Wien (OTS) – Peyvand Naimi, ein junger Bahá’í, der in Kerman im Iran
inhaftiert
ist, ist von der Hinrichtung bedroht, nachdem er zwei
Scheinhinrichtungen, anhaltende Folter und intensive Verhöre erdulden
musste. Die iranischen Behörden versuchen, ihn zu zwingen, Verbrechen
zu gestehen, die er nicht begangen hat.
Herr Naimi wurde am 8. Januar 2026 aufgrund falscher
Anschuldigungen festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, während der
Januarproteste Unruhen angestiftet zu haben. Anschließend wurde er in
ein Haftzentrum der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) überstellt,
das für Folter und Misshandlungen von Gefangenen bekannt ist.
Ein unter Zwang erlangtes „Geständnis“, das ihm die Beteiligung
an den Protesten zuschreibt, wurde am 1. Februar im staatlichen
iranischen Fernsehen im Rahmen einer gezielten Hasskampagne gegen die
Bahá’í ausgestrahlt. Anschließend wurde er in das Gefängnis von
Kerman verlegt. Bis heute hat weder ein Prozess stattgefunden noch
ist ein Urteil ergangen; es wurden keinerlei Beweise vorgelegt, die
die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen stützen.
Seit der Gründung der Islamischen Republik im Jahr 1979 werden
Bahá’í systematisch verfolgt und gezielt als Sündenböcke
instrumentalisiert – durch falsche Anschuldigungen und koordinierte
Hasskampagnen, insbesondere in Zeiten nationaler Krisen.
Auch Herr Naimi ist Ziel einer solchen Kampagne. Am 28. Februar
beschuldigten ihn die Behörden, an der Tötung von drei Basij-
Sicherheitskräften während der Januarproteste beteiligt gewesen zu
sein – obwohl er sich zum Zeitpunkt des angeblichen Angriffs bereits
in Haft befand. Zudem wurde ihm fälschlicherweise vorgeworfen, den
Tod des ehemaligen obersten Führers Irans, Ali Khamenei, gefeiert zu
haben – ein Ereignis, von dem er als Gefangener ohne Zugang zu
Kommunikationsmitteln keine Kenntnis haben konnte.
Seine Familie befürchtet, dass diese konstruierten
Anschuldigungen als Vorwand für seine Hinrichtung dienen könnten.
Ab Mitte März war Herr Naimi über einen Zeitraum von zehn Tagen
ununterbrochen schwerster Folter, intensiven Verhören sowie dem
systematischen Entzug von Nahrung und Wasser ausgesetzt. Zudem wurde
er wiederholt misshandelt, psychischer Folter unterzogen und
Scheinhinrichtungen ausgesetzt – alles mit dem Ziel, ein falsches
Geständnis zu erzwingen.
Ein Verwandter berichtet, dass Herr Naimi bereits zweimal
Scheinhinrichtungen ausgesetzt war. Nach der ersten verweigerte er
ein Geständnis. Beim Schildern des zweiten Vorfalls sei er „schwer
traumatisiert und zutiefst erschüttert“ gewesen. Dennoch beteuert er
weiterhin seine Unschuld.
Menschenrechtsorganisationen haben wiederholt dokumentiert, dass
Iran Folter, erzwungene Verhöre und Scheinhinrichtungen einsetzt, um
falsche Geständnisse zu erzwingen.
„Herr Naimi wird gefoltert und sogar Scheinhinrichtungen
ausgesetzt, um ihn zu einem Geständnis von Verbrechen zu zwingen, die
er nicht begangen hat“, sagte Simin Fahandej, Vertreterin der Bahá’í
International Community bei den Vereinten Nationen in Genf. „Die
Islamische Republik verfügt über keinerlei Beweise für diese
Anschuldigungen. Wären solche vorhanden, müsste sie nicht zu Folter
greifen. Es gibt nur einen Grund für diese grausame Behandlung:
Peyvand ist Bahá’í.“
Herr Naimi wird derzeit in Einzelhaft im Gefängnis von Kerman
festgehalten und leidet unter anhaltenden gesundheitlichen
Beschwerden. Dennoch wird ihm weiterhin jegliche medizinische
Versorgung verweigert.
Die Menschenrechtsbeauftragte der Bahá’í-Religionsgemeinschaft
Österreich, Isma Forghani, erklärte: „Die Bahá’í-Gemeinde Österreich
ist zutiefst besorgt. Seit Dezember ist ein alarmierender Anstieg der
Verhaftungen von Bahá’í zu beobachten: Sie werden in ihren Häusern
oder an ihren Arbeitsplätzen festgenommen – einzig und allein
aufgrund ihres Glaubens. Während in den vergangenen Wochen infolge
des Konflikts zahlreiche Gefangene freigelassen wurden, bleiben
Bahá’í weiterhin gezielt in Haft und sind brutalen Misshandlungen
ausgesetzt, die bis hin zu Scheinhinrichtungen reichen – Praktiken,
die nach internationalem Recht ausdrücklich verboten sind.
Der Fall von Peyvand Naimi steht exemplarisch für die
systematische Verfolgung der Bahá’í insgesamt: Er befindet sich in
akuter Lebensgefahr.
Die internationale Gemeinschaft muss handeln: Iran muss diese
Verfolgung umgehend beenden und Herrn Naimi sowie alle unschuldig
inhaftierten Bahá’í freilassen.“

