Wien (OTS) – Eine neue Analyse des Instituts für Pharmaökonomische
Forschung (IPF)
im Auftrag des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller (
ÖVIH) zeigt: RSV* verursacht hohe Kosten, sowohl für die
Volkswirtschaft als auch im Gesundheitssystem. Besonders stark fallen
die durch die Infektion verursachten Arbeitsausfälle ins Gewicht,
aber auch die Krankenhausaufenthalte inklusive Betreuung auf der
Intensivstation sind ein relevanter Kostenfaktor. Risikogruppen wie
Säuglinge oder ältere Menschen mit Komorbiditäten verursachen
besonders hohe Kosten. Mehr Prävention in Form von Impfungen und
passiven Immunisierungen könnte die Situation deutlich verbessern. Um
dies zu erreichen, müssten die Impfungen genau wie jene gegen COVID-
19, Influenza oder Pneumokokken ins Erwachsenenimpfprogramm
aufgenommen und vom Bund getragen werden.
Zwtl.: Jährliche Gesamtkosten von 317 Millionen Euro
Laut IPF bringen die RSV*-Infektionen pro Jahr durchschnittlich
316,9 Millionen Euro an Kosten mit sich. „ Angesichts der ohnehin
angespannten Budgetsituation der öffentlichen Hand ist das ein
relevanter Betrag, insbesondere, weil er nur durch eine einzige
Krankheit verursacht wird “, meint Dr.in Evelyn Walter,
Geschäftsführerin des IPF.
Der überwiegende Teil der RSV-verursachten Kosten entfällt auf
die sogenannten indirekten Kosten. Das sind überwiegend
Arbeitsausfälle aufgrund der Erkrankung oder der Pflegefreistellung
von Eltern erkrankter Kinder. Konkret gibt es bei Personen zwischen
18 und 59 Jahren 85.000 Arbeitsausfälle und rund 820.000
Krankenstandstage pro Jahr aufgrund von RSV. Im Durchschnitt fehlen
Erkrankte dieser Altersgruppe fast 10 Tage im Job.
Diese indirekten Kosten machen mit 258,7 Millionen Euro rund 82
Prozent der Gesamtkosten aus, während direkte medizinische Kosten mit
weiteren 58,1 Millionen Euro zu Buche schlagen.
Zwtl.: Krankenhausaufenthalte verursachen die meisten Kosten im
Gesundheitssystem
Betrachtet man ausschließlich die Ausgaben im Gesundheitssystem,
stellen sich die Krankenhausaufenthalte inklusive Intensivmedizin
sowie die Arztkonsultationen als größte Kostentreiber heraus. Bei
Säuglingen entfallen mehr als 70 Prozent der direkten Kosten auf
stationäre Aufenthalte, während bei Erwachsenen ab 60 Jahren auch
Arzneimittelkosten stark ins Gewicht fallen.
Zwtl.: Risikogruppen stark betroffen – Behandlungen kostenintensiv
Jährlich erkranken rund 3,2 Prozent der Bevölkerung – mehr als
295.000 Menschen – an RSV-Infektionen. Risikogruppen wie
Frühgeborene, Kinder mit angeborenen Herzfehlern oder ältere
Erwachsene mit chronischen Erkrankungen sind besonders stark
betroffen. „ Erwachsene ab 60 Jahre mit Komorbiditäten weisen laut
Analyse sogar ein vierfach erhöhtes Risiko für Atemwegsinfektion
durch RSV auf “, erklärt Walter. Insgesamt entfallen mehr als 116.000
RSV-Fälle auf die definierten Risikogruppen, die zudem mehr
Krankenhausaufenthalte, intensivere Behandlung und erhöhte Kosten
verursachen.
Zwtl.: Über 3.000 Spitalsaufnahmen aufgrund von RSV pro Jahr
Auch wenn ein Großteil der Erkrankten ambulant behandelt werden
kann, müssen rund 3.300 Patient:innen pro Jahr aufgrund schwerer
Verläufe hospitalisiert werden, zwei Drittel davon im ersten
Lebensjahr. Bei Säuglingen gibt es durchschnittlich 1.919 stationäre
Aufnahmen, davon 247 Intensivbehandlungen. Insgesamt sterben jährlich
geschätzte 76 Menschen an den Folgen einer RSV-Infektion.
Zwtl.: Impfung als Ausweg
„ Die Studie zeigt klar, dass RSV nicht nur aus medizinischer,
sondern auch aus gesundheitsökonomischer Sicht eine erhebliche
Belastung für Österreich darstellt “, so Walter.
Den schweren Folgen der Krankheit kann seit mittlerweile zwei
Jahren durch Impfung vorgebeugt werden. Im Österreichischen Impfplan
wird die RSV-Impfung allen Menschen ab 60 Jahren bzw. bei
vorliegenden Grunderkrankungen auch darunter empfohlen. Für
Prävention bei Säuglingen gibt es sogar zwei Möglichkeiten: entweder
die Impfung der werdenden Mutter in der Schwangerschaft oder die
passive Immunisierung des Säuglings nach der Geburt. Letztere wird im
Rahmen des kostenfreien Kinderimpfprogrammes zur Verfügung gestellt.
[1]
„ RSV-Impfungen für ältere Erwachsene oder Schwangere werden
derzeit zwar empfohlen, aber nicht erstattet “, erläutert Mag.a Renée
Gallo-Daniel, Präsidentin des ÖVIH. „ Diese ins
Erwachsenenimpfprogramm aufzunehmen und der Bevölkerung gratis zur
Verfügung zu stellen, wäre eine wichtige Präventionsmaßnahme und
würde das System entlasten. “
* Respiratorisches Synzytial-Virus
Impfempfehlungen sind im Österreichischen Impfplan nachzulesen,
Impfberatung bieten Ärzt:innen und Apotheker:innen im
österreichischen Gesundheitswesen.
[1] BMASGPK, Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.0 vom
01.10.2025.


