Baden (OTS) – Der aktuelle Arbeitsmarkt-Kompass Q4/2025, eine
Längsschnittuntersuchung von Marketagent in Kooperation mit
Leitbetriebe Austria, zeichnet ein differenziertes Bild des
Arbeitsmarktes zum Jahresende: Während die wahrgenommene
Leichtigkeit, einen neuen Job zu finden, weiter sinkt, steigt
gleichzeitig die Motivation, Leistung zu erbringen. Erstmals wurde
der österreichische Arbeitsmarkt zudem in einen internationalen
Vergleich mit sieben weiteren europäischen Ländern gestellt (
Erhebungszeitraum: Jän. – Dez. 2025).
Zwtl.: Fact Box
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Jobsuche wird schwieriger: Nur noch 51,3% (Q4/2025) der
unselbstständig Beschäftigten in Österreich empfinden es als leicht,
aktuell einen neuen Job zu finden – ein Tiefstand seit Beginn der
Erhebung.
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Österreich im internationalen Mittelfeld: Im erstmals
durchgeführten Ländervergleich liegt Österreich bei der Job-
Leichtigkeit (55,2%, 2025 Gesamt) hinter Deutschland und Slowenien,
aber vor Frankreich, Spanien und Italien; die Jobzufriedenheit bleibt
mit 82,7% (2025 Gesamt) hoch.
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Neue Prioritäten bei der Jobsuche: Faires Gehalt, gutes
Arbeitsklima und Jobsicherheit gewinnen weiter an Bedeutung; Benefits
und idealistische Zusatzfaktoren verlieren an Relevanz.
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Leistungsbereitschaft steigt: Eine klare Mehrheit identifiziert
sich mit „Work hard, play hard“ – Beschäftigte zeigen mehr
Einsatzbereitschaft, erwarten dafür aber faire, verlässliche
Rahmenbedingungen.
Zwtl.: Internationaler Vergleich: Österreich im soliden Mittelfeld
Im erstmals durchgeführten internationalen Benchmark (Österreich,
Deutschland, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und
Slowenien) zeigt sich: Österreich liegt bei zentralen
Arbeitsmarktindikatoren stabil im Mittelfeld.
55,2% der heimischen Beschäftigten empfinden es als (sehr/eher)
leicht, aktuell einen neuen Job zu finden – ein Wert, der unter jenem
von Deutschland (60,9%) und Slowenien (56,8%), aber über Frankreich (
48,6%), Spanien (46,9%) und Italien (43,3%) liegt. Auch bei der
Jobzufriedenheit zählt Österreich mit 82,7% zufriedenen Beschäftigten
weiterhin zu den stabilen Arbeitsmärkten Europas.
„ Der internationale Vergleich zeigt sehr deutlich, dass sich die
Herausforderungen am Arbeitsmarkt europaweit ähneln, allerdings mit
unterschiedlichen Ausprägungen. Österreich steht im Vergleich solide
da, gleichzeitig sehen wir aber auch hier eine zunehmende
Verunsicherung, die kein isoliertes Phänomen ist, sondern Teil einer
europäischen Entwicklung “, analysiert Thomas Schwabl, Gründer und
Geschäftsführer von Marketagent .
Zwtl.: Prioritäten bei der Jobsuche in Österreich: Stabilität vor
Zusatzleistungen
Bei der Jobsuche setzen Beschäftigte in Österreich zunehmend auf
Sicherheit und Verlässlichkeit. Faires Gehalt bleibt das wichtigste
Kriterium, gleichzeitig gewinnen ein gutes Arbeitsklima,
Jobsicherheit und flexible Arbeitszeiten weiter an Bedeutung.
Zusatzleistungen, Benefits oder idealistische Aspekte wie
Selbstverwirklichung treten hingegen stärker in den Hintergrund. Die
Prioritäten verschieben sich klar hin zu stabilen, planbaren
Rahmenbedingungen.
Zwtl.: Einfachheit, einen Job zu finden: Wahrgenommene Leichtigkeit
sinkt weiter
Die Einschätzung, wie leicht es ist, aktuell einen neuen Job zu
finden, verschlechtert sich weiter. Im vierten Quartal 2025 empfinden
nur noch 51,3% der unselbstständig Beschäftigten die Jobsuche als
leicht – ein neuer Tiefstand seit Beginn der Erhebung. Parallel dazu
bleiben auch die Gehaltserwartungen bei einem Jobwechsel gedämpft.
Die veränderte Wahrnehmung spiegelt eine wachsende Vorsicht und
realistischere Einschätzung der Arbeitsmarktlage wider.
Zwtl.: Motivation zu leisten steigt: Neue Leistungsorientierung
etabliert sich
Gleichzeitig zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung: Die
Bereitschaft, Leistung zu erbringen, nimmt zu. Eine klare Mehrheit
der Beschäftigten (62,9%) identifiziert sich mittlerweile mit der
Arbeitsphilosophie „Work hard, play hard“. Viele sind bereit, mehr
Einsatz zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen, allerdings unter
fairen und transparenten Bedingungen. Leistung wird angeboten,
erwartet wird im Gegenzug Verlässlichkeit und Sicherheit.
„ Die Ergebnisse zeigen für Österreich eine klare Richtung: Der
österreichische Arbeitsmarkt verliert an Leichtigkeit. Beschäftigte
setzen stärker auf Leistung, Verlässlichkeit und realistische
Perspektiven. In einem herausfordernden Arbeitsmarkt gewinnen klare
Rahmenbedingungen und eine faire Balance zwischen Einsatz und
Sicherheit massiv an Bedeutung “, so Monica Rintersbacher,
Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria .
Zwtl.: Fazit und Ausblick 2026
Der Arbeitsmarkt geht mit gedämpfter Dynamik, aber klaren
Signalen ins Jahr 2026. Leichtigkeit sinkt, während Stabilität und
Leistung an Gewicht gewinnen. Für Unternehmen bedeutet das: Wer 2026
Talente halten und gewinnen will, muss Verlässlichkeit bieten und
Leistung fair honorieren. Für Beschäftigte rückt ein pragmatischer
Zugang zur Karriere in den Vordergrund: weniger Illusion, mehr
Orientierung, mehr Einsatz.

