Wien (OTS) – Am Samstag, den 22. November findet der diesjährige
Equal Pay Day in
Wien statt. Mit 11 Prozent liegt der Einkommensnachteil von Frauen in
Wien österreichweit am niedrigsten. Trotzdem arbeiten die Wienerinnen
auch 2025 statistisch gesehen 40 Tage gratis: „Wien als Stadt der
Frauen zeigt, dass ein starkes Netz an elementaren
Bildungseinrichtungen und komplementären schulischen
Betreuungsangeboten zentral ist, damit Frauen ein höheres Einkommen
erzielen können. Aber es gibt weiterhin viel zu tun“, betont Vivian
Fletzer, Frauenvorsitzende der GPA Wien.
Einen zentralen Hebel gegen Einkommensungleichheit sieht die
Gewerkschafterin in der EU-Lohntransparenzrichtlinie: „Transparenz
ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Frauen Lohndiskriminierung
überhaupt erkennen und sich wehren können!“. „Die Umsetzung der EU-
Richtlinie in Österreich muss rasch, ohne Schlupflöcher und mit
wirksamen Berichtspflichten erfolgen. Denn klare Auskunftsrechte sind
kein Luxus, sondern notwendige Rahmenbedingungen für gleiche
Bezahlung“, so Fletzer weiter.
Aus Sicht der GPA-Frauen Wien greift Lohntransparenz allein
jedoch zu kurz. „Ein wesentlicher Treiber der Einkommensunterschiede
ist die ungleiche Verteilung von unbezahlter Arbeit: Frauen
übernehmen nach wie vor den Großteil von Kinderbetreuung, Pflege und
Haushaltsarbeit und arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit“, betont
Fletzer weiter.
„Solange Frauen in der Erwerbsarbeit weniger verdienen und
gleichzeitig den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit tragen, bleibt
die doppelte Benachteiligung bestehen“, fasst Fletzer die Lage
zusammen. „Unser Ziel als GPA-Landesfrauen ist damit klar: Wir werden
weiterhin für Einkommensgerechtigkeit kämpfen, damit jede Stunde
Arbeit fair bezahlt wird und Einkommen, Karrierechancen und Pensionen
endlich keine Frage des Geschlechts mehr sind!“


