Baden (OTS) – Für tausende Kinder und Jugendliche in Ost-Österreich
beginnt am
Montag ein neues Schuljahr. Mit dem Unterricht kehren für viele
Familien auch die Themen zurück, die den Schulalltag abseits des
Klassenzimmers prägen: Hausübungen, Prüfungsvorbereitung,
Leistungsdruck und Nachhilfe. Wie stark externe Lernunterstützung
inzwischen zum österreichischen Bildungsalltag gehört und wie
Österreich über die Zukunft des Lernens – auch mit KI-Unterstützung –
denkt, zeigt der Lernhilfe-Monitor des Digital Research Instituts
Marketagent.
Zwtl.: Fact Box:
– Nachhilfe ist für jede dritte Familie Realität: 33% der Eltern mit
Schulkindern berichten, dass zumindest eines ihrer Kinder in den
vergangenen 12 Monaten Nachhilfe erhalten hat.
– Mathematik ist das mit Abstand wichtigste Nachhilfefach (47%),
gefolgt von Englisch (34%) und Deutsch (32%).
– Die wichtigsten Gründe für Nachhilfe sind die Vorbereitung auf
Schularbeiten/ Prüfungen (27%) und die Verbesserung des Notenschnitts
(27%).
– Kostenfaktor Nachhilfe: 86% der betroffenen Eltern bezahlen
zumindest einen Teil der Lernunterstützung, rund die Hälfte (49%)
komplett. Zwei Drittel (66%) empfinden die Kosten als (eher) starke
Belastung.
– Nachhilfe zeigt Wirkung: Zwei Drittel der Eltern (65%) berichten,
dass die Nachhilfe ihrem Kind bzw. ihren Kindern (eher) geholfen hat.
– KI als Lernhilfe: Knapp 4 von 10 Eltern mit Schulkindern stehen KI
als Lernhilfe (eher) positiv gegenüber (39%). 26% berichten, dass
ihre Kinder bereits KI-Anwendungen zum Lernen verwenden.
– Nachhilfe gilt gesellschaftlich als unverzichtbar: 8 von 10
Österreicher*innen (81%) halten Nachhilfe heute für (eher) wichtig
für den Erfolg von Schüler*innen.
– Steigender Bedarf und Shift zu KI: 83% der Österreicher*innen
rechnen mit einer Zunahme des Nachhilfebedarfs in den kommenden
Jahren. 56% halten es für wahrscheinlich, dass Künstliche Intelligenz
klassische Nachhilfe in naher Zukunft teilweise ersetzen wird.
– Handlungsbedarf im Bildungssystem: Kostenlose Förderangebote an
Schulen (53%), mehr individuelle Unterstützung in der Schule (47%)
und kleinere Klassen (39%) gelten als wichtigste Maßnahmen zur
Reduktion des Nachhilfebedarfs.
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Zwtl.: Nachhilfe ist längst mehr als die Rettung vor dem „Fünfer“
Nachhilfe ist mittlerweile für viele Familien Teil des
Schulalltags: Ein Drittel der Eltern mit Schulkindern (33%) berichtet
im Marketagent Lernhilfe-Monitor, dass zumindest eines ihrer Kinder
in den vergangenen zwölf Monaten Nachhilfe erhalten hat. Mit Abstand
am häufigsten wird Unterstützung in Mathematik (47%) benötigt.
Dahinter folgen Englisch (34%) und Deutsch (32%). Latein liegt mit 11
Prozent bereits deutlich zurück.
Dabei geht es keineswegs nur darum, ein drohendes „Nicht
genügend“ abzuwenden. Am häufigsten dient Nachhilfe der Vorbereitung
auf Schularbeiten, Tests oder Prüfungen (27%) und der Verbesserung
des Notenschnitts (27%). Jeweils rund ein Fünftel der betroffenen
Eltern nennt das Schließen von Wissenslücken (21%) und die
Verbesserung schlechter Noten bzw. das Vermeiden eines „Nicht
genügend“ (20%) als Grund. Aber auch unzureichende Förderung im
regulären Unterricht (20%) ist ein Thema. Nachhilfe wird damit
zunehmend zur laufenden Begleitung durch den Schulalltag und nicht
erst zum Reparaturinstrument, wenn der schulische Erfolg bereits
gefährdet ist.
