GÖD-Finanzgewerkschaft läuft Sturm gegen Personalabbau

Wien (OTS) – Im Finanzressort ist der Abbau von 500 Planstellen
geplant, was dem
Verlust von rund 600 qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
entspricht. Das stößt auf erbitterten Widerstand der GÖD-
Finanzgewerkschaft.

„Dieser Jobabbau gefährdet nicht nur die Gesundheit der
Beschäftigten, die ohnehin längst am Limit arbeiten, sondern ist ein
direkter Anschlag auf das staatliche Service für die Bürgerinnen und
Bürger“, stellt Christine Pernsteiner, Vorsitzende der GÖD-
Finanzgewerkschaft, fest. „Wer glaubt, dass hier „nur in der
Verwaltung“ gespart wird, irrt gewaltig. Die Leidtragenden dieses
Kahlschlags sind die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.“

Weniger Personal bedeutet konkret:

– Endlose Warteschleifen: Das Kundenservice und die telefonische
Erreichbarkeit werden massiv eingeschränkt.

– Verzögerte Auszahlungen: Familien müssen länger auf die
existenziell wichtige Familienbeihilfe warten.

– Verschleppte Steuererklärungen: Die Bearbeitungszeiten bei der
Arbeitnehmerveranlagung werden drastisch steigen. Die
Steuerzahler:innen müssen monatelang auf ihr zu viel bezahltes, hart
verdientes Geld warten.

Wo bleibt hier die Fürsorgepflicht des Dienstgebers? Mehr Arbeit
auf weniger Schultern zu verteilen, ist unverantwortlich gegenüber
den Kolleginnen und Kollegen.

„Der Personalabbau ist jedoch nicht nur bürgerfeindlich, sondern
auch wirtschaftspolitisch völlig falsch. Ohne ausreichendes Personal
bricht die Front gegen den organisierten Steuerbetrug ein. Die
Quittung folgt prompt: Die bereits fest im Budget eingeplanten
Mehreinnahmen aus der Betrugsbekämpfung in der Höhe von 270 Millionen
Euro sind ohne die entsprechenden Kolleginnen und Kollegen
schlichtweg nicht einbringlich“, empört sich Pernsteiner.
„Ausgerechnet in jenem Ressort, welches die Steuereinnahmen
sicherstellen soll, ein Fünftel der gesamten Personaleinsparungen der
öffentlichen Verwaltung umzusetzen, ist völlig unverständlich.“

„Die Rechnung der Regierung geht nach hinten los: Weniger
Betrugsbekämpfung bedeutet weniger Geld in der Staatskasse – und am
Ende wird dieses Budgetloch wieder durch die ehrlichen
Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gestopft werden müssen“,
bilanziert die Vorsitzende der GÖD-Finanzgewerkschaft.

Anstatt zahlreiche Stellen zu streichen, fordert die
Finanzgewerkschaft eine sofortige, tiefgreifende Aufgabenkritik und
eine echte Vereinfachung der Steuergesetzgebung. Beides lässt seit
Jahren auf sich warten.