Wien/Linz (OTS) – Fehlende Standards bei Herkunfts- und
Verarbeitungsdaten erschweren
derzeit eine nachvollziehbare Lebensmittelkennzeichnung in
Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Beim 2.
Stakeholder-Forum „Diversifizierung in der Landwirtschaft“ am 28. Mai
in der Landwirtschaftskammer Oberösterreich in Linz tauschten sich
Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie,
Gemeinschaftsverpflegung, öffentlicher Beschaffung und weiteren
Fachbereichen über gemeinsame Ansätze für eine einheitliche,
praxistaugliche und nachvollziehbare Herkunftskennzeichnung entlang
der Lebensmittelkette aus.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der gemeinsame Dialog
darüber, wie Herkunft künftig durchgängig, digital unterstützt und
für Konsument:innen verständlich abgebildet werden kann – vom
landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Teller.
Die Herkunftskennzeichnung ist ein wesentliches Instrument für
mehr Transparenz entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette. Sie
schafft nachvollziehbare Informationen für Konsument:innen und stärkt
gleichzeitig die Sichtbarkeit der heimischen Qualitätsproduktion.
„Dafür braucht es Lösungen, die rechtlich abgesichert sind und
gleichzeitig im Alltag der Betriebe funktionieren“, betonte Kerstin
Thür , die stellvertretende Leiterin der Abteilung Lebensmittel- und
Ernährungssysteme im BMLUK .
Einheitliche Daten als Grundlage für Transparenz
In den Fachimpulsen wurde deutlich, dass nachvollziehbare
Herkunftskennzeichnung nur auf Basis gemeinsamer Datenstandards
möglich ist. Michael Haas , Geschäftsführer der necta Österreich GmbH
, stellte mit „NATIV-1“ einen offenen EDV-Standard vor, der Herkunfts
– und Verarbeitungsdaten entlang der Lieferkette einheitlich
erfassbar machen soll.
Wie diese Informationen zwischen Produzenten, Verarbeitung und
Abnehmern weitergeführt werden können, zeigte Christian Nezmah ,
Geschäftsführer des Bäuerlichen Versorgungsnetzwerks Steiermark .
Waldemar Pöchhacker , Geschäftsführer der ja zu nah GmbH , erläuterte
anhand des Konzepts „Fairdy“, wie Herkunftsinformationen für Gäste
und Konsument:innen verständlich und sichtbar gemacht werden können
und vor allem, was die Betriebe davon haben.
Katharina Tidl , Leitung „ GUT ZU WISSEN “ unterstrich die
Bedeutung klarer und vergleichbarer Kennzeichnungssysteme:
„Transparenz entsteht nur dann, wenn Herkunftsinformationen
nachvollziehbar, einheitlich und überprüfbar dargestellt werden.“
Breiter Konsens über zentrale Herausforderungen
Die Teilnehmer:innen des 2. Stakeholder-Forums ‚Diversifizierung in
der Landwirtschaft‘ sind sich einig: Transparente und
nachvollziehbare Herkunftsinformationen entlang der gesamten
Lebensmittelkette sind eine zentrale Voraussetzung für Vertrauen,
regionale Wertschöpfung und bewusste Konsumentscheidungen. Dafür
braucht es gemeinsame, praxistaugliche und digital unterstützte
Standards, die von Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie,
Gemeinschaftsverpflegung und öffentlicher Beschaffung gemeinsam
getragen werden. Einheitliche Datenstrukturen und verständliche
Kennzeichnungssysteme sollen künftig dazu beitragen, Herkunft für
Betriebe ebenso wie für Konsument:innen transparent und überprüfbar
sichtbar zu machen.
„Regionalität braucht nachvollziehbare Herkunft. Transparenz kann
nur funktionieren, wenn alle Beteiligten entlang der
Wertschöpfungskette mit gemeinsamen Standards arbeiten“, sagte Markus
Hillebrand , Obmann des Netzwerks Kulinarik , in seinen
abschließenden Worten.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Daniela Morgenbesser ,
Leiterin der Agrarkommunikation in der Landwirtschaftskammer
Niederösterreich sowie Obfrau von Fem Agrar Austria .
Zu „Bildungsinitiative Diversifizierung“
An der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik wird in
Zusammenarbeit mit verschiedenen inner- und außeragrarischen
Partnerinnen und Partnern eine Bildungsinitiative zur
Diversifizierung in der österreichischen Landwirtschaft entwickelt
und umgesetzt. Im Zentrum stehen Innovation und Unternehmertum
entlang der Wertschöpfungskette auf multifunktionalen
landwirtschaftlichen Betrieben. Ziel ist es, die kleinstrukturierte
österreichische Landwirtschaft zu stärken, indem neue wirtschaftliche
Perspektiven aufgezeigt und die unternehmerischen Kompetenzen der
Betriebe weiterentwickelt werden. Die Initiative leistet damit einen
Beitrag zur nachhaltigen Sicherung und Weiterentwicklung von
Familienbetrieben in Österreich.
Projektpartner
Die Landwirtschaftskammern , die Arbeitsgemeinschaft
Österreichische Bäuerinnen und die Ländliche Fortbildungsinstitute
unterstützen die Bildungsinitiative mit ihrer Expertise, ihren
Netzwerken und tragen aktiv dazu bei, neue Wege in der
Diversifizierung aufzuzeigen. Zudem unterstützen zahlreiche
landwirtschaftsnahe Organisationen und Projekte die Initiative und
werden Teil des zukünftigen Stakeholder-Forums-Diversifizierung sein.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at


