Wien (OTS) – Wie viel von den Ausgaben der Gäste bleibt tatsächlich
in der Region?
Welche Sektoren profitieren? Wie wirken sich touristische
Investitionen aus? Und welche Rückflüsse entstehen für Gemeinden und
öffentliche Hand? Mit dem neuen Destination Value Score präsentiert
die Prodinger Tourismusberatung ein etabliertes Analyseinstrument,
das die touristische Wertschöpfung und den gesamtwirtschaftlichen
Effekt des Sektors oder auch einzelner Investitionen, wie etwa
Seilbahnprojekten, auf regionaler Ebene transparent macht.
„Tourismus ist viel mehr als Nächtigungen und Bettenzahlen. Er
sichert Einkommen, Arbeitsplätze, Infrastruktur und damit
Lebensqualität und Akzeptanz in der Bevölkerung“ , betont Thomas
Reisenzahn , Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung. „Der
Destination Value Score zeigt erstmals in kompakter Form, welchen
Beitrag Gäste wirklich leisten – direkt, indirekt und induziert.“
Zwtl.: Fünf Schritte zur messbaren Wertschöpfung
Grundlage des Destination Value Scores ist ein regionalökonomisch
fundiertes Modell, das in fünf Schritten die Wirkung des Tourismus in
einer Gemeinde oder Destination erfasst:
–
Datengrundlage & Erhebung : Auswertung regionaler Struktur-,
Gäste- und Finanzdaten auf Basis amtlicher Quellen und
Betriebskennzahlen.
–
Sektorale Abgrenzung : Analyse der zentralen Tourismus-Sektoren:
Beherbergung, Gastronomie, Bergbahnen, Verkehr, Handel sowie
Freizeit, Kultur und Sport.
–
Berechnung der Effekte : Modellierung der direkten, indirekten
und induzierten Effekte entlang der gesamten touristischen
Wertschöpfungskette.
–
Ergebnisse & Interpretation : Darstellung der Effekte auf
Einkommen, Beschäftigung (VZÄ), Steuern, Abgaben und Investitionen –
differenziert nach Sektoren.
–
Kommunikation & Steuerung : Aufbereitung der Ergebnisse in
Berichten, Visualisierungen und Präsentationen als Grundlage für
Strategie, Förderanträge und Öffentlichkeitsarbeit.
„Die Messung der Wertschöpfung ist kein Selbstzweck, sondern ein
strategisches Steuerungsinstrument“ , erklärt Josef May , Mit-
Initiator des Destination Value Scores . „Der Destination Value Score
liefert Kennzahlen, mit denen Destinationen Investitionen transparent
bewerten und priorisieren, Förderungen argumentieren und
Infrastruktur- oder Mobilitätsentscheidungen faktenbasiert treffen
können.“
Zwtl.: Drei Ebenen der Wertschöpfung – mehr als Hotellerie und
Gastronomie
Der Destination Value Score zeigt, wie sich Gästeausgaben in der
regionalen Wirtschaft entfalten. Wertschöpfung wird dabei auf drei
Ebenen betrachtet:
–
Direkt : durch Umsätze in Hotellerie, Gastronomie,
Freizeitwirtschaft oder Seilbahnen.
–
Indirekt : über Zulieferbetriebe, Handwerk, Bau, Energie, Handel
und Dienstleistungen.
–
Induziert : über die Konsumausgaben jener, die im Tourismus
beschäftigt sind.
Die Analysen machen sichtbar, dass ein Großteil der Gästeausgaben
als Einkommen in der Region verbleibt und entlang der
Wertschöpfungskette zusätzliche Arbeitsplätze sichert. Am Beispiel
der Gemeinde Zell am See zeigt die Modellierung eine
Gesamtwertschöpfung von rund 105 Mio. Euro und etwa 990
Beschäftigten, die direkt, indirekt und induziert vom Tourismus
abhängen. Von 100 Euro, die Gäste in Hotellerie und Gastronomie
ausgeben, bleiben dort 74 Euro als Einkommen in der Region.
Zwtl.: Neue Kennzahl für Akzeptanz, Standortentwicklung und
Förderlogik
Der Destination Value Score beantwortet typische Fragen von
Gemeinden und Destinationen: Wie hoch ist die Wertschöpfung je
Nächtigung oder je Gästeeuro? Welche regionalwirtschaftlichen Effekte
sind durch touristische Investitionen wie Seilbahnen oder
Freizeitinfrastruktur zu erwarten? Welche Rückflussquoten ergeben
sich für Gemeinden über Steuern, Abgaben und Gebühren? Und welche
Sektoren tragen besonders stark über Zulieferketten bei?
„Gerade in Zeiten, in denen Tourismus zunehmend diskutiert wird,
brauchen Destinationen Fakten statt Bauchgefühl“ , unterstreicht
Marco Riederer , Co-Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung.
„Mit dem Destination Value Score können Tourismusverbände transparent
zeigen, welchen Beitrag Gäste zur Finanzierung öffentlicher
Leistungen leisten – und so Akzeptanz und Verständnis in der Region
stärken.“
Damit wird Wertschöpfung nicht nur messbar, sondern auch
steuerbar. Und für unterschiedliche Zielgruppen verständlich
kommunizierbar.
Über den Destination Value Score
Der Destination Value Score ist das erste österreichweit
einsetzbare Modell zur Messung der touristischen Wertschöpfung auf
Destinationsebene. Entwickelt von der Prodinger Tourismusberatung und
Maylenstein Wirtschaftsberatung, wurde das Modell bereits in mehreren
Regionen erfolgreich angewendet und gilt heute als Referenz für
objektive touristische Wirkungsanalysen.

