Wien (OTS) – Der Internationale Tag der Familie findet dieses Jahr am
15. Mai 2026
unter dem Motto „Familien, Ungleichheiten und Kindeswohl“ statt. Er
soll darauf aufmerksam machen, wie Ungleichheiten das Familienleben
und die Zukunft von Kindern beeinflussen sowie auf den Bedarf nach
mehr Investitionen in integrierter, familienorientierter Politik
hinweisen. Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und
Psychologen (BÖP) rückt in diesem Zusammenhang den Einfluss von
Familienbeziehungen auf das psychische Wohlbefinden ins Bewusstsein.
Denn: Familie kann unterschiedliche Formen annehmen und ist nicht
auf ein bestimmtes Modell beschränkt. Entscheidend für das psychische
Wohlbefinden sind nicht die Strukturen, sondern die Qualität der
Beziehungen.
Zwtl.: Der Einfluss der Familienbeziehungen auf das psychische
Wohlbefinden
Die eigene Familie bietet die erste Quelle für soziale
Beziehungen im Leben. Soziale Beziehungen tragen einen wesentlichen
Beitrag zum Wohlbefinden bei, indem sie Unterstützung im Alltag sowie
in Krisensituationen liefern. Sie können jedoch auch zu Stress, einem
verringerten Selbstwert oder depressiven Symptomen führen, zum
Beispiel im Fall von Konflikten oder Gewalt.
Studien belegen einen positiven Zusammenhang zwischen familiärer
Unterstützung und emotionaler, sozialer und psychischer Gesundheit.
Gleichzeitig stehen negative familiäre Beziehungen mit einem erhöhten
Risiko für Angststörungen und Depressionen in Zusammenhang. Zu
negativen familiären Beziehungen gehören unsichere Bindung,
Elternkonflikte und negative Kommunikation. Der private Raum ist nach
wie vor für viele Frauen und Kinder ein gefährlicher Ort, an dem
Gewalt und psychische Belastung erlebt wird.
Zwtl.: Ungleichheiten und psychische Belastungen
Aber nicht nur Beziehungen können Unterstützungs- sowie
Belastungsfaktoren innerhalb von Familien darstellen. Auch
sozioökonomische Faktoren wie finanzielle Ressourcen sowie
strukturelle und soziale Lebensbedingungen haben einen großen
Einfluss auf Familien und infolgedessen auf das psychische
Wohlbefinden ihrer Mitglieder, insbesondere Kinder. Daten zeigen,
dass ein niedriges Einkommen und ein niedriges Bildungsniveau mit
einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen assoziiert sind. Im
untersten Einkommensfünftel leiden sechsmal so viele Personen an
Depressionen wie im oberen.
Zwtl.: BÖP befürwortet Unterstützungsangebote, um Ungleichheiten
auszugleichen
„Aus psychologischer Sicht stellen familiäre Beziehungen eine
wichtige Komponente des psychischen Wohlbefindens dar. Familiäre
Beziehungen können psychische Gesundheit sowohl begünstigen als auch
beeinträchtigen und stellen somit einerseits einen Schutzfaktor und
andererseits einen Risikofaktor dar. Es ist wichtig, dass die Politik
und wir als Gesellschaft Rahmenbedingungen schaffen, die Familien
ermöglichen, ihre positiven Auswirkungen bestmöglich zu entfalten“,
so BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.
Der BÖP unterstützt daher Maßnahmen und Angebote für Familien,
die darauf abzielen, Ungleichheiten auszugleichen. Dazu zählen unter
anderem finanzielle Unterstützung wie das Kindergeld, der Ausbau
qualitativ hochwertiger und leistbarer Betreuungseinrichtungen,
niederschwellige Bildungsangebote sowie der Zugang zu psychologischer
Unterstützung.


