Wien (OTS) – SOS Mitmensch sieht in den heute von der Statistik
Austria
veröffentlichten Halbjahres-Einbürgerungszahlen trotz Anstiegs keine
Trendumkehr beim Staatsbürgerschaftserwerb. Die Einbürgerungsrate
befinde sich laut den Zahlen für das erste Halbjahr 2026 bei
lediglich einem Prozent und damit weit unter dem EU-Durchschnitt von
2,6 Prozent, so die Menschenrechtsorganisation. SOS Mitmensch
bezeichnet Einbürgerungen als wichtigen Demokratie-Baustein und
fordert einen besseren Zugang zur Staatsbürgerschaft.
„Einbürgerungen sind ein wichtiger Baustein unserer Demokratie.
Doch viele hier geborene sowie langfristig hier lebende Menschen sind
aufgrund der hohen Einbürgerungshürden und der im internationalen
Vergleich sehr niedrigen Einbürgerungsrate vom Zugang zur Demokratie
und von der Anerkennung als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger
ausgeschlossen“, kritisiert SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak
den schwierigen Zugang zur Staatsbürgerschaft. Aktuell würden
aufgrund der restriktiven Gesetzeslage, laut Pollak, jeden Tag
durchschnittlich 50 Kinder in Österreich zur Welt kommen, ohne die
österreichische Staatsbürgerschaft zu erhalten, obwohl ihre Eltern
zumeist schon viele Jahre im Land leben.
Eine von SOS Mitmensch vor dem Sommer veröffentlichte Umfrage
unter über 600 Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft hat
eine starke Zugehörigkeit zu Österreich und einen breiten Wunsch nach
Einbürgerung gezeigt. Mehr als zwei Drittel der Befragten gab an, die
österreichische Staatsbürgerschaft erwerben zu wollen. Als wichtigste
Gründe wurden der Wunsch nach gleichen Rechten sowie die Wahrnehmung
Österreichs als Heimatland genannt. Gleichzeitig sei der Frust über
die im internationalen Vergleich sehr hohen Staatsbürgerschaftshürden
groß, berichtet SOS Mitmensch. So gelte etwa die hohe Einkommenshürde
auch für hier geborene Kinder. Die Menschenrechtsorganisation fordert
insbesondere für hier geborene Kinder sowie für schon lange in
Österreich lebende Menschen den Abbau von Staatsbürgerschaftshürden.


