Wien (OTS) – „Die dramatische Entwicklung der Treibstoffpreise
belastet die
österreichische Busbranche massiv“, hält Martin Horvath, Sprecher der
österreichischen Busbranche in der WKÖ, fest. Sowohl Unternehmen im
öffentlichen Personennahverkehr als auch im Reisebusverkehr sehen
sich mit Kostensteigerungen konfrontiert, die nicht vorhersehbar
waren und mittlerweile seit Jahresbeginn 48 Prozent betragen. Die
österreichische Busbranche fordert daher rasche und praxistaugliche
Lösungen, um die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe, aber auch
die Mobilitätsversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. „Die
heimischen Busunternehmen können die aktuelle
Treibstoffkostenexplosion nicht im Alleingang schultern“, warnt
Horvath.
„Viele Verträge im öffentlichen Verkehr sowie Reiseangebote
wurden zu einem Zeitpunkt kalkuliert und abgeschlossen, als ein
derartiger Preissprung nicht absehbar war. Niemand kann wollen, dass
Unternehmen aufgrund außergewöhnlicher Marktverwerfungen
wirtschaftlich unter Druck geraten und am Ende Leistungen
eingeschränkt oder notwendige Investitionen verschoben werden
müssen“, betont Horvath. Die Unternehmen versuchen, die Auswirkungen
der Kostensteigerungen so lange wie möglich selbst aufzufangen,
erläutert Horvath und fügt hinzu: „Wo Zuschläge notwendig werden,
dienen sie ausschließlich dazu, außergewöhnliche Mehrbelastungen
abzufedern und bestehende Reiseangebote weiterhin aufrechterhalten zu
können.“
Unterschiedliche Betroffenheit im öffentlichen Verkehr
Im öffentlichen Personennahverkehr stellt sich die Situation von
Bundesland zu Bundesland unterschiedlich dar. Während in manchen
Verkehrsverträgen die tatsächliche Entwicklung der Treibstoffkosten
über entsprechende Valorisierungsmechanismen berücksichtigt wird,
sind vergleichbare Regelungen in anderen Regionen nur eingeschränkt
oder gar nicht vorgesehen.
Dort, wo die aktuelle Kostenentwicklung in den Verträgen nicht
ausreichend abgebildet wird, laufen derzeit intensive Gespräche
zwischen Auftraggebern und Busunternehmen. Aus Sicht der Branche
müssen rasch Lösungen gefunden werden, um die wirtschaftlichen Folgen
der massiven Kostenbelastung abzufedern. Ziel muss sein, dass
Unternehmen, die öffentliche Verkehrsleistungen auf Basis
langfristiger Verträge erbringen, nicht auf Kostensteigerungen sitzen
bleiben, die bei Vertragsabschluss weder vorhersehbar noch
beeinflussbar waren.
„Unsere Unternehmen erfüllen öffentliche Mobilitätsaufgaben und
sorgen täglich dafür, dass Menschen zur Arbeit, zur Schule oder zu
wichtigen Einrichtungen gelangen. Langfristige Partnerschaften
zwischen öffentlicher Hand und Verkehrsunternehmen können nur
funktionieren, wenn außergewöhnliche Kostenentwicklungen fair
berücksichtigt werden. Wer einen verlässlichen öffentlichen Verkehr
will, muss in dieser Situation gemeinsam mit den Unternehmen Lösungen
finden“, so Horvath abschließend. (PWK452/DFS)