Greenpeace zu Asbestskandal: Bundesregierung muss dringend einschreiten

Wien (OTS) – Eine aktuelle Falter-Recherche sowie die neuesten
Greenpeace-
Enthüllungen offenbaren ein jahrzehntelanges Behördenversagen in der
Causa Asbest. Zudem zeigt sich, dass inzwischen nicht nur das
Burgenland, sondern auch Niederösterreich, die Steiermark und sogar
Ungarn betroffen sind. Die Reaktionen auf die Enthüllungen könnten
jedoch nicht unterschiedlicher sein. Während Niederösterreich
präventiv handelt, betroffene Plätze sperrt und belastetes Material
abtransportieren lässt, wird die Asbestgefahr im Burgenland und in
der Steiermark kleingeredet. Dieser unterschiedliche Umgang mit der
Asbestgefahr ist inakzeptabel. Die betroffene Bevölkerung verdient in
ganz Österreich denselben Schutz. Daher muss die Bundesregierung
dringend einschreiten.

Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace Österreich: „Wir
können nicht zulassen, dass der Schutz vor Asbest davon abhängt, in
welchem Bundesland man lebt. Die Bundesregierung muss dringend
einschreiten, für einen umfassenden Schutz in allen Bundesländern und
eine vollständige Aufklärung sorgen.“

Wie der Falter in der heutigen Ausgabe berichtet, wurde die
Asbestproblematik im Burgenland über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte,
mutmaßlich bewusst ignoriert oder kleingeredet. Auch eine Vertuschung
steht im Raum. Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht das
Arbeitsinspektorat. Die zuständige Ministerin Schumann muss dafür
sorgen, dass der Fall restlos und transparent aufgeklärt wird.

Greenpeace fordert daher von der österreichischen
Bundesregierung:

– Bundesweite Koordination & finanzielle Hilfe: Lückenlose Erhebung
aller belasteten Standorte, gesicherte und wirtschaftlich
verträgliche Entsorgungsmöglichkeiten sowie einen Katastrophenfonds
für betroffene Privatpersonen und Klein- und Mittelbetriebe – analog
zu den COVID-Hilfen.

– Gesetzliche Klarstellung: Das Inverkehrbringen asbesthaltiger
Materialien aus Steinbrüchen muss im Chemikalienrecht klar verboten
werden. Minister Totschnig muss sich für ein derartiges EU-weites
Verbot einsetzen.

– Luftgrenzwert für Asbest: Österreich braucht dringend einen
gesetzlichen Richtwert von maximal 500 Fasern pro Kubikmeter in der
Außenluft – mit strengeren Werten für sensible Bereiche wie Schulen,
Krankenhäuser und Sportanlagen. Wird der Wert überschritten, müssen
die Asbestquellen gesucht und saniert werden.

– Gesundheitsmonitoring: Für betroffene Menschen muss ein
freiwilliges Gesundheitsmonitoring angeboten werden. Das betrifft zum
Beispiel Anrainer:innen der vier betroffenen Steinbrüche,
Bauarbeiter:innen sowie Landwirt:innen.

Forderungskatalog an die Bundesregierung: https://bit.ly/4rVqrXA

Bildmaterial: https://act.gp/41n7YIt
Unter Angabe der Credits © Greenpeace stehen die Fotos kostenfrei zur
redaktionellen Nutzung zur Verfügung.

Übersichtskarte mit Asbestfunden und Laborergebnissen:
https://act.gp/Asbestbelastung-Karte