Wien/Brüssel (OTS) – Mit der Veröffentlichung der Stellungnahmen der
Europäischen
Chemikalienagentur (ECHA) startet die EU-weite Konsultation zum
geplanten PFAS-Verbot. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace
begrüßt, dass die EU erstmals die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“
PFAS beschränken will. Ziel ist es, tausende PFAS-Stoffe gleichzeitig
zu regulieren, von Verpackungen und Kosmetik bis zu Textilien und
Elektronik. In den nächsten 60 Tagen können Bürger:innen, Fachleute,
Organisationen und Unternehmen Stellung nehmen. Greenpeace warnt vor
Schlupflöchern und einem Flickenteppich an Ausnahmen für die
Industrie. Die Umweltschutzorganisation wird ebenfalls eine
Stellungnahme einreichen.
Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace: „PFAS verschwinden
nicht einfach, sie bleiben über Generationen in unserer Umwelt und in
unseren Körper. Dass die EU sie jetzt endlich umfassend regulieren
will, ist längst überfällig. Die aktuellen Einschätzungen der
Wissenschaft zeigen: Eine breite Beschränkung ist möglich und nötig.
Aber genau jetzt wird entschieden, ob daraus ein echtes Verbot wird
oder ein Flickenteppich voller Ausnahmen.“
Die Gutachten der beiden wissenschaftlichen Gremien der Europäischen
Chemikalienagentur (ECHA) bestätigen eindeutig: Ein umfassendes
Verbot von PFAS ist notwendig. Doch der Teufel steckt im Detail.
Aktuell wird heftig darüber gestritten, welche Ausnahmen es geben
soll, wie lange die Übergangsfristen dauern und wann das Verbot
tatsächlich in Kraft tritt. In fast allen Anwendungsbereichen
existieren bereits sichere Alternativen. Greenpeace warnt daher vor
unnötigen Verzögerungen, die rein durch die Interessen der Industrie
entstehen.
Greenpeace kritisiert auch die Gestaltung des Beteiligungsprozesses
selbst. Zwar dürfen formal alle Bürgerinnen und Bürger teilnehmen,
doch in der Praxis ist die Hürde extrem hoch. Der Prozess läuft über
komplizierte Online-Fragebögen, die tiefes technisches und
wirtschaftliches Fachwissen voraussetzen. Das macht es für die breite
Öffentlichkeit fast unmöglich, sich einzubringen. Gut organisierte
Industriekonzerne und Lobbyverbände sind dadurch klar im Vorteil und
können den Prozess so zu ihren Gunsten beeinflussen.
Greenpeace fordert ein klares PFAS-Verbot ohne Schlupflöcher für die
Industrie.
„Diese Konsultation ist kein einfaches Mitmach-Format, sondern ein
hochtechnischer Prozess. Das macht es für viele Menschen unmöglich,
sich einzubringen – und verschiebt das Gewicht in Richtung Industrie
und Verbände. Wenn es um unsere Gesundheit und Umwelt geht, dürfen
nicht nur Stimmen aus der Industrie gehört werden”, so Drescher.
Hintergrundinformationen zur EU-Konsultation zum PFAS-Verbots finden
Sie hier: https://act.gp/PFAS-Konsultation

