Wien (OTS) – Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) setzt im
Hanusch-
Krankenhaus Wien erstmals einen autonomen Lieferroboter ein. „Rolli“
transportiert im Pilotbetrieb Blutproben selbstständig zwischen der
Zentralen Notaufnahme (ZNA) und dem Labor. Dabei bewegt er sich
eigenständig durch das Gebäude, navigiert sicher durch die Gänge,
ruft selbstständig den Aufzug und absolviert seine definierte Route
zwischen ZNA und Labor ohne menschliche Unterstützung.
Nach erfolgreicher Zustellung meldet sich Rolli im Labor
automatisch per Telefonanruf an. Hindernisse erkennt das System
frühzeitig, Personen weicht es sicher aus. Der Pilotbetrieb läuft
zunächst im Nachtbetrieb zwischen 19:00 und 07:00 Uhr.
Mit dem Transportroboter „Rolli“ erweitert das Hanusch-
Krankenhaus sein Angebot an autonomen Systemen. Elf weitere Roboter
sind in den Gesundheitseinrichtungen der ÖGK bereits im Einsatz: der
Operationsroboter „Da Vinci“, der besonders schonende chirurgische
Eingriffe im Hanusch-Krankenhaus unterstützt, sowie zehn
Servierroboter in den ÖGK-Kur- und -Rehaeinrichtungen Goldegg,
Peterhof, Hanuschhof, Tisserand und Linzerheim. Nun kommt erstmals
ein autonomer Transportroboter zum Einsatz. Unter dem Namen „Rolli“
übernimmt er Aufgaben in der Kliniklogistik.
Erfahrungen aus anderen Krankenhäusern zeigen, dass autonome
Transportroboter das Personal spürbar entlasten können und den
Arbeitsalltag erleichtern. Sie übernehmen viele Wege innerhalb der
Klinik und sparen dadurch täglich bis zu 7,9 Kilometer Laufstrecke
ein. So müssen Pflegekräfte weniger Zeit für Transportaufgaben
aufwenden und können sich stärker auf die Betreuung und Versorgung
der Patientinnen und Patienten konzentrieren.
„Wer die Gesundheitsversorgung von morgen gestalten will, braucht
den Mut, Innovationen rasch in die Praxis zu bringen. Mit dem
Transportroboter ‚Rolli‘ im Hanusch-Krankenhaus setzen wir genau das
um und zeigen, wie die Gesundheitsversorgung der Zukunft schon heute
Gestalt annimmt“, zeigt sich ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer
erfreut.
Auch aus Sicht des Hanusch-Krankenhauses markiert das Projekt
einen wichtigen Entwicklungsschritt: „Mit Rolli setzen wir einen
wichtigen Schritt in Richtung moderner Krankenhauslogistik. Besonders
beeindruckend ist, wie selbstständig das System bereits arbeitet –
vom Navigieren durch das Haus bis hin zur Nutzung der Aufzüge“,
betont Gabriele Rametsteiner-Ritzinger, MSc, Pflegedirektorin im
Hanusch-Krankenhaus.
Der Einsatz von Rolli ist dabei kein isoliertes Pilotprojekt,
sondern ein konkreter Baustein des Digitalisierungsprogramms ÖGK
2030. Autonome Logistiksysteme machen sichtbar, wohin die Reise in
der Gesundheitsversorgung geht: hin zu einer Versorgung, die smarter,
verlässlicher und zukunftsfähiger wird.
Nach Abschluss des Pilotbetriebs werden die gewonnenen
Erfahrungen evaluiert und über mögliche weitere Einsatzbereiche
entschieden.


