Wien (OTS) – Zum fünfjährigen Bestehen lud der Verein
Jugendmedienschutz (JMS) zur
Fachveranstaltung „Fünf Jahre JMS – Jugendschutz braucht
Verantwortung“. Vertreter:innen von Medien, Wissenschaft, Regulierung
und Politik diskutierten dabei aktuelle Herausforderungen und
Zukunftsperspektiven eines wirksamen Jugendmedienschutzes in einer
zunehmend digitalisierten Medienwelt.
In ihren Eröffnungsworten zog die JMS-Vorsitzende, Helga Tieben ,
eine positive Bilanz der vergangenen fünf Jahre. Die entwickelten
Richtlinien und Verfahren hätten sich in der Praxis bewährt. JMS
zeige eindrucksvoll, dass Selbstregulierung funktioniert und die
audiovisuellen Medien in Österreich bereit sind, Verantwortung für
den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu übernehmen.
Martina Hohensinn von der Regulierungsbehörde KommAustria betonte
die anhaltende Bedeutung des Jugendmedienschutzes trotz
tiefgreifender Veränderungen der Mediennutzung und der
technologischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte. Hohensinn
unterstrich die erfolgreiche Entwicklung des Vereins, der ein
gelungenes Beispiel für ein funktionierendes Selbstregulierungssystem
im Medienbereich sei. Sie hob insbesondere auch die hohe Zahl an
Mediendiensten, die den Verein und seine Richtlinien anerkannt haben,
hervor.
Als Schirmherrin der Veranstaltung unterstrich Bundesministerin
Claudia Bauer die Bedeutung gemeinsamer Verantwortung im
Jugendmedienschutz. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen könne
nicht alleine die Aufgabe des Staates sein:
„ Jugendschutz braucht auch Anbieter, die Verantwortung
übernehmen. Genau das lebt der Verein Jugendmedienschutz seit fünf
Jahren vor und zeigt, dass klare Regeln, wirksame Schutzstandards und
gelebte Verantwortung möglich sind. “
Mit Blick auf internationale Online-Plattformen erklärte die
Bundesministerin:
„ Wir sehen internationale Plattformen, die in Österreich täglich
hunderttausende junge Menschen erreichen, ihrer Verantwortung für
Jugendschutz aber nicht ausreichend nachkommen. Das ist nicht
akzeptabel. Plattformen müssen stärker in die Verantwortung genommen
werden. “
Einen wichtigen fachlichen Impuls setzte die Journalistin,
Buchautorin und Infodirektorin von ProSiebenSat.1 PULS 4, Corinna
Milborn , mit ihrer Keynote „ Zwischen Faszination und Gefahr: Kinder
auf TikTok & Co. – Herausforderungen, Verantwortung und notwendige
Impulse “. Sie zeichnete ein aufrüttelndes Bild der digitalen
Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Milborn warnte dabei
eindringlich vor den Risiken algorithmisch gesteuerter Plattformen,
darunter Radikalisierung, die Verbreitung von Gewaltinhalten,
problematische Einflüsse auf die sexuelle Entwicklung sowie die
Gefahren durch KI-gestützte Manipulation und Überwachung. Zugleich
betonte sie, dass wirksamer Jugendmedienschutz künftig weit über die
klassischen Medien hinausdenken müsse und eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei.
Bei der anschließenden Paneldiskussion „ Herausforderungen und
Chancen eines zeitgemäßen Jugendmedienschutzes in der digitalen
Realität “ diskutierten Alice Binder (Universität Wien), Barbara
Buchegger (Saferinternet.at), Bernadett Humer (Bundeskanzleramt),
Dieter Scharitzer (WU Wien) sowie Alice Krieger-Schromm (Verein
Jugendmedienschutz), moderiert von Corinna Drumm (VÖP).
Im Mittelpunkt standen dabei Fragen nach wirksamer Prävention und
der Verantwortung von Plattformen, Eltern, Politik und
Medienanbietern. Diskutiert wurde zudem, wie Content Creator stärker
in die Verantwortung genommen werden können, welche Rolle der
Stärkung der Medienkompetenz der Bevölkerung zukommt und welche
Anforderungen ein moderner Jugendmedienschutz künftig erfüllen muss.
Der Verein Jugendmedienschutz wurde dabei als Best Practice Beispiel
im Bereich des Jugendschutzes herangezogen.
Foto: https://www.jugendmedienschutz.at/2026-06-
08_Fuenf_Jahre_JMS.jpg
v.l.n.r.: Helga Tieben, Daniela Nemecek, Martina Hohensinn, Alice
Binder, Barbara Buchegger, Corinna Milborn, Bernadett Humer, Dieter
Scharitzer, Alice Krieger-Schromm, Corinna Drumm; © JMS
Zwtl.: Über den Verein Jugendmedienschutz:
Der Verein Jugendmedienschutz (JMS) ist die anerkannte
österreichische Selbst- und Ko-Regulierungseinrichtung für den
Jugendmedienschutz im Bereich audiovisueller Mediendienste. JMS wurde
2021 als System der Ko-Regulierung für audiovisuelle Mediendienste
gegründet. Ziel des Vereins ist die Förderung eines wirksamen und
zeitgemäßen Jugendmedienschutzes durch einheitliche Richtlinien,
Alterskennzeichnungen und Beschwerdeverfahren für österreichische
Fernsehveranstalter und audiovisuelle Mediendienste. Heute werden die
JMS-Richtlinien von einer großen Zahl österreichischer Mediendienste
angewendet und bilden einen wesentlichen Baustein des
österreichischen Jugendmedienschutzsystems. Trägerorganisationen des
Vereins sind der Fachverband der Telekommunikations- und
Rundfunkunternehmen in der Wirtschaftskammer Österreich, der
Österreichische Rundfunk (ORF) sowie der Verband Österreichischer
Privatsender (VÖP).


