Innsbruck (OTS) – Anlässlich der gerichtlich erzwungenen Offenlegung
der geheimen
Talschaftsverträge der Tiwag fordert der WWF volle Transparenz und
klare Spielregeln für künftige Vereinbarungen. Die bisherige Praxis
des Konzerns erscheine willkürlich und höchst fragwürdig. „Es darf in
Zukunft nicht mehr vorkommen, dass die Tiwag Verträge mit
millionenschweren Zahlungen an Gemeinden über Jahrzehnte unter
Verschluss hält. Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf volle
Transparenz, wenn es um öffentliche Interessen und den Naturraum
Tirol geht“, sagt WWF-Experte Maximilian Frey zum aktuellen TT-
Bericht . Die Verhandlungen über solche Verträge müssten von Beginn
an transparent erfolgen und vom Landesrechnungshof unabhängig
kontrolliert werden – gerade dort, wo es um finanzielle Leistungen,
Gegenleistungen und langfristige Verpflichtungen geht.
Darüber hinaus fordert der WWF, dass die Umweltfolgen und
Naturverluste verbindlich Teil solcher Verträge werden. Geldzahlungen
allein wiegen die Zerstörung lebendiger Flüsse und weiterer
Ökosysteme nicht ansatzweise auf. Ökologische Schäden müssen daher
vor allem durch verbindliche Natur- und Schutzmaßnahmen ausgeglichen
werden, nicht durch Ablasszahlungen. „Vom Geld können Fische nicht
leben. Wenn in den Flüssen Wasser fehlt oder ganze Bäche abgeleitet
werden, dann ist das vor allem ein Schaden für die Natur, der
sinnvoll ausgeglichen werden muss“, fordert Maximilian Frey vom WWF.
Talschaftsverträge sind privatrechtliche Vereinbarungen zwischen
der Tiwag und Gemeinden in von Projekten betroffenen Tälern. Sie
regeln vor allem finanzielle Entschädigungszahlungen für die Nutzung
von Wasserrechten sowie für Eingriffe durch Wasserkraftanlagen,
Leitungen und Speicher. Gleichzeitig können sie Verpflichtungen der
Gemeinden festlegen, etwa zur Unterstützung künftiger
Kraftwerksprojekte oder zur Duldung von Infrastrukturmaßnahmen.
Aufgrund ihrer Bedeutung für öffentliche Interessen und den Naturraum
fordert der WWF seit langem die vollständige Offenlegung dieser
Verträge.


