Wien (OTS) – An 13 Standorten österreichweit finden regelmäßig
Rinder-
Versteigerungen statt. Milchbetriebe verkaufen dort sowohl ihre
überschüssigen Kälber, als auch weibliche Rinder – viele davon
schwanger. Auch Stiere für Besamungszwecke werden angeboten und am
Nasenring durch den Ring gezogen. Solche Verkaufsveranstaltungen sind
ein fester Bestandteil des Handels mit lebenden Tieren und
Ausgangspunkt unzähliger Tiertransporte. Viele davon enden in weit
entfernten Ländern wie Algerien oder Aserbaidschan (1) und erfolgen
zum Teil sogar per Schiff und LKW.
Das aktuelle Video zeigt grobe Umgangsformen mit Tieren, wie
illegales Schwanzverdrehen und Schläge mit Stöcken, sowie Verladungen
auf Tiertransporter. Die vom VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN
veröffentlichten Aufnahmen stammen von sechs verschiedenen
Versteigerungen in Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Tirol und
der Steiermark im Zeitraum Dezember 2025 bis Februar 2026.
Aktuelles Video: Der Ausgangspunkt von Tiertransporten
Alle Versteigerungen laufen ähnlich ab: Vor der Veranstaltung
werden Rinder und Kälber von ihren Ursprungsbetrieben angeliefert. Am
Anfang werden meist Kälber versteigert, dann Stiere und zum Schluss
weibliche Rinder. Die ungewohnte Umgebung, eine Fülle an neuen Reizen
sowie die Begegnung mit unbekannten Tieren und Menschen kann für die
Rinder eine enorme Belastung darstellen. Während der Versteigerung
werden sie mit Führseilen in einem Ring vorgeführt und von Handels-
und Exportfirmen und Landwirt:innen, die rundherum sitzen,
ersteigert. Dieser Part ist oft mit besonders viel Stress verbunden,
da alles möglichst schnell gehen muss und oft ein hoher Geräuschpegel
herrscht. Gefüllte Publikumsränge können zusätzlich zu einer
Reizüberflutung der Tiere beitragen. Die Aufnahmen zeigen einen
groben Umgang mancher Rinderhalter:innen mit den sensiblen Lebewesen:
Teilweise werden sie mit Stöcken getrieben oder an Seilen herum
gezerrt. Vereinzelt wird wehrhaften Tieren sogar mit einem Stock ins
Gesicht geschlagen oder der Schwanz verdreht, was zu erheblichen
Schmerzen und sogar Wirbelschäden führen kann und illegal ist. Stiere
werden üblicherweise durch Schmerzen gefügig gemacht, indem sie an
einem Nasenring durch den Ring gezogen werden.
VGT-Campaignerin Isabell Eckl: „Die Szenen, die sich auf solchen
Versteigerungen zum Teil abspielen, sind für empathische Menschen nur
schwer zu ertragen. In einer Versteigerungshalle hängt sogar der Kopf
und die Haut einer Kuh an der Wand. Dass ein ehemals fühlendes
Lebewesen auf diese Weise präsentiert wird, während im Ring seine
Artgenoss:innen herumgezerrt werden, zeugt von enormer
Respektlosigkeit gegenüber Tieren.“
Die Käufer:innen der Tiere sind meist entweder andere
Landwirt:innen von Milch- oder Mastbetrieben oder Handels- und
Exportfirmen. Schwangere Kalbinnen (weibliche Rinder, die noch kein
Kalb geboren haben) werden oft in Tierschutz-Hochrisikostaaten mit
niedrigen oder keinen Tierschutzstandards exportiert, derzeit
hauptsächlich nach Algerien. Der Transport dorthin erfolgt per LKW
und Schiff. Auch die Firma Klinger , die zuletzt massiver
öffentlicher Kritik ausgesetzt war, kauft regelmäßig Kalbinnen auf
Versteigerungen, vorwiegend in Nieder- und Oberösterreich, an und
exportiert sie nach Algerien. Die Waldviertler Exportfirma soll für
das Leid tausender und den Tod hunderter Rinder aus Uruguay auf der
Spiridon II vergangenen Herbst verantwortlich sein.(2)
Der VGT veranstaltet am Mittwoch, den 1. April 2026 von 9.00-
11.00 Uhr eine Demonstration gegen Drittlandexporte vor der
Berglandhalle bei Wieselburg in Niederösterreich, während in der
Halle eine Versteigerung stattfindet und fordert in einer Petition
strengere Gesetze für Tiertransporte.
Pressefotos (Copyright: VGT.at)
(1) TRACES Bericht 2025 (AGES)
(2) ORF: Österreicher hinter tödlichem Tiertransport [31.3.2026]

