Baden (OTS) – Geschlechtsneutralität sorgt in Österreich für ein
durchaus
ambivalentes Stimmungsbild. Eine aktuelle, repräsentative Studie des
Online-Research-Instituts Marketagent zeigt: Zwar stehen drei Viertel
der Bevölkerung genderneutralen Konzepten grundsätzlich offen
gegenüber, doch bei der konkreten Umsetzung überwiegt die Skepsis.
Besonders deutlich wird dies bei Unisex-Toiletten, die von vielen
kritisch gesehen werden, auch wenn eine Mehrheit ihre Einführung
zumindest als ergänzende Option unterstützt.
Zwtl.: Fact Box:
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Grundhaltung zu Geschlechtsneutralität : Jeweils rund ein Drittel
steht dem Thema Geschlechtsneutralität grundsätzlich positiv (38%)
bzw. neutral (37%) gegenüber. Das restliche Viertel zeigt sich
kritisch bis ablehnend (26% | politisch rechts der Mitte: 41%). Knapp
jede*r Vierte (24%) befürwortet Lebensläufe ohne Geschlechtsangabe.
Nur 14% fänden eine genderfreie Sortierung von Kleidung im Handel
positiv.
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Genderneutrale WCs : Knapp ein Fünftel (19%) bewertet Unisex-
Toiletten positiv, ein Viertel (25%) neutral, die Mehrheit negativ (
57%). Rund die Hälfte (53%) befürwortet die Einführung
geschlechtsneutraler WCs in Österreich – bevorzugt zusätzlich zu
bestehenden Damen- und Herren-WCs (42%).
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Nutzung : 63% würden sich bei der Nutzung von Unisex-Toiletten
unwohl fühlen, vor allem Frauen (72% vs. Männer 55%). Eine deutliche
Mehrheit (86%) würde bei Wahlfreiheit getrennte WCs aufsuchen.
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Gleichberechtigung : Nur ein Viertel (25%) sieht
geschlechtsneutrale WCs als wichtigen Schritt zu mehr
Gleichberechtigung.
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Alter und politische Orientierung: Jüngere Menschen und Befragte
mit (eher) linker Einstellung zeigen sich durchwegs offener gegenüber
Geschlechtsneutralität, während im rechten Spektrum die Ablehnung
deutlich stärker ausfällt.
Zwtl.: Zwischen Fortschritt und Festhalten: Österreichs ambivalenter
Blick auf Genderneutralität
Das Thema Genderneutralität wird in Österreich mit gemischten
Gefühlen diskutiert. Eine aktuelle Marketagent-Umfrage unter 1.000
Personen zeigt, wie sehr Geschlechtsneutralität die heimische
Bevölkerung polarisiert. Zwar stehen drei Viertel der
Österreicherinnen und Österreicher (74%) der Idee grundsätzlich
neutral bis positiv gegenüber, doch bei der konkreten Umsetzung
scheiden sich die Geister. Während knapp jede*r Vierte (24%)
Bewerbungen ohne Geschlechtsangabe begrüßen würde, fände nur ein
kleiner Teil (14%) eine geschlechtsneutrale Sortierung von Kleidung
im Handel, also eine Sortierung nach Stil statt nach Geschlecht,
attraktiv. Insbesondere Jüngere und Menschen mit linker politischer
Orientierung zeigen Offenheit für diese Konzepte, während Ältere und
konservativ eingestellte Gruppen mehr Vorbehalte äußern.
„ Unsere Studie zeigt klar: Die Offenheit für Genderneutralität
ist in Österreich da, aber sie verläuft entlang von Generationen und
politischen Linien. Jüngere und progressiv eingestellte Menschen sind
eher bereit, Neues auszuprobieren, während Ältere stärker an
Gewohntem festhalten “, erklärt Andrea Berger, Research &
Communications Manager bei Marketagent.
Zwtl.: Unisex-WCs: Offen für die Idee, unsicher bei der Nutzung
Wenn es um Geschlechtsneutralität am „stillen Örtchen“ geht,
überwiegt die Skepsis: Nur rund ein Fünftel (19%) bewertet
genderneutrale WCs positiv, ein weiteres Viertel (25%) ist neutral
eingestellt. Die Mehrheit (57%) steht Unisex-Toiletten hingegen
negativ gegenüber. Insgesamt spricht sich zwar etwas mehr als die
Hälfte (53%) der Befragten für eine Einführung von WC-Anlagen ohne
Geschlechtszuordnung in Österreich aus, doch die meisten davon (42%)
möchten sie nur zusätzlich zu bestehenden Damen- und Herren-WCs,
nicht als Ersatz. Im politischen Spektrum rechts der Mitte zeigt man
sich mehrheitlich ablehnend und will generell keine Einführung dieser
inklusiven Toilettenanlagen (67%).
Die Vorteile genderneutraler WCs werden von der Bevölkerung eher
pragmatisch als ideologisch gesehen. Für 28 Prozent sind sie vor
allem praktisch für Familien mit Kindern, ein Viertel erwartet eine
einfachere Planung und geringere Baukosten (25%), 19 Prozent erhoffen
sich kürzere Wartezeiten. Und immerhin 23 Prozent sehen darin eine
wichtige Erleichterung für Menschen, die sich keinem eindeutigen
Geschlecht zuordnen.
Das Unwohlsein beim Gedanken an Unisex-Toiletten bleibt groß: 63
Prozent würden sich bei der Nutzung nicht wohlfühlen. Das trifft
insbesondere auf Frauen zu (72% | Männer: 55%). Bei Wahlfreiheit
würden 86 Prozent weiterhin getrennte Anlagen bevorzugen. Als Beitrag
zur Gleichberechtigung werden geschlechtsneutrale Toiletten bisher
nur von einem Viertel der Bevölkerung gesehen (25% | 14-29 Jahre: 40%
).
„ Genderneutrale Toiletten sind weniger ein Kulturkampf als ein
Komfortthema. Die meisten Österreicher*innen sind offen für neue
Formen der Inklusion, wünschen sich jedoch Wahlfreiheit. Am Ende gilt
wie so oft: Fortschritt funktioniert dann am besten, wenn er mit den
Menschen gestaltet wird und ihnen Raum lässt, Vertrautheit zu
entwickeln “, analysiert Marketagent-Founder Thomas Schwabl .


