Augenlaser

Gedenktafel: Wiener Wasser erinnert an den Widerstandskämpfer Lothar Dirmhirn

Wien (OTS) – Am 14. September 2026, dem 131. Geburtstag von Lothar
Dirmhirn, wurde
am Amtshaus in der Grabnergasse 6 eine Gedenktafel zu seinem Andenken
enthüllt. Mit der Erinnerung an den ehemaligen Stadtinspektor der
Städtischen Wasserwerke würdigt die Stadt Wien einen Mitarbeiter, der
sich trotz großer persönlicher Gefahr dem Nationalsozialismus
widersetzte und dafür mit seinem Leben bezahlte.

Lothar Dirmhirn, geboren am 14. September 1895 in Wien, war
Stadtinspektor bei den Städtischen Wasserwerken. Zwischen 1938 und
1941 engagierte er sich im Widerstand gegen das NS-Regime und war
Funktionär der Stadtleitung der KPÖ Wien. An seinem Arbeitsplatz
gründete er eine Betriebszelle, deren Mitglieder Angehörige
verhafteter Widerstandskämpfer unterstützten.

Am 27. Jänner 1941 wurden Lothar und seine Ehefrau Hermine
Dirmhirn (geb. Hlawniczka) von der Gestapo verhaftet. Der
Volksgerichtshof verurteilte beide am 17. November 1942 wegen
„Vorbereitung zum Hochverrat“ und „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode. Am
26. Februar 1943 wurden sie im Landesgericht Wien hingerichtet.

Hermine und Lothar Dirmhirn erhielten posthum das Ehrenzeichen
für Verdienste um die Befreiung Österreichs.

Mit der Anbringung der Gedenktafel an seinem ehemaligen
Arbeitsplatz setzt die Stadt Wien ein sichtbares Zeichen des
Erinnerns und der Verantwortung. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky
betont: „Lothar Dirmhirn hat Zivilcourage bewiesen, als Widerstand
lebensgefährlich war. Als Mitarbeiter der Wiener Wasserwerke stellte
er sich gegen das NS-Regime und zahlte dafür den höchsten Preis. Mit
der Gedenktafel erinnern wir an sein mutiges Handeln und daran, dass
Demokratie, Menschlichkeit und Solidarität keine
Selbstverständlichkeit sind.“

Bezirksvorsteherin Julia Lessacher hebt hervor: „Ich möchte mich
vor allem bei Herwig Dirmhirn, Lothar Dirmhirns Enkel, für die
Initiative zu dieser Gedenktafel bedanken. Erinnerungsarbeit beginnt
dort, wo Geschichte sichtbar wird.

Die Gedenktafel in der Grabnergasse in Wien-Mariahilf macht das
Schicksal von Lothar Dirmhirn an jenem Ort präsent, an dem er
gearbeitet hat. Sie erinnert uns daran, Verantwortung für unsere
demokratischen Werte zu übernehmen und jeder Form von
Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten.“

„Die Geschichte meiner Großeltern Lothar und Hermine Dirmhirn
zeigt, welchen Mut es braucht, Unrecht entgegenzutreten. Um ihren Mut
sichtbar zu machen, war es mir wichtig, dass es auch am ehemaligen
Arbeitsplatz meines Großvaters ein Zeichen der Erinnerung gibt“,
ergänzt der Initiator Herwig Dirmhirn .

Die Enthüllung der Gedenktafel fand am 14. September 2026 in der
Grabnergasse 6, 1060 Wien, statt. Vertreter*innen der Stadt Wien
sowie weitere Gäste ehrten gemeinsam das Andenken an Lothar Dirmhirn.

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter
https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)