Wien (OTS) – SOS Mitmensch wirft der FPÖ vor, mit der
Ehrungsveranstaltung für den
Antisemiten und NSDAP-Angehörigen Franz Dinghofer und der Bezeichnung
von Dinghofer als „Opfer des NS-Regimes“, die tatsächlichen NS-Opfer
zu verhöhnen. Dass die FPÖ versuche, Dinghofer auf eine Stufe mit
jenen Menschen zu stellen, die vom NS-Regime brutalst verfolgt und
massenweise ermordet wurden, sei eine unentschuldbare Verdrehung der
Geschichte, kritisiert die Menschenrechtsorganisation.
„Es ist schlicht und ergreifend widerlich, wie die FPÖ an ihrer
Verehrung für einen Antisemiten, Nazi und Arisierungs-Profiteur
festhält und diese schönredet. Dass sie jetzt auch noch versucht,
Dinghofer als NS-Opfer darzustellen, schlägt dem Fass jedoch den
Boden aus. Das kommt einer Verhöhnung der tatsächlichen NS-Opfer
gleich“, zeigt sich Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch,
über das FPÖ-Vorgehen fassungslos.
Pollak verweist auf historische Untersuchungen, die zum klaren
Schluss gekommen seien, dass Dinghofer im Laufe seiner politischen
Karriere mehrfach und radikal antisemitisch aufgetreten und Mitglied
von Organisationen mit „Arierparagraphen“ gewesen sei. Darüber hinaus
sei Dinghofer ein Arisierungs-Profiteur gewesen und er sei
nachweislich der NSDAP beigetreten. Dass Dinghofer im NS-Staat ein
halbes Jahr vor seiner offiziellen Pensionierung von seinem Posten
als OGH-Präsident zurücktrat und, so wie viele andere, gegen eine
Entschädigung Grundbesitz an die „Hermann Göhring Werke“ abgeben
musste, mache ihn noch lange nicht zu einem NS-Opfer, so Pollak.
Dinghofer habe sogar das Privileg gehabt, sich im NS-Staat vor
Gericht eine Erhöhung der Entschädigung für sein Grundstück
erstreiten zu können und sich ein neues Grundstück in Bad Ischl sowie
ein Haus in Wien, das geflüchteten Juden gehörte, anzuschaffen, kein
NS-Opfer hätte das tun können, betont Pollak.
SOS Mitmensch unterstützt die Forderung von zahlreichen
Historikerinnen und Historikern nach einer Absage des „Dinghofer-
Symposiums“ im Parlament. „Unser Parlament darf nicht zum Ort der
Glorifizierung von Personen werden, die als Anhänger verbrecherischer
Ideologien aufgetreten sind, Dass Nationalratspräsident Rosenkranz so
eine Glorifizierungs-Veranstaltung mitbetreibt und forciert, noch
dazu in unmittelbarem Umfeld zum Gedenken an das Nazi-Novemberpogrom,
zeigt einmal mehr, dass er für seine Funktion ungeeignet und für das
Parlament eine Schande ist“, fordert Pollak den Rücktritt des
Nationalratspräsidenten.


