Intelligente Fahrerassistenzsysteme: Mehr Sicherheit und Effizienz für den Straßenbahnverkehr

Wien (OTS) – Straßenbahnen spielen eine Schlüsselrolle in der
nachhaltigen urbanen
Mobilität. Gleichzeitig sind sie aufgrund ihres spezifischen
Fahrverhaltens – lange Bremswege, fehlende Möglichkeit zum Ausweichen
– in komplexen Verkehrssituationen besonders herausgefordert. Trotz
der hohen Erfahrung der Fahrer:innen kommt es immer wieder zu
Unfällen. Vor diesem Hintergrund entstand die Notwendigkeit,
Fahrerassistenzsysteme speziell für den Straßenbahnbetrieb zu
entwickeln.

Auf Grundlage der 3D-Echtzeit-Stereo-Vision-Technologie des AIT
wurde in Zusammenarbeit mit Bombardier (heute Alstom) und Mission
Embedded „ODAS“, das weltweit erste Fahrerassistenzsystem zur
Kollisionsvermeidung für Straßenbahnen entwickelt und in Frankfurt
erstmals in einer gesamten Fahrzeugflotte in den Serienbetrieb
gebracht. Das System erkennt Hindernisse, bewertet das
Kollisionsrisiko in Echtzeit und warnt die Fahrer:innen vor
potenziellen Gefahren. In einer späteren Weiterentwicklung entstand
„COMPAS“, das neben der Hinderniserkennung auch eine
Geschwindigkeitskontrolle (Overspeed Prevention) als zusätzliche
Assistenzfunktion integriert.

Zwtl.: Straßenbahn erkennt Hindernisse und warnt Fahrer

Die Technologie wird mittlerweile in zahlreichen Städten weltweit
eingesetzt, darunter Frankfurt, Zürich, Blackpool, Duisburg, Dresden,
Melbourne, Brüssel und Essen. Viele neue Straßenbahnfahrzeuge von
Alstom sind mit dem System ausgestattet, wodurch sich das
Assistenzsystem zunehmend als Standardtechnologie etabliert. Die
große Nachfrage der Betreiber nach solchen Systemen ist ein Beleg für
den positiven Einfluss auf die Reduktion von Kollisionen und
Sachschäden. Neben dem sicherheitstechnischen Nutzen hat die
Technologie auch wirtschaftliche Auswirkungen. Die vom
Fahrzeughersteller finanzierten Entwicklungen ermöglichten eine
langfristige Wertschöpfung – durch Standortsicherung und Schaffung
von Arbeitsplätzen in Wien, insbesondere bei Alstom und Mission
Embedded.

Die Entwicklungen werden kontinuierlich weitergeführt. So kann
mit den COMPAS-Straßenbahnen bereits heute eine präzise Kartierung
des Streckennetzes durchgeführt werden, auf dem wiederum ein
hochverfügbares System zur Fahrzeug-Selbstlokalisierung aufbaut. Am
AIT werden KI-Systeme entwickelt, die den Fahrzeugen erstmals ein
Szenenverständnis ermöglichen und damit eine Grundlage für die
intelligente Straßenbahn der Zukunft schaffen. Im Forschungsrahmen
konnte gezeigt werden, dass mit den Sensoren des Assistenzsystems in
Kombination mit dem Lokalisierungssystem und dem KI-Szenenverständnis
ein effektives automatisiertes Monitoring der
Schienenfahrzeuginfrastruktur möglich ist.

Zwtl.: AIT ist Brücke zwischen Wissenschaft und Innovation

Die Fähigkeit, neue Erkenntnisse rasch in marktfähige
Technologien und anwendbare Lösungen zu überführen, wird zunehmend zu
einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Europa. An dieser
Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Technologie und Anwendung kommt
der angewandten Forschung am AIT Austrian Institute of Technology
eine zentrale Rolle zu. Österreichs größte Research and Technology
Organisation orientiert sich bei seiner Forschung eng an den
Bedürfnissen der Industrie und an aktuellen gesellschaftlichen
Herausforderungen. Forschung des AIT wirkt und schafft Lösungen – für
Unternehmen, die Gesellschaft und letztlich für uns alle.

Zwtl.: AIT Impact Report

Der AIT Impact Report 2026 zeigt anhand von rund 30 Beispielen,
wie das AIT gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft,
Wissenschaft und öffentlicher Hand Forschung in konkrete Lösungen
übersetzt. Die vorgestellten Projekte reichen von der Digitalisierung
industrieller Prozesse über resiliente Infrastruktur und nachhaltige
Energie- und Industriesysteme bis hin zu Gesundheit, Mobilität,
Sicherheit und Kreislaufwirtschaft.

Der AIT Impact Report 2026 steht online zur Verfügung:
www.ait.ac.at/impact-report

Über das AIT

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