Stadt Wien setzt Sofortmaßnahmen nach Asbestfunden im Asphalt

Wien (OTS) – Die Gesundheit der Wienerinnen und Wiener hat für die
Stadt Wien
oberste Priorität. Deshalb wurde unmittelbar nach Hinweisen auf
Asbestverdacht in Straßenbelägen gehandelt, Proben von den gemeldeten
Flächen entnommen und unabhängige Laboruntersuchungen beauftragt. Die
Stadt Wien hat nunmehr die ersten Ergebnisse der beauftragten
Laboruntersuchungen jener Straßenabschnitte erhalten, bei denen
aufgrund von Hinweisen ein Verdacht auf asbesthaltiges
Gesteinsmaterial bestand. Die Untersuchungen wurden von einer
akkreditierten Prüfanstalt durchgeführt und bilden die Grundlage für
das weitere rasche Vorgehen. Die Laboruntersuchungen bestätigen, dass
in einzelnen Straßenabschnitten asbesthaltiges Gesteinsmaterial
nachgewiesen wurde. Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral,
das in bestimmten Gesteinen enthalten sein kann. Der Nachweis von
asbesthaltigem Gestein erlaubt noch keine Aussage über eine konkrete
Gesundheitsgefährdung. Entscheidend ist vielmehr, ob und in welchem
Ausmaß Asbestfasern tatsächlich freigesetzt werden können. Die Stadt
wird vorsorglich an den betroffenen Stellen Maßnahmen setzen, um eine
dauerhafte Bindung des asbesthaltigen Materials sicherzustellen.

Vorsorglich: Deckschicht zum sofortigen Schutz vor Freisetzung von
Fasern

Konkret wurde aktuell in der Rosenhügelstraße, Anton-Freunschlag-
Gasse, Bertégasse, Wernergasse und Stieglergasse der Verdacht
bestätigt. Die betroffenen Bereiche werden nun mit einem
Asphaltüberzug bzw. einer Deckschicht versiegelt. „Das ist die
schnellste, sicherste und wirksamste Methode, um rasch einen
effektiven Schutz zu gewährleisten“, erläutert der stellvertretende
Abteilungsleiter der MA 28, Wolfgang Ablinger. Eine Versiegelung ist
in kurzer Zeit umsetzbar, das asbesthaltige Material wird überdeckt
und eingeschlossen, eine Freisetzung von Asbestfasern wirksam
unterbunden“, so Ablinger, der betont: „Der Schutz wirkt sofort. Eine
neue Deckschicht kann wesentlich rascher aufgebracht werden als die
gesamte Straße aufzubrechen. Sie verhindert unmittelbar einen
möglichen Kontakt mit Asbestfasern.“ Anders als beim Versiegeln der
Oberfläche, besteht beim Fräsen, Aufgraben und Abtragen des Asphalts
die Möglichkeit der Freisetzung von Fasern. Dazu Prof. H-P Hutter,
Leiter der Abteilung Umwelthygiene und Umweltmedizin der MedUni Wien:
„Aus umweltmedizinischer Sicht ist entscheidend, ob Asbestfasern
tatsächlich freigesetzt und eingeatmet werden können. Wird
asbesthaltiges Material fest in einer Asphaltoberfläche gebunden, ist
das Risiko einer Faserfreisetzung grundsätzlich als sehr gering
einzustufen. Das Vorhandensein von asbesthaltigem Gestein in einem
Straßenbelag ist daher nicht automatisch mit einer
Gesundheitsgefährdung gleichzusetzen. Dennoch ist aus Vorsorgegründen
das Versiegeln mit einer neuen Deckschicht eine sinnvolle Maßnahme,
um auch geringe Risiken zu minimieren.“

Bei aktuellen Straßenbauprojekten kann ausgeschlossen werden, dass
asbesthaltiges Gestein verwendet wird. Für weitere gemeldete
auffällige Flächen wurden bereits Probenahmen und Laboruntersuchungen
veranlasst. Die Ergebnisse liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch
nicht vor.