Zwtl.: Lernpause Sommerferien? Für sieben von zehn Familien nur
bedingt
Dass Schule und Lernen längst nicht immer mit dem letzten
Schultag enden, zeigt ein weiterer Befund des Lernhilfe-Monitors: 71
Prozent der Eltern geben an, dass ihre Kinder auch während der
Schulferien lernen oder üben. Rund 12 Prozent tun dies sogar täglich
oder mehrmals pro Woche. 43 Prozent lernen zumindest gelegentlich in
den Ferien, weitere 16 Prozent starten kurz vor Schulbeginn wieder
mit dem Üben. Nur drei von zehn Eltern berichten, dass ihre Kinder
während der Ferien gar nicht lernen (30%).
Zwtl.: Nachhilfe hat ihren Preis: Zwei Drittel spüren die Belastung
Für die große Mehrheit der betroffenen Familien ist Nachhilfe mit
Kosten verbunden: 86 Prozent der Eltern mit Nachhilfeerfahrung haben
zumindest einen Teil der Lernunterstützung selbst bezahlt. Rund die
Hälfte (49%) finanziert die Nachhilfe vollständig selbst, weitere 36
Prozent nutzen eine Mischung aus bezahlten und kostenlosen Angeboten.
Nur 14 Prozent kommen ausschließlich mit kostenlosen Angeboten aus.
Diese Ausgaben machen sich im Haushaltsbudget deutlich bemerkbar:
Zwei Drittel der zahlenden Eltern (66%) empfinden die Kosten für
Nachhilfe als Belastung. Fast jede*r Vierte (24%) spricht sogar von
einer sehr starken finanziellen Last.
Das Thema trifft damit einen gesellschaftlichen Nerv. Neun von
zehn Österreicher*innen (90%) stimmen der Aussage zu, dass der
schulische Erfolg eines Kindes nicht davon abhängen sollte, ob sich
dessen Eltern Nachhilfe leisten können. Gleichzeitig sind 85 Prozent
der Ansicht, dass sich immer mehr Familien Nachhilfe kaum leisten
können.
„ Nachhilfe ist für viele Familien längst kein Randthema mehr.
Sie wird nicht nur bei akuter Versetzungsgefahr eingesetzt, sondern
begleitet Kinder zunehmend durch den ganz normalen Schulalltag. Das
ist besonders deshalb bemerkenswert, weil die Unterstützung aus Sicht
der Eltern durchaus Wirkung zeigt, gleichzeitig aber für viele eine
spürbare finanzielle Belastung darstellt. Damit wird Nachhilfe auch
zu einer Frage der Bildungsgerechtigkeit “, fasst Andrea Berger ,
Research & Communications bei Marketagent, die Ergebnisse zusammen.
Zwtl.: Die gute Nachricht: Nachhilfe wirkt
Denn trotz der finanziellen Belastung fällt die Bilanz der Eltern
zur Wirkung überwiegend positiv aus. 65 Prozent jener Eltern, deren
Kinder Nachhilfe erhalten haben, sind der Meinung, dass diese sehr
oder eher geholfen hat. Ein weiteres Drittel zieht zumindest eine
gemischte Bilanz (32%).
Nachhilfe erfüllt aus Sicht vieler Familien also ihren Zweck.
Auch in der Gesamtbevölkerung genießt sie einen hohen Stellenwert:
Mehr als acht von zehn Österreicher*innen (82%) halten Nachhilfe
heute für sehr oder eher wichtig für den schulischen beziehungsweise
späteren beruflichen Erfolg. Drei von zehn stufen sie sogar als „sehr
wichtig“ ein.
Zwtl.: Eltern zwischen Zeitdruck und fachlichen Grenzen
Nachhilfe ist aber nicht nur eine Frage schulischer Defizite.
