Wien (OTS) – Mit den herbstlichen Temperaturen begeistern sich die
Wienerinnen und
Wiener wieder verstärkt für Bewegung im Freien. Für die 342 Wiener
Sportartikelhändler bedeutet die Herbstzeit Hochsaison für den
Verkauf von Outdoor-Artikeln: Wetterfeste Jacken und Schuhe,
Rucksäcke und Outdoor-Zubehör gehören im September und Oktober zu den
stärksten Verkaufstreibern. „Die Nachfrage nach Outdoor-Artikeln
zieht derzeit spürbar an. Besonders gefragt sind Produkte, die Schutz
vor Wind und Wetter bieten und gleichzeitig vielseitig einsetzbar
sind“, erklärt Günther Rossmanith, Branchensprecher des
Sportartikelhandels in der Wirtschaftskammer Wien.
Natur als Fitnessraum: Nachfrage nach Outdoor-Artikeln hoch
Für Sportartikelhändler wird der Verkauf von Outdoor-Artikeln
immer wichtiger: Rund ein Viertel des Umsatzes im Sportfachhandel
wird bereits mit Outdoor-Sportartikeln erwirtschaftet. Nach einem
kräftigen Umsatzschub während der Corona-Pandemie pendelt sich der
Markt aktuell auf stabilem Niveau ein. Im letzten Jahr lag das
Volumen österreichweit bei fast 600 Millionen Euro. Bekleidung macht
dabei rund 46 Prozent aus, Schuhe über 40 Prozent. Zubehör wie
Stöcke, Trinksysteme oder Stirnlampen trägt etwa 14 Prozent bei.
Gorpcore-Trend: Funktionskleidung als Modetrend
Doch Outdoor-Bekleidung ist heute weit mehr als reine Funktion –
sie prägt zunehmend auch die Modewelt. Vor allem die Wiener
Fachhändler profitieren von dieser Entwicklung. „Outdoor ist nicht
länger ein Nischenthema für Berg- oder Extremsportler, sondern Teil
des urbanen Lebensstils geworden“, so Rossmanith. Ob Laufen im
Prater, Wandern am Stadtrand, Training im Park oder Radfahren im
Alltag – die Grenzen zwischen Freizeitaktivität und urbanem
Lebensstil verschwimmen zunehmend.
„Outdoor-Bekleidung ist nicht mehr nur für die Berge reserviert“,
erklärt Rossmanith. „Der sogenannte Gorpcore-Trend macht robuste
Funktionsjacken und -Rucksäcke oder etwa Trail-Sneaker salonfähig für
den urbanen Alltag. In einer Stadt wie Wien, wo Sport und urbanes
Leben eng verwoben sind, ist diese Entwicklung besonders sichtbar.
Viele Kundinnen und Kunden wollen Kleidung, die wetterfest,
vielseitig und zugleich stylisch ist.“ Mittelfristig wächst der
Bereich sehr positiv, da die Zielgruppen deutlich vielfältiger werden
– sowohl in Alter und Leistungsniveau als auch durch den zunehmenden
Zulauf junger Menschen und Frauen.
Rossmanith: „Trend zu Vitalität gut fürs Geschäft“
Neben Funktionalität und Design spielt auch Nachhaltigkeit eine
wachsende Rolle. Immer mehr Wienerinnen und Wiener wollen in
langlebige, multifunktionale Produkte investieren, die möglichst
ressourcenschonend produziert sind – bevorzugt „Made in Europe“.
Dieser Trend zum bewussteren Konsum zeigt sich deutlich im
Kaufverhalten: Während ein Teil der Kundschaft stärker auf den Preis
achtet, legt ein anderer Teil besonderen Wert auf Qualität,
Materialauswahl und Beratung. Rossmanith: „Für den Fachhandel
bedeutet das die Chance, durch Spezialisierung und Service zu
punkten. Betriebe mit hoher Beratungskompetenz haben klare Vorteile.
Das ist für viele kleinere Händler das entscheidende Erfolgsrezept.“
Insgesamt beschäftigt die Branche rund 2.600 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter.
Zwar belasten steigende Energie- und Personalkosten sowie die
Online-Konkurrenz den Handel. Gleichzeitig sichern ein breites
Sortiment, individuelle Beratung und die große Begeisterung der
Wienerinnen und Wiener für Bewegung im Freien eine stabile Basis.
Rossmanith resümiert: „Der Trend zu mehr Bewegung und Vitalität
bleibt in Wien hoch. Für die Branche ist das eine solide Grundlage
für weiteres Wachstum.“