Lückenlose Prüfung aller gemeldeten Bereiche

Alle Hinweise auf auffällige Flächen im öffentlichen Straßenraum
werden systematisch überprüft und bewertet, die Stadt Wien steht
weiterhin in engem Austausch mit Greenpeace. Darüber hinaus
überprüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MA 28 den
Straßenraum laufend auf auffällige Straßenabschnitte. Wo
Auffälligkeiten festgestellt werden, werden weitere Schritte
eingeleitet und gegebenenfalls Bereiche versiegelt, um eine etwaige
Freisetzung von Asbestfasern sofort zu unterbinden. Nach derzeitigem
Kenntnisstand handelt es sich bei den bisher gemeldeten bzw.
festgestellten Straßenabschnitten überwiegend um kleinflächige
Bereiche, die im Zuge von Aufgrabungen oder lokalen
Instandsetzungsmaßnahmen in den Straßenbelag eingebaut wurden.

Klares Prozedere für Straßen bei künftigen Bauarbeiten – Register für
bestätigte Vorkommen

Parallel dazu arbeitet die Stadt Wien gemeinsam mit Expertinnen
und Experten sowie anderen Straßenerhaltern an langfristigen Lösungen
für den fachgerechten Umgang mit derart versiegelten Straßenbelägen,
insbesondere bei künftig erforderlichen Sanierungs- und
Erhaltungsmaßnahmen. So soll sichergestellt werden, dass es ein
klares Prozedere gibt, um bei der künftigen Umgestaltung oder
Instandsetzung von Straßen asbesthaltigen Asphalt unter Einhaltung
höchster Arbeitsschutz- und Sicherheitsstandards auszubauen und
entsorgen zu können. Alle Straßenabschnitte im öffentlichen
Straßenraum Wiens, wo Asbest nachgewiesen wurde, werden zudem in
einem Register vermerkt. Aufgrabungen und Umbauarbeiten sind dann nur
noch unter klar vorgegebenen Bedingungen möglich, die die Freisetzung
von Asbestfasern in die Luft verhindern. Dadurch kann unverzüglich
ein hohes Maß an Schutz für die Bevölkerung sichergestellt werden.
Für die Stadt Wien steht die Gesundheit der Wienerinnen und Wiener an
erster Stelle. Daher wird dort, wo Handlungsbedarf besteht, rasch und
konsequent gehandelt – mit sofort wirksamen Schutzmaßnahmen ebenso
wie mit nachhaltigen Lösungen für die Zukunft.

Vorsorge für die Zukunft: Kontrollen und Prüfungen konsequent
verschärft

Die MA 28 hat zudem bereits frühzeitig nach Bekanntwerden der
Asbest-Vorfälle im Burgenland Maßnahmen ergriffen und ein klares
Prozedere festgelegt: Bei jedem Straßenbauprojekt der MA 28, bei dem
ein Straßenaufbruch erfolgt, wird im Rahmen der Erstellung der
Ausschreibungsunterlagen der bestehende Straßenkörper auf das
Vorhandensein von Asbest hin untersucht. Die MA 28 bezieht das für
Bauvorhaben benötigte Gesteinsmaterial grundsätzlich von Steinbrüchen
aus Niederösterreich im Großraum Wien. Bei aktuellen Bauvorhaben der
MA 28 kommt kein asbesthaltiges Gesteinsmaterial zum Einsatz; der
Einbau derartiger Materialien kann ausgeschlossen werden. Ungeachtet
dessen hat die MA 28 ihre Kontrollmaßnahmen im Bereich der
Materialprüfung sowie der Bauüberwachung umgehend verstärkt.

Die Stadt Wien bedankt sich ausdrücklich bei allen Bürgerinnen und
Bürgern sowie bei Greenpeace für Hinweise auf mögliche auffällige
Straßenabschnitte. Jede eingehende Meldung wird fachlich geprüft und
erforderlichenfalls durch weitere Untersuchungen abgeklärt. Wo
Handlungsbedarf besteht, werden die erforderlichen Maßnahmen rasch
und konsequent umgesetzt. Der Schutz der Wienerinnen und Wiener steht
dabei jederzeit im Mittelpunkt.