Wien (OTS) – Metabarcoding – darunter versteht man eine DNA-basierte
Bestimmung
von Artengemeinschaften – kommt im Biodiversitätsmonitoring immer
häufiger zur Anwendung. Aus diesem Grund organisiert ABOL, die
Austrian Barcode of Life Initiative , gemeinsam mit der Universität
Graz und dem WasserCluster Lunz ein Symposium, das Einblicke in den
internationalen und nationalen Stand der Forschung gibt, um die
standardisierte Anwendung dieser Methoden gemeinsam mit Partnern aus
der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik voranzutreiben.
Zwtl.: Einblick in internationale Metabarcoding-Forschung und –
Anwendung
Metabarcoding findet weltweit als neuer methodischer Ansatz für
die Erfassung von Biodiversität großen Zuspruch. Auf europäischer
Ebene gibt es fortlaufende Bemühungen, DNA-basiertes
Biodiversitätsmonitoring in Routineerhebungen in terrestrischen und
aquatischen Ökosystemen einzubinden. Gleichzeitig findet eine
laufende Optimierung der Laborschritte und Sequenzier-Technologie,
getrieben durch Wirtschaftspartner und Forschungsprojekte, statt. Mit
Prof. Bernd Hänfling (University of the Highlands and Islands,
Inverness, Großbritannien) und Prof. Henrik Krehenwinkel (Universität
Trier, Deutschland) sind zwei der europaweit führenden Forscher zu
Gast in Wien. Ihre Forschung beschäftigt sich mit der Anwendung
molekularer Methoden, insbesondere mit Metabarcoding-Ansätzen, in
Wasser (Bernd Hänfling) und an Land (Henrik Krehenwinkel).
Die vom Naturhistorischen Museum Wien aus koordinierte Initiative
ABOL bemüht sich seit Jahren darum, in Österreich die Voraussetzungen
für DNA-basiertes Biodiversitätsmonitoring zu schaffen. Wie
Standardisierung eine erhöhte Vergleichbarkeit von Ergebnissen
bringen kann, ist eine der zentralen Fragen im Rahmen des Symposiums.
In der Grundlagenforschung ist der Einsatz von Metabarcoding zur
Bestimmung der lokalen Biodiversität mittels Umweltproben bereits
voll etabliert. Im Rahmen des Symposiums präsentieren österreichische
Forschende Metabarcoding-basierte Ergebnisse für heimische Flüsse,
Seen und Böden, aber auch auf internationaler Ebene stattfindende
Forschung, z. B. zu Wasserstellen in der afrikanischen Savanne.
Zwtl.: Kommerzielle Anbieter, Diskussionsrunde und praxisnahe Übungen
Ein wesentlicher Aspekt der Veranstaltung ist der direkte
Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie und Politik. Mehrere auf
Biodiversitätsanalysen mittels Metabarcoding spezialisierte Firmen
sind aktiv in die Veranstaltung eingebunden. Im Rahmen einer
Podiumsdiskussion werden sowohl die Methodik selbst als auch ihr
Einsatz innerhalb von Österreich gemeinsam mit den über 90
Teilnehmenden diskutiert.
Am zweiten Tag steht der Kompetenzaustausch im Vordergrund.
Gemeinsam mit 50 Teilnehmenden erarbeiten Dr. Bettina Thalinger (
WasserCluster Lunz) und Dr. Christoph Hahn (Universität Graz) in
Workshops die Schritte, die für die korrekte Interpretation von
Metabarcoding-Ergebnissen beachtet werden müssen. Zusätzlich können
die Teilnehmenden selbst eine bioinformatische Analyse von
Metabarcodingdaten durchführen und so praktische Erfahrung sammeln.
Zwtl.: Gut vernetzt in die Zukunft
Innerhalb Österreichs steigt die Anzahl der Forschungsprojekte,
die sich mit Biodiversitätserfassung mittels DNA-Spuren beschäftigen,
kontinuierlich. Gleichzeitig beschäftigen sich auch immer mehr
Personen in staatlichen Organisationen und in der Wirtschaft mit
dieser Thematik. Um auch in Zukunft einen direkten und
niederschwelligen Informations- und Kompetenzaustausch zwischen
Wissenschaft, Anwendung und Politik zu ermöglichen und Kooperationen
voranzutreiben, ist die Schaffung einer Interessengemeinschaft zum
Thema Metabarcoding bzw. Umwelt-DNA (eDNA) ein bedeutender nächster
Prozess, der im Rahmen des Symposiums gestartet werden soll.
Details zum Symposium
Pressebilder
Wissenschaftlicher Rückfragehinweis
Dr. Michaela Sonnleitner
ABOL-Koordinationsteam
Tel.: +43 1 521 77-435 I [email protected]
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at