Caritas: „Friedensplan für Ukraine wichtig – doch Bedürfnisse der Menschen fehlen“

Wien (OTS) – Die Caritas begrüßt, dass mit dem vorgelegten
28-Punkte-Plan erstmals
seit Monaten ein Vorschlag zur Deeskalation im Ukrainekrieg vorliegt.
Gleichzeitig warnt die Organisation vor gravierenden Lücken. „Wenn
wir über Frieden sprechen, dürfen wir nicht bei politischen
Verhandlungsräumen stehenbleiben. Entscheidend ist, wie es den
Menschen geht, die seit fast vier Jahren unter diesem Krieg leiden“,
betont Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich.

Im Friedensplan finden sich kaum konkrete Maßnahmen für humanitäre
Unterstützung oder psychosoziale Versorgung. Währenddessen sind
Millionen Menschen in der Ukraine traumatisiert, große Teile der
Infrastruktur zerstört und rund 12,7 Millionen Menschen laut UN auf
Hilfe angewiesen. Mitten im vierten Kriegswinter verschärfen
Stromausfälle, Angriffe auf Energieanlagen und eisige Temperaturen
die Lage weiter.

Keine Perspektive für Geflüchtete
Völlig offen bleibt zudem, wie die mehr als sechs Millionen
Geflüchteten sicher zurückkehren können und welchen rechtlichen
Status sie künftig haben werden.

Auch Unterstützung bei der Wiedereingliederung oder für Ukrainer*
innen, die aus europäischen Ländern heimkehren möchten, wird nicht
behandelt. „Ohne klare und menschenrechtskonforme Lösungen riskieren
wir, dass Hunderttausende dauerhaft ohne Perspektive bleiben“, so
Bodmann.

Caritas-Hilfe bleibt unverzichtbar
Die Caritas unterstützt weiterhin täglich Menschen in der Ukraine:
durch Cash-Programme für Heizung, Miete oder Kleidung, durch
Reparaturen zerstörter Wohnungen, die Verteilung von Heizmaterial und
die Unterstützung älterer und besonders gefährdeter Menschen. Zudem
vernetzt die Caritas Geflüchtete in Österreich mit Partnerstrukturen
in der Ukraine, um sichere Rückkehrprozesse zu ermöglichen.

„Ein Friedensplan ist gut – aber er muss die Bedürfnisse der
Menschen in den Mittelpunkt stellen“, sagt Bodmann. „Humanitäre
Hilfe, psychosoziale Betreuung und klare Perspektiven für Rückkehrer*
innen gehören zwingend dazu. Unsere Hilfe wird weitergehen, so lange
sie gebraucht wird.“

Caritas bittet um Spenden
Ukraine, Nahost, Sudan, Syrien und viele mehr: Derzeit herrschen in
so vielen Ländern der Erde gewaltsame Konflikte wie seit dem Zweiten
Weltkrieg nicht mehr. Davon betroffen: 473 Millionen Kinder. Weltweit
unterstützt die Caritas Bildungsprojekte und hilft dabei, Kindern
Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Weil jede Stunde Schule eine Stunde
Zukunft ist.

Bitte helfen auch Sie mit einer Spende. Damit kein Kind
zurückgelassen wird!

Spendenkonto: Caritas | Erste Bank: IBAN AT23 2011 1000 0123
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