Augenlaser

80 Jahre Sozialpartnerschaft: Zukunft gemeinsam gestalten

Wien (OTS) – Zentrale Zukunftsthemen standen im Mittelpunkt der
gestrigen
Veranstaltung „Zukunft gemeinsam gestalten“ anlässlich des 80-
jährigen Bestehens der Österreichischen Sozialpartner. Im Rahmen
einer Festveranstaltung diskutierten WKÖ-Präsidentin Martha Schultz,
ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian, Wirtschaftsminister Wolfgang
Hattmannsdorfer, Infrastrukturminister Peter Hanke und WIFO-Chef
Gabriel Felbermayr die Fragestellung, wie man die
Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken, die industrielle
Wertschöpfung steigern und die Innovationskraft sichern kann.

Umsetzung der Industriestrategie 2035 entscheidend

„Unsere Industrie ist das Rückgrat für Wertschöpfung, Export und
Beschäftigung am gesamten Standort aber besonders auch in den
Regionen. Doch die Industrie steht vor doppelter Herausforderung:
steigende Kosten und zunehmend globaler Wettbewerb setzen den
Betrieben zu“, sagte Martha Schultz, Präsidentin der WKÖ, im Rahmen
des Panels zu den Themen „Industriestrategie und Energiepolitik“.
„Gerade deshalb brauchen wir jetzt die konsequente, weitere Umsetzung
der Industriestrategie, bessere Rahmenbedingungen und mehr
Planungssicherheit. Eine österreichische Industriestrategie kann
zudem nur erfolgreich sein, wenn sie europäisch und international
eingebettet ist“, betonte Schultz.

Aktive Wirtschaftspolitik muss gestaltet werden

Am Panel wurden insbesondere die nächsten Umsetzungsschritte im
Rahmen der Industriestrategie diskutiert. Im Fokus standen die
bessere ressortübergreifende Koordinierung und die Rolle der
Sozialpartner in der geplanten Taskforce Industriestrategie. Die
Sozialpartnerschaft ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die
Umsetzung der Industriestrategie, so der Tenor. Gerade in Zeiten von
Unsicherheit und tiefgreifendem Wandel bleibt die Sozialpartnerschaft
ein verlässliches Fundament für Stabilität, Beschäftigung und
Wohlstand und gestalterische Kraft für die Zukunft.

„Die im Papier verankerte Taskforce Industrie darf nicht zu einem
Statusbericht verkommen“, erklärte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian.
„Sie muss zu einem permanenten Frühwarn-, Analyse- und
Koordinierungsinstrument zwischen Sozialpartnern und der öffentlichen
Hand weiterentwickelt werden, unter Einbeziehung der Wissenschaft.
Wir müssen gemeinsam prüfen, wie die Maßnahmen wirken. Wer aktive
Wirtschaftspolitik will, darf Entwicklungen nicht nur benennen, es
geht auch um ihre Gestaltung. Eine Strategie allein sichert keinen
einzigen Arbeitsplatz – entscheidend ist die Umsetzung, gemeinsam mit
uns Sozialpartnern.“

Angesichts einer fragmentierten Weltwirtschaft und wachsender
internationaler Konkurrenz braucht es zur Stärkung der Betriebe
gemeinsame, langfristige Lösungen auf breiter Basis. Voraussetzung
dafür ist ein koordiniertes und verbindliches Zusammenwirken von
Politik, Unternehmen, Forschung und Sozialpartnern. Dabei muss der
Fokus auf Verbesserung der Standortbedingungen durch geringere
Kostenbelastung liegen. Das schließt selbstredend eine leistbare,
sichere und planbare Energieversorgung für alle Unternehmen ein. Für
die Sozialpartner ist die erfolgreiche Umsetzung der
Industriestrategie ein prioritäres Anliegen.

Gemeinsam Verantwortung für Österreich

Wolfgang Hattmannsdorfer, Bundesminister für Wirtschaft, Energie
und Tourismus hob das Miteinander hervor und betonte, dass die
Umsetzung der Industriestrategie 2035 bereits in vollem Gange ist.
„80 Jahre Sozialpartnerschaft zeigen: Österreich ist stark, wenn wir
gemeinsam Verantwortung übernehmen“, so Hattmannsdorfer.
„Wettbewerbsfähige Unternehmen sichern Wohlstand und Sozialstaat. Ihr
Erfolg beruht auf Menschen, die anpacken und ihr Know-how einbringen.
Das geht nur miteinander und dieses Modell hat Österreich stark
gemacht und liefert auch die Basis zur Bewältigung aktueller
Herausforderungen. Bei der Industriestrategie 2035 haben wir einen
klaren Kurs und auf Zusammenarbeit gesetzt: Mehr als ein Drittel der
117 Maßnahmen ist bereits umgesetzt oder in Umsetzung. Von
Entlastungen bei Energiekosten über Investitionen in
Schlüsseltechnologien bis zu Made in Europe stärken wir
Investitionen, Produktion und Arbeitsplätze in Österreich. Die
Sozialpartner sind dabei wichtige Partner in der Umsetzung.“

Innovation und Forschung rascher in industrielle Wertschöpfung
bringen

Ein zentraler Hebel der Industriestrategie 2035 sieht vor,
Österreichs technologische Stärken gezielt auszubauen und Innovation
schneller in Wertschöpfung zu übersetzen. Dazu setzt die
Bundesregierung unter anderem auf Künstliche Intelligenz, Chips und
Robotik sowie neue Werkstoffe. Zugleich wird die dafür notwendige
Forschungs-, Mobilitäts- und Logistikinfrastruktur gestärkt.

„Österreich ist ein starkes Industrieland. Das ist auch das
Ergebnis einer gelebten Sozialpartnerschaft, die auf Kooperation
statt Konflikt setzt. Gerade in Zeiten großer technologischer,
ökologischer und geopolitischer Veränderungen brauchen wir dieses
gemeinsame Fundament, um Arbeitsplätze zu sichern, Innovation
voranzutreiben und den Wandel sozial gerecht zu gestalten“, betonte
Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und
Infrastruktur.

Industrie braucht niedrige Energiepreise und
investitionsfreundliche Rahmenbedingungen

WIFO-Chef Gabriel Felbermayr unterstrich die Rolle der Industrie
für die Sicherung von Wohlstand, Produktivität und Beschäftigung für
die gesamte Volkswirtschaft: „Eine erfolgreiche Industrie ist für
unseren Wohlstand zentral. Sie bietet gute Jobs in ländlichen Räumen.
Sie sichert das Produktivitätswachstum und das außenwirtschaftliche
Gleichgewicht. Damit die Industrie diese Rolle weiter leisten kann,
braucht es deutlich niedrigere Energiepreise und
investitionsfreundliche Rahmenbedingungen.“ (PWK447)

Informationen zur Sozialpartnerschaft sowie die aktuellen
Dokumente zum 80-jährigen Jubiläum finden sich auf
www.sozialpartner.at