Wien (OTS) – Das Belvedere setzt bei der Erforschung der Sammlung
einen neuen
Meilenstein und veröffentlicht ein umfassendes Online-Verzeichnis zu
den Werken von Gustav Klimt in seinem Bestand. Damit werden die
Ergebnisse mehrjähriger wissenschaftlicher Recherchen öffentlich
zugänglich und das Museum stärkt seine Rolle als internationales
Gustav-Klimt-Kompetenzzentrum.
Generaldirektorin Stella Rollig: Mit dem digitalen
Sammlungsverzeichnis zu Gustav Klimt schaffen wir einen neuen
Standard für die wissenschaftliche Erschließung von Museumsbeständen.
Erstmals macht ein österreichisches Bundesmuseum seine Sammlung in
dieser Tiefe öffentlich zugänglich. Wir verbinden Kunstgeschichte,
Restaurierung, Provenienzforschung und digitale Vermittlung zu einer
umfassenden Wissensplattform und stärken damit die Sichtbarkeit
unserer Klimt-Bestände nachhaltig.
Seit 2022 arbeitet ein interdisziplinäres Team des Belvedere an
der detaillierten Erforschung der insgesamt 24 Werke Gustav Klimts in
seiner Sammlung. Das digitale Verzeichnis geht weit über die
Möglichkeiten eines gedruckten Werkverzeichnisses hinaus. Neben
ausführlichen kunsthistorischen Essays zu jedem Werk enthält es
Dokumentationen restauratorischer Untersuchungen, Materialien aus dem
Belvedere-Archiv, vollständige Ausstellungshistorien, umfangreiche
Literaturangaben sowie Verlinkungen zu digital verfügbaren Quellen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Provenienzforschung: Für
jedes Werk wird die Provenienzkette umfassend dargestellt, ergänzt
durch Quellenangaben und Kommentare zur Besitzgeschichte. Das
Verzeichnis wurde als dynamische Datenbank angelegt, die laufend
erweitert wird. Die digitale Struktur ermöglicht, neue
Forschungsergebnisse unmittelbar einzupflegen und ist langfristig
auch auf weitere Künstler*innen der Sammlung anwendbar.
Zu den bedeutendsten Neuentdeckungen zählt die Identifizierung
von Klimts Gemälde Dame am Kamin mit dem Bild Dämmerung , das bislang
als verschollen gegolten hatte. Ausschlaggebend dafür war ein
italienisches Zolletikett auf der Rückseite des Gemäldes. Damit
konnte jenes Werk wiedergefunden werden, mit dem Gustav Klimt 1899
auf der dritten Biennale di Venezia vertreten war. Auch für das
Gemälde Judith präsentiert das Sammlungsverzeichnis neue
Forschungsperspektiven: Anhand von Vergleichen mit Darstellungen der
Muse Melpomene wird das Werk erstmals in einen theaterikonografischen
Kontext gestellt. Darüber hinaus flossen neue biografische Recherchen
zu Johanna Staude und Fritza Riedler in die Beiträge ein. Zum
Porträtauftrag Josef Lewinsky als Carlos in Clavigo konnten im Wiener
Stadt- und Landesarchiv bislang unbekannte Briefe Gustav Klimts
gefunden werden. Die intensive wissenschaftliche Bearbeitung der
vergangenen Jahre führte zudem zu Neudatierungen mehrerer Werke,
darunter Bauerngarten mit Sonnenblumen , Adam und Eva , Schloss
Kammer am Attersee III , sowie des Roten Skizzenbuchs.
Gustav Klimt in der Sammlung des Belvedere
Herausgeber*innen: Stella Rollig, Christian Huemer, Luisa Ziaja
Redaktion: Markus Fellinger
Autor*innen: Stephanie Auer, Markus Fellinger, Stefanie Jahn,
Alexander Klee, Monika Mayer, Franz Smola
Archivrecherche: Stefan Lehner
Lektorat: Regina Wenninger
Projektmanagement: Eva Lahnsteiner
Bildredaktion: Stefanie Hasenauer, Maja Kristufek, Eva Lahnsteiner,
Michele Musso
Online-Redaktion: Sophie Rosenberger-Zottl
Das Projektteam dankt allen Institutionen und Privatpersonen, die
bei der Recherche zum Sammlungsverzeichnis behilflich waren.
LINK zum Sammlungsverzeichnis
Hochauflösende Pressebilder stehen HIER zum Download bereit.


