Wien (OTS) – Die vorliegende Beantwortung von SPÖ-Vizekanzler und
Kulturminister
Babler zur parlamentarischen Anfrage betreffend die Digitalisierung
der Bundesmuseen Card offenbare ein erschreckendes Bild über den
Zustand der Digitalisierung im Kulturbereich, so heute FPÖ-
Kultursprecher NAbg. Wendelin Mölzer. Während die Bundesregierung in
Sonntagsreden ständig von Innovation und moderner Verwaltung spreche,
scheitere man in der Praxis bereits an einfachsten digitalen
Standards.
Konkret ging es in der parlamentarischen Anfrage darum, warum
Besitzer einer physischen Bundesmuseen Card diese nicht gleichzeitig
auch digital nutzen können. Die Antwort des Ressorts sei bezeichnend:
Aufgrund historisch gewachsener Systeme und unterschiedlicher
Kassensysteme der Bundesmuseen sei dies derzeit technisch nicht
möglich. Nutzer müssten sich laut Ministerium zwischen einer
physischen oder einer digitalen Karte entscheiden. Für Mölzer ist
diese Erklärung vollkommen unzureichend: „Gerade im Jahr 2026
erwarten sich Bürger zu Recht, dass eine Jahreskarte nicht nur als
Plastikkarte funktioniert, sondern selbstverständlich auch digital am
Smartphone verfügbar ist – insbesondere dann, wenn gleichzeitig von
‚Fast-Lane-Zutritt‘ und moderner Besucherlenkung gesprochen wird.“
„Wer heute Flugtickets, Bankkarten oder Konzertkarten problemlos
analog und digital nutzen kann, muss das auch bei einer Bundesmuseen
Card erwarten dürfen. Dass das im Jahr 2026 noch immer nicht möglich
ist, zeigt das völlige Versagen dieser Bundesregierung im Bereich
Digitalisierung“, erklärte der freiheitliche Kultursprecher.
Besonders bemerkenswert sei, dass das Ministerium selbst einräumt,
dass derzeit lediglich „Fotos der physischen Karte“ am Handy
vorgezeigt werden können oder einzelne Lösungen über Apps bestehen.
Ein durchgängiges, modernes und kundenfreundliches System existiert
hingegen nicht. Gleichzeitig gebe es laut Anfragebeantwortung keinen
verbindlichen Zeitplan für Verbesserungen.
„Es ist bezeichnend für diese Bundesregierung, dass
Digitalisierung immer nur dort funktioniert, wo Pressekonferenzen
stattfinden – aber nicht dort, wo Bürger tatsächlich einfache und
zeitgemäße Lösungen erwarten“, kritisierte Mölzer weiter. Den Versuch
des Ressorts, die Verantwortung auf die Bundesmuseen und die
Österreichische Nationalbibliothek abzuschieben, stieß ebenso auf
Kritik des FPÖ-Kultursprechers. Obwohl die Bundesmuseen Card ein
österreichweites Prestigeprojekt im Kulturbereich darstelle, erklärt
das Ministerium, die Weiterentwicklung liege „grundsätzlich“ nicht
beim Ressort selbst. „Wenn etwas nicht funktioniert, fühlt sich
plötzlich niemand zuständig. Genau diese Verantwortungslosigkeit sind
die Menschen in Österreich mittlerweile leid“, so Mölzer.
Der FPÖ-Kultursprecher forderte daher eine rasche Einführung
eines hybriden Systems, bei dem jede physische Bundesmuseen Card
automatisch auch digital verfügbar ist. Darüber hinaus brauche es
klare Zuständigkeiten, transparente Kommunikation gegenüber den
Nutzern und einen konkreten Zeitplan für die Modernisierung des
Systems. „Die Bürger haben ein Recht auf moderne, einfache und
funktionierende Lösungen statt bürokratischer Ausreden und
technischer Ausflüchte. Die Bundesregierung darf bei der
Digitalisierung des Kulturbereichs nicht weiter im vergangenen
Jahrzehnt stehen bleiben“, so Mölzer abschließend.


