Ostern: „Ich wollt, ich wär kein Huhn“

Wien (OTS) – Ostern naht, und damit wird auch der Ei-Konsum wieder
stark
ansteigen. Laut Statistik Austria wurden 2024 pro Kopf 250 Eier
gegessen. Um diesen hohen Konsum zu ermöglichen, zahlen Hühner einen
hohen Preis, wie VIER PFOTEN festhält: Nicht nur werden sie auf
Kosten ihrer Gesundheit auf Hochleistung gezüchtet, auch ihre
Haltungsbedingungen sind oft völlig unzureichend.

„ Um den Hunger nach Eiern zu stillen, wurden Legehennen darauf
gezüchtet, möglichst viele Eier zu legen. Während die wilde Stammform
unserer Haushühner einst nur 20-30 Eier pro Jahr legte, sind es bei
heutigen Legehybriden über 300 Eier im Jahr. Für die Körper der Tiere
ist dieser Eierlegemarathon mit zahlreichen Problemen verbunden, die
so schwerwiegend sind, dass die ausgelaugten Tiere in der Regel nach
ein bis zwei Jahren geschlachtet werden – obwohl sie in der Natur bis
zu 15 Jahre leben könnten. Ein Nebeneffekt des Hochleistungs-
Eierlegens sind etwa Brustbeinfrakturen durch Osteoporose, die laut
Studien nahezu 100 Prozent der Tiere betrifft “, sagt VIER PFOTEN
Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

Auch das Problem des Tötens der männlichen Küken bleibt zumindest
im konventionellen Bereich bestehen: Da die Brüder der Legehennen
weder Eier legen noch für die Mast genutzt werden können, da sie im
Unterschied zu Masthühnern viel zu wenig Gewicht zunehmen, sind sie
für die Nahrungsmittelproduktion wertlos. In Österreich werden daher
nach wie vor fast zehn Millionen Küken jährlich mittels Gas zur
Futtergewinnung getötet.

Wenn die Haltungsform auf verarbeiteten Produkten mit Eieranteil
nicht ausgewiesen ist, sollten Verbraucher:innen diese auf keinen
Fall kaufen. Dies gilt beispielsweise bei Kuchen vom Bäcker oder bei
der Eierspeise im Restaurant – aber auch beim gefärbten Osterei. Die
Kennzeichnung der Haltung ist bei Produkten wie Kuchen, bunten Eiern,
Keksen oder Eiernudeln im Gegensatz zum Frischei generell keine
Pflicht. Weissenböck: „In der industriellen Fertigung oder in der
Gastronomie kommen oft Billigeier aus dem Ausland zum Einsatz.
Alleine in der EU werden noch immer fast 40 Prozent der Hühner in
Käfigen gehalten, weltweit ist der Anteil noch viel höher.
Dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass verarbeitete
Eier aus Käfighaltung stammen, die in Österreich seit Jahren verboten
ist.“ Das ist auch der Grund, warum VIER PFOTEN sich seit Jahren
nicht nur für ein Verbot der Käfighaltung, sondern auch für eine
umfassende verpflichtende Kennzeichnung verarbeiteter Eier nach
Haltungsform und Herkunft einsetzt, wie sie beim Frischei schon seit
langem tadellos funktioniert.

Wenn man auf den Kauf von Eiern nicht verzichten möchte, sollten
Konsument:innen konventionelle Produkte meiden und unbedingt
Biohaltung (auf dem Ei-Stempel mit 0 gekennzeichnet) wählen. In
dieser Haltungsform haben die Tiere den großzügigsten Auslauf und
Platz im Stall zur Verfügung und müssen nicht ihr ganzes Leben in
dunklen, geschlossenen Hallen verbringen wie etwa in der
Bodenhaltung. Außerdem werden die männlichen Küken in der Biohaltung
zumindest einige Wochen lang großgezogen.

Mehr als die Hälfte der Legehennen in Österreich werden in
Bodenhaltung (mit 2 gekennzeichnet) gehalten. „Diese ist aus
Tierschutzsicht völlig unzureichend: Es dürfen bis zu neun Hennen pro
Quadratmeter gehalten werden. Durch das Gedränge ausgelöster Stress
ist eine häufige Todesursache für die Hühner. Es mangelt ihnen auch
an Beschäftigung, da es keinen Grünauslauf gibt. Verhaltensweisen wie
Futtersuche, Scharren und Picken können nur bedingt ausgeübt werden“,
so Weissenböck.

Um den Eiweißbedarf zu decken, braucht es kein Tier

Die Industrie hat es geschafft, das Thema Eiweiß als Trendthema
zu platzieren. Oft werden tierische Produkte als die besten
Eiweißlieferanten beworben; dementsprechend ist auch der
Fleischkonsum in Österreich seit 2024 nach langen Jahren des
Rückgangs wieder angestiegen. Auch Hühnereier gelten nach wie vor als
optimale Eiweißquelle. Dabei sind beispielsweise auch Hülsenfrüchte,
Tofu, Tempeh und Seitan gute und preisgünstige Eiweißlieferanten.

„ Auch ohne Ei und Fleisch kann man seinen Eiweißbedarf decken
und auch Muskeln aufbauen. Gerade zu Ostern sollten wir uns also vor
Augen halten, dass es Alternativen gibt, die ganz ohne Tierleid
auskommen “, sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Weissenböck.