Wien (OTS) – In der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode sollen die
Universitäten einen Beitrag von einer Milliarde Euro leisten, es
wurde eine Kürzung von 16,5 Mrd. Euro auf 15,5 Mrd. Euro angekündigt.
Erst im November hatte die Wissenschaftsministerin Holzleitner von
der Wissenschaftsfreiheit bei einer Podiumsdiskussion in Innsbruck
gesprochen, jetzt drängt sie die Hochschulen selbst in die
Abhängigkeit von Unternehmen und Sponsor_innen. Eine solch massive
Kürzung bei Hochschulen bedeutet klar, dass bei der Lehre und
Forschung gespart werden muss.
„Universitäten sind seit jeher Orte des kritischen Denkens und
Hinterfragens und damit zentrale Akteurinnen einer widerstandsfähigen
Demokratie. Durch das blinde Kürzen, gerade in Zeiten der wachsenden
Wissenschaftsfeindlichkeit und Demokratieskepsis, zeigt die
Regierung, dass sie keinen Plan hat, wie sie mit den
gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit umgehen soll“, so
Maike Cyrus, Bundessprecherin der Grünen & Alternativen
Student_innen.
Viktoria Kudrna aus dem Vorsitzteam der Bundes-ÖH schließt an:
„Erst im Februar hat der Prozess der Hochschulstrategie 2040
gestartet, an dem unterschiedlichste Stakeholder_innen arbeiten, um
die Hochschulen Österreichs zu Orten zu machen, an denen Wissenschaft
gelebt und mit der Zivilbevölkerung geteilt wird. Wenn jetzt aber
Universitäten kaputtgespart werden, wo soll dann diese Strategie noch
angewendet werden? Auf eine Selbstinszenierung des Ministeriums
können Studierende wie auch Forschende verzichten, nicht aber auf
Milliarden, die für den Betrieb des Status-Quo notwendig sind.“
„Wir Studierenden müssen jetzt schon um Seminarplätze kämpfen,
Kürzungen würden dieses Problem nur noch mehr verschlimmern. Wer bei
den Hochschulen spart, spart an der Zukunft Österreichs – denn bei
einer realen Kürzung in diesem Ausmaß sind die Hochschulen faktisch
vor die Wahl gestellt: Studienangebot abbauen oder Qualität
reduzieren, um Kosten zu sparen. Was eine ausbleibende Finanzierung
der Universitäten bedeutet, haben wir bereits im Dezember 2022
gesehen, als eine der größten Hochschulen des Landes, die Technische
Universität Wien, ihre Tore für einen Monat schließen musste. Wenn
wir in Österreich Wissenschaft und Forschung auf höchstem Niveau
haben wollen, um eine widerstandsfähige Demokratie zu garantieren,
müssen wir diese auch entsprechend fördern“, ergänzt Maike Cyrus.


