Wien/Mauthausen (OTS) – Welche Überlebensstrategien mussten Häftlinge
entwickeln? Welche
Objekte mussten sie selbst herstellen, wie zum Beispiel Löffel oder
Schuhe, um Nahrung aufnehmen oder sich vor Verletzungen schützen zu
können? Welche Objekte sagen etwas über die Privilegien der SS aus?
Seit 2002 lässt die KZ-Gedenkstätte Mauthausen an den Arealen
ehemaliger Konzentrationslager Grabungen durchführen. Angefangen hat
die Zusammenarbeit mit Archäolog*innen mit den Planungen zum Besucher
*innenzentrum, vor dessen Bau der Boden untersucht wurde. Seitdem
wurden neben Mauthausen auch die ehemaligen Konzentrationslager,
Gusen, Gunskirchen, Ebensee, Melk, Ternberg, Loiblpass, Leibnitz und
Hirtenberg archäologisch erforscht.
Die Ergebnisse von 24 Jahren interdisziplinärer Forschung werden
nun in der Sonderausstellung Dinge erzählen im ehemaligen
Reviergebäude an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen (Erinnerungsstraße 1,
4310 Mauthausen) einem breiten Publikum vorgestellt.
Die Eröffnung der Ausstellung findet am 23. April um 18:00 Uhr in
Anwesenheit der zuständigen wissenschaftlichen Leiterinnen Claudia
Theune (Universität Wien) und Barbara Hausmair (Universität Innsbruck
) sowie der Kuratorinnen Nora Pierer und Nathalie Soursos statt.
Musik: The Zew .
62 teils noch unbekannte Objekte erzählen Geschichten und laden
zur Auseinandersetzung ein. Gegraben wurde am Appellplatz, am Grund
des Teiches im „Wiener Graben“ und in der Melker „Blutsickergrube“
sowie an Orten wie dem „Sanitätslager“, wo Menschen dem Sterben
überlassen wurden. Auch die Vertuschungsversuche der SS gegen
Kriegsende, zum Beispiel durch die Demontage der Gaskammer, sind
durch archäologische Forschungen dokumentiert.
„Die Archäologie liefert – oft durch unscheinbare Objekte –
wichtige Erkenntnisse zum Alltag der Häftlinge, ihrer Macht und
Ohnmacht und zur Struktur des Konzentrationslagersystems.“ – Claudia
Theune (Universität Wien)
Die Ausstellung zeigt, inwieweit archäologische Grabungen
Aufschluss über zerstörte Raumstrukturen und individuelle menschliche
Erfahrungen geben können. Sie gewährt Einblicke in die Arbeitsweisen
der modernen Archäologie und bietet Anknüpfungspunkte für eigene
Überlegungen.
Zur Ausstellungseröffnung wird ein kostenloser Shuttlebustransfer
ab dem Linzer Hauptbahnhof nach Mauthausen und retour angeboten (
Anmeldung unter [email protected] erforderlich) : 17:00
Uhr ab Linz Hbf; 17:20 Uhr ab JKU Linz / Rückfahrt nach Ende der
Veranstaltung.
Ausstellungseröffnung
Datum: 23.4.2026, um 18:00 Uhr
Ort: ehem. Reviergebäude, KZ-Gedenkstätte Mauthausen

