Fachveranstaltung an. Ziel ist es,
Umsetzungsdetails sowie weitere notwendige Schritte für den
Kapitalmarkt breit zu diskutieren.
Über die Initiative / ÖVFA
Die „Initiative Kapitalmarkt Österreich“ arbeitet unter der
Federführung der ÖVFA und wird von verschiedenen Verbänden
unterstützt, darunter Aktienforum, CFA Society Austria, CIRA, VÖIG,
Zertifikate Forum, WKÖ-Pensionskassen und Wiener Börse.
Die ÖVFA ist seit 1972 als Berufsvereinigung für Finanzanalysten
und Asset Manager in Österreich aktiv und setzt sich für die
Entwicklung von Standards im Kapitalmarktbereich ein. Sie ist Teil
der EFFAS (European Federation of Financial Analysts Societies) mit
Sitz in Frankfurt. Der gemeinsam mit VÖIG angebotene Lehrgang ist die
einzige von der internationalen Analystenvereinigung ACIIA
akkreditierte Ausbildung in Österreich. Die Vorstände der ÖVFA
arbeiten ehrenamtlich. Seit über 20 Jahren vergibt die ÖVFA den
Wiener Börse Preis.

