St. Pölten (OTS) – Beim 80. Landesjägertag des NÖ Jagdverbands im
Francisco Josephinum
in Wieselburg hob Landesjägermeister Christoph Metzker die
Veränderungen der Lebensräume durch den Klimawandel, neue
Wildartenzusammensetzungen, Neuerungen durch die Novellierung des
Waffen- und Jagdgesetzes sowie veränderte Aufgabenstellungen an die
Jagd hervor: „Die Anforderungen an die Jagd verändern sich. Einige
haben wir bereits mit dem Schwerpunkt Lebensraum adressiert. Nun
stehen die Förderung des jagdlichen Nachwuchses, die Stärkung der
Rolle als Partner für unterschiedliche Naturnutzergruppen sowie das
verstärkte Sichtbarmachen der Leistungen der Jagd im Fokus. Wir
intensivieren den Austausch mit den Jägerinnen und Jägern durch
unterschiedliche Formate, analysieren die veränderten
Rahmenbedingungen für die Jagd im Detail und leiten geeignete
Maßnahmen ab, um die kommenden Herausforderungen bestmöglich zu
lösen.“ Dazu schafft der NÖ Jagdverband konkrete Angebote, um die
Qualität der Jagd weiter zu stärken und den gesellschaftlichen
Auftrag langfristig abzusichern. Teil dessen wird eine verstärkte
Kommunikation der Leistungen der Jägerinnen und Jäger sein.
Die niederösterreichische Jägerschaft beleuchtet die
Veränderungen für das Handwerk Jagd und stellt 2026 unter dem Motto
„sichere Jagdpraxis“ Maßnahmen in den Mittelpunkt, die diese neuen
Anforderungen antizipieren. „Jagd bedeutet mehr als Handwerk: Sie ist
ein gesellschaftlicher Auftrag, und der umfasst die Arbeit in den
Revieren, die Erhaltung von Tradition und Brauchtum, die Produktion
von Wildbret sowie die Kommunikation für Natur und Wild und vieles
mehr“, so Landesjägermeister Christoph Metzker. Konkret zeigt sich
dieser Anspruch in der Praxis zum Beispiel bei der Regulierung des
Wildbestands, bei der Nachsuche nach Wildunfällen, in der
Seuchenabwehr oder in der Aufklärungsarbeit für die Bevölkerung.
„Dabei kommen neue Herausforderungen auf uns zu, die wir durch
entsprechende Maßnahmen und richtiges Handeln bewältigen müssen –
also durch Haltung, Kompetenz und Verlässlichkeit bei dem, was wir
tagtäglich in den Revieren tun.“
Dafür setzt der NÖ Jagdverband auf konkrete Maßnahmen und
praxisnahe Weiterbildung. So wurden das Verbandsmagazin neu
aufgestellt, digitale Wissensquizze zum richtigen Ansprechen von
Wild, zur Bestimmung von Greifvögeln oder zur Wildbrethygiene
erstellt sowie eine Kooperation mit dem Innenministerium im Rahmen
von „Gemeinsam.Sicher“ unterzeichnet. Künftig bietet der NÖ
Jagdverband zudem Publikationen, Seminare und Schulungen zu Themen
rund um das Handwerk Jagd an. Ergänzend wird mit einer
Funktionärsakademie gezielt der Nachwuchs gefördert, um junge
Jägerinnen und Jäger darauf vorzubereiten, Verantwortung zu
übernehmen sowie als Funktionärinnen und Funktionäre die Jagd in
Niederösterreich und die Arbeit des NÖ Jagdverbands mitzugestalten.
„Ziel dieser Initiativen ist es, verlässliche und transparente
Rahmenbedingungen für die Jagd zu erhalten sowie fachliche Angebote
für die Jägerinnen und Jäger zu schaffen, damit sie für die
steigenden Anforderungen gewappnet sind und auch weiterhin ihren
verantwortungsvollen Aufgaben nachkommen können. Das sichert die
stete Weiterentwicklung des Handwerks Jagd im Einklang mit künftigen
Herausforderungen“, so Christoph Metzker. „Das ist die Grundlage
dafür, dass die Jagd als verlässlicher Partner für Gesellschaft, Land
– und Forstwirtschaft sowie die Natur auch in Zukunft bestehen kann.“
Innenminister Gerhard Karner ging auf die größte Novelle des
Waffengesetzes seit 30 Jahren, die Veränderungen für die Jagd sowie
die Herausforderungen bei der Erarbeitung des Gesetzes ein. „Das Ziel
war von Beginn an klar: ein Mehr an Sicherheit für die Menschen in
unserem Land. Das Waffengesetz regelt viele Aspekte des Erwerbs, der
Aufbewahrung, der Führung und Handhabung von Waffen sowie
Sachverhalte, die zu einer Entnahme von Waffen führen. Aber es ist
nicht seine Aufgabe, in die Ausübung der Jagd als Ganzes
einzugreifen.“ Dabei betonte er die umfassende Aus- und Weiterbildung
in der Jagd sowie den sicheren Umgang mit Waffen durch Jägerinnen und
Jäger.
„Jagd und Niederösterreich, das passt zusammen“, sagt LH-
Stellvertreter Stephan Pernkopf, der auch betont: „Denn dass wir eine
so hohe Biodiversität, eine so schöne und gepflegte Kulturlandschaft
haben, ist ein Verdienst der Jägerinnen und Jäger gemeinsam mit den
Bäuerinnen und Bauern.“ Deshalb wurden mit der kürzlich erfolgten
Gesetzesnovelle auch neue Möglichkeiten eröffnet: „Wir haben ein
modernes Jagdgesetz geschaffen, aus Liebe zum Land und aus
Verantwortung für Tier und Mensch. Mit leichteren Wolfsabschüssen,
mit dem Einsatz von Drohnen zur Jungwildrettung und der Ausweitung
von Nachtzielhilfen. Das ist ein klares Bekenntnis zu einer
verantwortungsvollen Jagd im Sinne unserer Natur und unserer
Sicherheit. Danke an Landesjägermeister Christoph Metzker für den
konstruktiven Dialog im Vorfeld.“
Der NÖ Jagdverband ist die Interessenvertretung der rund 37.000
Jägerinnen und Jäger in Niederösterreich. Im Interesse seiner
Mitglieder setzt sich der NÖ Jagdverband für gute Rahmenbedingungen
für ein nachhaltiges Jagdwesen auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene
ein. Im Interesse des heimischen Wildes kümmert er sich um den Erhalt
und die Verbesserung von Lebensräumen, um so für einen artenreichen
und gesunden Wildbestand in Niederösterreich zu sorgen, der im
Einklang mit der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung des Landes
steht.
Weitere Informationen bei der Pressestelle des NÖ Jagdverbandes,
Kapp Hebein Partner, Telefon +43 660 5068 451, E-Mail jagd@
khpartner.at

