Wien (OTS) – Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung macht einen Vorschlag,
wie aus dem
aktuellen »Omnibus-Dilemma« ein Ausweg gefunden werden kann.
Dilemma: Der Omnibus fährt derzeit einfach nur rückwärts, ohne
Vision und Sinn; bisheriger Vorwärtsgang: die verschiedenen
Instrumente des Green Deals sind zu umfangreich und zugleich wenig
wirksam.
Die drei zur Überarbeitung anstehenden Kerninstrumente des Green
Deals – Taxonomie, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Lieferketten-
Sorgfaltspflichten – könnten zu einem schlanken, aber wirksameren
Instrument integriert werden, das auf breite Akzeptanz in der
Unternehmerschaft stößt.
Die Gemeinwohl-Ökonomie lebt vor, dass diese Integration möglich
ist und von 1.400 Unternehmen und anderen Organisationen freiwillig
angewendet wird.
1. Die Gemeinwohl-Bilanz ist eines der ambitioniertesten
Nachhaltigkeitsberichts-Tools mit quantitativer Ergebnisbewertung (in
Gemeinwohl-Punkten), das positive und negative Anreize für gute und
schwache Nachhaltigkeits-Performances ermöglicht.
2. Die Lieferkette ist in der A-Zeile, der ersten von fünf
Stakeholder-Zeilen der Gemeinwohl-Matrix, umfassend enthalten, mit
den Themen Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit,
Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung in der
Lieferkette.
3. Die Taxonomie ist annähernd in E1 und der doppelten Sinn-
Orientierung der Gemeinwohl-Bilanz enthalten, die sowohl die
Sinnhaftigkeit der Produkte und Dienstleistungen der anwendenden
Unternehmen abfragt und bewertet als auch deren soziale und
ökologische (Neben-)Wirkungen.
Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung und ihre Pioniere fordern, dass
diese Praxis stärker sichtbar gemacht und belohnt wird. Wenn das
Instrument zunächst freiwillig bleibt, gute Leistungen aber belohnt
werden, in der öffentlichen Beschaffung, in der Wirtschaftsförderung,
in der Finanzierung und beim Marktzugang, dann wird dieses Instrument
rasch auf breite Akzeptanz stoßen und kann sukzessive zur Reife
gebracht werden. Die allgemeine Verbindlichkeit steht am Ende des
Prozesses, dann jedoch auf Basis eines schlanken, wirksamen und
bereits akzeptierten Instruments.