Viele Eltern stoßen bei der Unterstützung ihrer Kinder auch zeitlich
und fachlich an Grenzen: 80 Prozent der Österreicher*innen sind der
Ansicht, dass berufliche und private Verpflichtungen zu wenig Raum
für Lernunterstützung zu Hause lassen. 73 Prozent glauben, dass die
schulischen Anforderungen mittlerweile so hoch sind, dass viele
Eltern auch fachlich an ihre Grenzen stoßen. Gleichzeitig nehmen 75
Prozent einen steigenden Leistungsdruck auf Kinder und Jugendliche
wahr.
Wie stark sich das im Familienalltag niederschlägt, zeigt der
Blick auf Haushalte mit Schulkindern: Bei 24 Prozent führen Schule
und Lernen regelmäßig zu Stress und Konflikten in der Familie, 21
Prozent berichten von schulischem Druck auf ihr Kind. 23 Prozent der
Eltern fühlen sich selbst durch die schulischen Anforderungen ihres
Kindes belastet und 18 Prozent haben das Gefühl, bei schulischen
Themen nicht ausreichend helfen zu können.
Zwtl.: Vom Erklärvideo bis ChatGPT: Lernen wird digitaler
Unterstützung kommt dabei längst nicht mehr ausschließlich von
klassischen Nachhilfelehrer*innen. Knapp zwei Drittel der Eltern von
Schulkindern berichten, dass ihre Kinder zumindest eine Form
digitaler Lernunterstützung nutzen. Am häufigsten kommen YouTube-
beziehungsweise Erklärvideos (29%) zum Einsatz. Bereits an zweiter
Stelle stehen KI-Anwendungen wie ChatGPT mit 26 Prozent, knapp
gefolgt von Lern-Apps wie Duolingo mit 25 Prozent. Klassische
Lernplattformen wie Sofatutor werden von 14 Prozent genannt.
Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz überwiegt unter Eltern
derzeit vorsichtige Offenheit: 39 Prozent bewerten KI als Lernhilfe
positiv, 43 Prozent stehen ihr neutral gegenüber. Nur 18 Prozent
äußern sich eher oder sehr negativ.
Und auch mit Blick auf die weitere Entwicklung erwarten viele
eine Verschiebung: 56 Prozent der österreichischen Bevölkerung halten
es für wahrscheinlich, dass KI-Anwendungen klassische Nachhilfe in
den kommenden Jahren zumindest teilweise ersetzen werden.
Zwtl.: 83 Prozent erwarten weiter steigenden Nachhilfebedarf
Dass sich das Problem durch neue Technologien allein erledigen
wird, erwartet die Bevölkerung allerdings offenbar nicht. Im
Gegenteil: 83 Prozent der Österreicher*innen glauben, dass der Bedarf
an Nachhilfe in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Ein Drittel
(33%) rechnet sogar mit einem deutlichen Zuwachs. Nur knapp zwei
Prozent gehen von einem sinkenden Bedarf aus.
Die Wünsche an das Bildungssystem sind vor diesem Hintergrund
eindeutig: 53 Prozent sprechen sich für kostenlose Förderangebote
direkt an den Schulen aus, 47 Prozent für mehr individuelle Förderung
während des regulären Schulbetriebs. 39 Prozent sehen kleinere
Klassen als wirksamen Hebel. Besonders klar fällt auch das
grundsätzliche Urteil über die Verantwortung der Schulen aus: 82
Prozent stimmen zu, dass diese Lernrückstände stärker selbst
auffangen sollten.
„ Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Spannungsfeld: Eltern
erleben Nachhilfe mehrheitlich als wirksame Unterstützung,
gleichzeitig wünschen sich die Österreicher*innen aber sehr klar,
dass Förderung stärker innerhalb des Schulsystems stattfinden und
weniger vom Geldbeutel der Eltern abhängen sollte. Mit KI kommt nun
eine weitere Komponente hinzu, die Lernunterstützung verändern und
vielleicht auch leichter zugänglich machen kann. Den grundsätzlichen
Bedarf an individueller Förderung wird sie aber wohl nicht
verschwinden lassen “, so Thomas Schwabl , Gründer von
Geschäftsführer von Marketagent.