Wien (OTS) – Der Klimawandel mit vermehrten Extremwetterereignissen
wie Dürre,
Starkregen und Spätfrost setzt die heimische Landwirtschaft zunehmend
unter Druck. Risikoversicherungen sind deshalb ein zentrales
Instrument, um bäuerliche Existenzen zu schützen und
Planungssicherheit zu schaffen. Österreich verfügt hier über ein
europaweit einzigartiges Versicherungssystem, das in den vergangenen
Jahren laufend weiterentwickelt wurde.
Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser erklärt dazu:
„Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen in Zeiten steigender
Wetterrisiken Verlässlichkeit. Wir begrüßen, dass Bund und Länder auf
Basis eines Beschlusses der Bundesländer das bestehende
Versicherungssystem langfristig absichern und den Prämienzuschuss von
55 Prozent fortführen.“
Langfristige Lösung auf Basis eines Beschlusses der Bundesländer
Die Schäden in der Landwirtschaft steigen und erreichten 2024
bereits rund 260 Millionen Euro. Damit wachsen auch die
Prämienzuschüsse von Bund und Ländern: 146 Millionen Euro im Jahr
2024, für 2025 werden rund 160 Millionen Euro erwartet. Diese
Entwicklung stellt die öffentlichen Budgets zunehmend vor
Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund haben Bund und Länder nach einer
gemeinsamen Analyse des bestehenden Versicherungsangebotes eine
langfristige Lösung vereinbart. Die finanzielle Absicherung des
Versicherungssystems wurde durch eine Anpassung der Produkte im
Bereich der Dürreindexversicherung sichergestellt. Die Änderungen
gelten ab dem Versicherungsjahr 2026, das breite Versicherungsangebot
für die Betriebe bleibt vollständig bestehen.
Anpassung bei der Dürreindexversicherung
Konkret wird ein Kriterium der Dürreindexversicherung so
geändert, dass Hitzetage künftig erst dann prämiengefördert werden,
wenn sie über der Schwelle des zehnjährigen Durchschnitts liegen.
Dürreschäden können weiterhin sowohl über die
Dürreertragsversicherung als auch über die Dürreindexversicherung
abgesichert werden. Auch in Zukunft wird das agrarische
Risikoversicherungsangebot von Bund und Ländern mit insgesamt 55
Prozent der Prämien gefördert, die Bäuerinnen und Bauern bezahlen
weiterhin die reduzierte Prämie.
Bauernbund dankt Bund und Ländern
„In einer angespannten Budgetsituation ist es keine
Selbstverständlichkeit, dass Bund und Länder gemeinsam diese
Priorität setzen“, so Strasser weiter. „Wir danken
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und den Bundesländern, dass
sie sich zur Risikoversicherung bekennen.“
Das landwirtschaftliche Versicherungssystem bleibt damit ein
zentrales Element des Risikomanagements in der Land- und
Forstwirtschaft. Es ermöglicht, Ertragsverluste durch Wetterextreme
und Tierkrankheiten abzufedern und trägt dazu bei, die Versorgung mit
heimischen Lebensmitteln auch unter schwierigen Rahmenbedingungen zu
sichern.

