Wien (OTS) – Moderne E-Auto-Batterien sind langlebig – und verfügen
selbst nach
ihrem Einsatz im Fahrzeug noch über wertvolle Speicherkapazität. Eine
kreislauforientierte Nutzung dieser verbleibenden Speicherkapazität
zeigt ab sofort Wien Energie: Das Unternehmen nimmt den größten
Second-Life-Batteriespeicher Österreichs in Betrieb. Mit einer
Leistung von einem Megawatt und vier Megawattstunden Kapazität,
speichert er ab sofort den Sonnenstrom der angrenzenden
Photovoltaikanlage in der Rosiwalgasse im 23. Wiener Gemeindebezirk.
Aktuell kommen im Second-Life-Speicher Batteriemodule aus
Überschussbeständen zum Einsatz. Die Marktverfügbarkeit gebrauchter E
-Auto-Batterien ist aktuell noch begrenzt. Mit der wachsenden Anzahl
an E-Autos auf unseren Straßen, wird in einigen Jahren jedoch auch
der Bestand an gebrauchten Batteriemodulen deutlich steigen. Mit dem
Second-Life-Speicher schafft Wien Energie eine innovative
Möglichkeit, künftig auch diese Batterien als leistungsfähige
Energiespeicher sinnvoll wiederzuverwenden.
„Mit Österreichs größtem Second-Life-Batteriespeicher treiben wir
die regionale Speicherung von Ökostrom in der Stadt weiter voran und
setzen zugleich ein starkes Zeichen für eine ressourcenschonende
Kreislaufwirtschaft. Noch funktionsfähige E-Fahrzeug-Batterien
erhalten als leistungsfähiger Energiespeicher ein zweites Leben“, so
Sascha Zabransky, Geschäftsführer von Wien Energie.
Zwtl.: Second-Life-Batterien als kreislauffähige Ökostromspeicher
Im Second-Life-Speicher sind rund 400 ausgemusterte E-Auto-
Batterien verbaut. Damit bringt Wien Energie den österreichweit
größten Energiespeicher dieser Art nach Wien. Der Großspeicher
bündelt die einzelnen Batteriemodule in einem stationären Container
und steuert sie mit einem sogenannten Batterie-Management-System
sicher und effizient. Ab sofort nimmt der Second-Life-Speicher den
überschüssigen Sonnenstrom der PV-Anlage Rosiwalgasse auf und gibt
ihn genau dann wieder ins Netz ab, wenn er gebraucht wird. Auf einer
Fläche von zwei Fußballfeldern und mit rund 4.000 PV-Modulen liefert
die Freiflächen-Anlage im 23. Wiener Gemeindebezirk genug
Solarenergie, um umgerechnet jährlich etwa 400 Wiener
Durchschnittshaushalte mit Ökostrom zu versorgen.
Im Unterschied zu herkömmlichen Energiespeichern nutzen Second-
Life-Batteriespeicher „gerettete“ Batteriemodule. Auf diese Weise
werden Energiewende und Kreislaufwirtschaft direkt miteinander
verknüpft und wertvolle Primärrohstoffe wie Lithium, Kobalt oder
Nickel geschont. Second-Life-Batterien stammen entweder aus einer
Überproduktion oder haben ihren ersten Lebenszyklus im E-Auto bereits
hinter sich. Obwohl die Leistung gebrauchter Batterien für den
Fahrzeugbetrieb nach einigen Jahren nicht mehr ausreicht, ist die
verbliebene Restkapazität für die stationäre Anwendung als
Energiespeicher – ohne besondere Belastungen wie ständiges
Beschleunigen – oft noch bestens geeignet. Die Weiterverwendung im
nachhaltigen Energiespeicher kann ihre Lebensdauer um immerhin zehn
bis zwölf Jahre verlängern.
Der Second-Life-Batteriespeicher ist der erste Energiespeicher
seiner Art bei Wien Energie. Die Idee für den innovativen
Großspeicher wurde im Rahmen einer internen Innovations-Challenge
realisiert. Planung, Betrieb und Vermarktung werden vollständig von
Wien Energie umgesetzt. Gefördert wurde das Projekt vom Wiener
Stadtwerke Zukunftsfonds sowie vom Klima- und Energiefonds.
Zwtl.: Wien Energie treibt Ausbau von Energiespeichern voran
Energiespeicher sind eine Schlüsseltechnologie in der
Energiewende. Mit dem wachsenden Anteil von Solar- und Windenergie im
Strommix steigt auch der Bedarf an leistungsfähigen Speichern. So
kann überschüssiger Ökostrom gespeichert und zu einem späteren
Zeitpunkt, wenn Sonne und Wind nicht verfügbar sind, flexibel ins
Stromnetz eingespeist werden. Als Vorreiterin in der erneuerbaren
Energieproduktion investiert Wien Energie auch in die Nutzung
verschiedener Speicherkonzepte. Der derzeit größte elektrochemische
Speicher von Wien Energie befindet sich bei der Photovoltaikanlage
Schafflerhofstraße im 22. Bezirk. Mit einer Leistung von fünf
Megawatt und einer Kapazität von zwölf Megawattstunden speichert er
die Sonnenenergie von Wiens größter PV-Anlage. Bis Ende diesen Jahres
folgen weitere Großspeicher mit insgesamt 25 Megawatt
Speicherleistung und 50 Megawattstunden Kapazität.
Bildmaterial: https://wienenergie.at/media-49


