Wien (OTS) – Beim zweiten Runden Tisch zu Batteriebränden kamen auf
Einladung von
Bundesminister Norbert Totschnig Vertreter aus Abfallwirtschaft,
Industrie und Handel zusammen. Im Mittelpunkt standen die zunehmenden
Gefahren durch falsch entsorgte Lithiumbatterien sowie die
Entwicklung möglicher Maßnahmen, darunter auch eines Anreizsystems,
um den Rücklauf von Batterien zu erhöhen. „Dass Bundesminister
Totschnig das Thema zur Chefsache macht und noch im Juli eine Task
Force zur Entwicklung eines Anreizmodells einrichtet, ist ein
wichtiges Signal. Jetzt gilt es, rasch konkrete Lösungen zu
erarbeiten und umzusetzen“, betont Thomas Kasper, Obmann des
Fachverbands für Entsorgungs- und Ressourcenmanagement.
Batteriebrände werden zum Sicherheits- und Wirtschaftsrisiko
Falsch entsorgte Lithiumbatterien verursachen jährlich Schäden in
Millionenhöhe. Allein im vergangenen Jahr wurden österreichweit 36
größere Brände in Entsorgungsbetrieben registriert. Neben enormen
wirtschaftlichen Schäden gefährden sie zunehmend Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, Einsatzkräfte und kritische Infrastruktur. Auch dazu
sollen mit dem Ministerium im Herbst neue Maßnahmen besprochen
werden. Gleichzeitig wird es für viele Betriebe immer schwieriger,
geeigneten Versicherungsschutz zu erhalten. Auch dazu sollen im
Herbst neue Maßnahmen besprochen werden.
Maßnahmen dringend notwendig
Der Fachverband setzt sich seit Jahren für Maßnahmen ein, die den
Rücklauf von Altbatterien erhöhen. Gezielte Anreize können Konsument*
innen dazu motivieren, Batterien vermehrt an den vorgesehenen
Sammelstellen abzugeben. Eine Studie des Industriewissenschaftlichen
Instituts (IWI), die von der privaten und öffentlichen
Abfallwirtschaft gemeinsam in Auftrag gegeben wurde, bestätigt dies.
Innerhalb von fünf Jahren könnten Schäden von bis zu 480 Millionen
Euro vermieden werden.
Sammelquote muss deutlich steigen
Der Handlungsbedarf ist groß: Bereits 46,5 Prozent aller neu in
Verkehr gebrachten Gerätebatterien sind Lithiumbatterien, ihre
Sammelquote liegt jedoch bei nur 13 Prozent. Gleichzeitig schreibt
die EU künftig eine Sammelquote aller Gerätebatterien von 73 Prozent
vor. „Information und Bewusstseinsbildung bleiben wichtig, reichen
aber alleine nicht aus. Wir brauchen zusätzliche Anreize, damit mehr
Lithiumbatterien den Weg in die richtige Sammlung finden. Das schützt
Menschen, Betriebe und wertvolle Rohstoffe bleiben erhalten“, so
Kasper weiter.
Der Fachverband unterstützt bereits heute die
Informationskampagne „Her mit Leer“, betreibt mit der Website lithium
-info.at eine eigene Info-Plattform und wird sich aktiv in die
angekündigte Initiative einbringen. „Wir bringen unsere Expertise
gerne in die Task Force des Bundesministers ein und wollen gemeinsam
rasch wirksame Lösungen auf den Weg bringen“, betont Kasper. (
PWK355/JHR)
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der
Wirtschaftskammer Fachverband Entsorgungs- und Ressourcenmanagement
unter www.wir-entsorger.at .


